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Asthma gut kontrollieren – die richtige Kombination ist entscheidend

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: ALIUD PHARMA GmbH

Von der Volkskrankheit Asthma sind in Deutschland ca. 8 Mio. Menschen betroffen, vor allem Kinder und Jugendliche. Die als traumatisch empfundene Luftnot bei einem Asthmaanfall kann durch gut wirksame, akut anwendbare Inhalativa vermieden werden.

Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Atemwegserkrankung, die durch bronchiale Hyperreaktivität und eine variable Atemwegsobstruktion gekennzeichnet ist. Durch eine akute Bronchialobstruktion (Verengung der Atemwege und Bronchien) kommt es zum anfallsartigen Auftreten von Dyspnoe (Atemnot).

Weitere typische Asthmasymptome sind:

  • Kurzatmigkeit
  • Engegefühl
  • Husten/Hustenanfälle
  • exspiratorischer Stridor

Die 12-Monats-Prävalenz ist bei Frauen höher als bei Männern (7,1 % vs. 5,4 %). Beim Bundeslandvergleich variiert die Asthma-Prävalenz zwischen 3,0 % – 9,7 % bei Frauen und 2,9 % – 7,0 % bei Männern.1

Die Pathogenese des Asthma bronchiale ist ein multikausaler Prozess, bei dem genetische Disposition und exogene Noxen die Auslöser für die charakteristischen pathophysiologischen Abläufe sind. Die drei Faktoren Bronchospasmus, Schleimhautödem und Hypersekretion werden auch als Asthma-Trias bezeichnet.

Man unterscheidet das allergische (extrinsische) Asthma vom nicht-allergischen (intrinsischen) Asthma. In Reinform kommen diese jedoch nur bei etwa zehn Prozent der Patienten vor, bei der Mehrheit werden Mischformen beobachtet.

Aufgrund der anhaltenden Entzündung der Bronchialschleimhaut kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einem Remodeling der Bronchialwände.

Das Remodeling umfasst unter anderem eine Hypertrophie der glatten Muskulatur, eine Verdickung der subepithelialen Basalmembran, eine Hyperplasie der Drüsenzellen und eine subepitheliale Fibrosierung. Darüber hinaus entwickelt sich eine Hypervaskularisierung der Bronchialschleimhäute und eine Chondropathie der bronchialen Knorpelspangen. Je länger ein Asthma bronchiale besteht und je unzureichender es antiinflammatorisch therapiert wird, desto ausgeprägter ist das Remodeling der Atemwege.

Eine präzise Diagnose ist von entscheidender Bedeutung, um eine angemessene Therapie zu gewährleisten. Neben der körperlichen Anamnese werden die Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) anhand von (Vitalkapazität, VC), (Einsekundenkapazität, FEV1) und Ganzkörperplethysmographie (Bodyplethysmographie) zur Bestimmung des Atemwegswiderstands herangezogen. Zur Diagnose und Therapieüberwachung dient auch der PEF-Wert (peak expiratory flow), der Maximalwert des Luftflussvolumens beim Ausatmen.

Gemäß den Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga lässt sich Asthma bronchiale bei Erwachsenen anhand von Symptomen und Lungenfunktion in vier Schweregrade einteilen:
I.     Intermittierend
II.    Geringgradig persistierend
III.   Mittelgradig persistierend
IV.   Schwergradig persistierend

Die Behandlung des Asthmas erfolgt überwiegend mit inhalierbaren Medikamenten, die als Dosieraerosole oder Pulver mithilfe von Inhalatoren oder Pulverinhalatoren verabreicht werden. Bei allen Schweregraden können bei Bedarf kurzwirksame β2-Sympathomimetika inhaliert werden („Reliever“). Je nach Schweregrad können niedrig oder hoch dosierte Glukokortikoide hinzukommen.

Die aktuelle Nationale Versorgungsleitlinie Asthma (S3) betont die Bedeutung einer stufenweisen Therapie. Kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika (SABA = short acting beta2-agonist) werden als Bedarfsmedikation empfohlen, während langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA = long acting beta2-agonist) in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) die Grundlage der Kontrolltherapie bilden. Viele der therapeutischen Substanzen zur Kontrolle des Asthma bronchiale sind generisch verfügbar. Die Devices zur Inhalation der Medikamente sind mit der Zeit immer weiter verbessert worden und bieten heutzutage mit nur wenigen Handgriffen eine patientenfreundliche Anwendung.

Ein integrativer Ansatz zur Bewältigung von Asthma erfordert zudem eine umfassende Schulung der Patienten. Die richtige Inhalationstechnik, das Erkennen von Triggerfaktoren und eine gute Therapieadhärenz sind entscheidend für eine erfolgreiche Krankheitskontrolle.

 

Referenz: 1 Steppuhn H, Kuhnert R, Scheidt-Nave C. 12-Monats-Prävalenz von Asthma bronchiale bei Erwachsenen in Deutschand. Journal of Health Monitoring 2017; 2(3): 36–45.

 

 


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