Medizin & Wissenschaft

Pflanzensterine (Phytosterine, Phytosterole) in Nahrungsmitteln

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Pflanzensterine (Phytosterine) in Nahrungsmitteln können positive sowie negative Wirkungen bringen. Wobei eine Überdosierung gefährlich sein kann.

Zugesetzte Pflanzensterine in Lebensmittel zeigen positive wie negative Effekte. Doch die Konsumenten nehmen die Hinweise auf den Verpackungen meistens nicht wahr. Und dabei wissen sie gar nicht, dass sie sich dem Risiko einer Überdosierung aussetzen.


Welche Risiken der langfristige Verzehr von Pflanzensterinen über Nahrungsmittel in sich birgt, ist bis jetzt noch immer nicht ausreichend untersucht. Mittlerweile ist bekannt, dass eine Pflanzensterinen-Zufuhr im Darm die Aufnahme von Cholesterin ins Blut blockiert und somit den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen kann.

Nahrungsmittel mit Pflanzensterinen besser markieren

Ein intensiver Einsatz von Pflanzensterinen kann dazu führen, dass die Aufnahme an Carotinoiden und fettlöslichen Vitaminen aus Lebensmitteln gestört ist. Experten fordern daher eine adäquate Kennzeichnung von Cholesterin senkenden Lebensmitteln und ein Warnhinweis für Kinder, Schwangere und Stillende laut Verbraucherschutz.

Grundsätzlich sollten Cholesterinsenker und andere Lebensmittel mit medizinischem Zusatznutzen nicht neben herkömmlichen Nahrungsmitteln platziert werden. Verschiedene Untersuchungen haben beispielsweise gezeigt, dass die Konsumenten Hinweise auf Pflanzensterine auf Lebensmittel-Verpackungen kaum wahrnehmen.

Ungesunden Lebensstil sollte man damit nicht kompensieren wollen

Konsumenten, die bewusst Pflanzensterine gegen einen erhöhten Cholesterinspiegel verzehren, erwarten sich damit, vorbeugende Maßnahmen gegen schlechtes Cholesterin zu setzen. Und sie glauben dann, dass sie so ihren ungesunden Lebensstil kompensieren zu können.


Pflanzensterine werden Produkten wie Margarine, Milchprodukten, Käse, Backwaren, Gewürzen, Salatsoßen sowie verschiedenen Getränken auf Soja- und Milchbasis beigesetzt. Zur Vermeidung einer täglichen Aufnahme von mehr als drei Gramm Pflanzensterine müssen alle Produkte adäquat gekennzeichnet sein.

Sinnhaftigkeit der Pflanzensterine bezweifelt

Mit Pflanzensterinen (Phytosterine bzw. Phytosterole) reichert die Lebensmittelindustrie verschiedene Nahrungsmittel wie Margarine oder Milchprodukte an. Wobei man aber bis dato keinen Nutzen für die Herzgesundheit nachweisen konnte. Stattdessen vermuten Experten sogar negative Effekte.

Im Grunde genommen bezweifeln die Wissenschaftler die Sinnhaftigkeit der mit Pflanzensterinen angereicherten Nahrungsmittel vor allem wegen des mangelnden messbaren Nutzens für die Gesundheit. Denn auch für das Konzept der Hemmung der Resorption von Cholesterin durch Phytosterole in entsprechenden Nahrungsmitteln liegen keine belastbaren Ergebnisse aus Studien vor. Zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Verringerung des Schlaganfall- oder Herzinfarktrisikos.

Probleme mit der Dosis

Im Tierversuch hat sich zudem gezeigt, dass sich Phytosterine dauerhaft im Gehirn (in der Lipidbasis von Zellmembranen) anlagern. Allgemein besteht auch ein Dosisproblem, denn um mit Phytosterine aus der Nahrung das Cholesterin tatsächlich um zehn Prozent reduzieren zu können, müssten Mengen von zwei Gramm und mehr pro Tag konsumiert werden. Über Obst und Gemüse entspräche das beispielsweise 425 Tomaten, 150 Äpfel, oder 11 Tassen Erdnüsse am Tag.



Literatur:

Carlos Eduardo Cabral, Márcia Regina Simas Torres Klein. Phytosterols in the Treatment of Hypercholesterolemia and Prevention of Cardiovascular Diseases. Arq Bras Cardiol. 2017 Nov; 109(5): 475–482. doi: 10.5935/abc.20170158


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Pixabay Rolf Dobberstein 4107883


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