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Psychedelische Drogen wie MDMA verbessern die Psychotherapie bei PTBS

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Psychedelische Drogen wie MDMA verbessern kombiniert mit der Psychotherapie bei einer posttraumatischen Belastungsstörung die Wirksamkeit der Behandlung.

Millionen Menschen bekommen jedes Jahr die Diagnose posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Bekannte Symptome sind vor allem Albträume sowie ungewollte Erinnerungen an Traumata, erhöhte Reaktionen, Ängste und Depressionen. Wobei die Belastungsstörung Monate oder sogar Jahre lang andauern kann. Aktuelle klinische Studien legen nahe, dass Psychedelische Drogen – vor allem MDMA – in der Therapie die Wirkung der Psychotherapie erhöht. Und zwar verglichen mit der alleinigen Psychotherapie.


Psychedelische Drogen kombiniert mit Psychotherapie effektiv in der Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung

Menschen mit PTBS haben Schwierigkeiten, sich von einem traumatischen Ereignis zu erholen. Es kann auch sein, dass sie nur Zeuge eines solchen waren. Die Betroffenen erhielten traditionell eine Kombination aus Trauma fokussierter Psychotherapie und einer Therapie mit Medikamenten.

Viele Betroffene haben auf die herkömmliche Behandlung nicht gut reagiert. Hingegen legen neue Forschungsergebnisse von Dr. Michael Mithoefer und seinen Kollegen von der Medical University of South Carolina – vorgestellt auf der Jahrestagung des American College of Neuropsychopharmacology – nahe, dass die Kombination Psychedelische Drogen mit der traditionellen Psychotherapie vielversprechend ist.

Seit Jahrtausenden bewährt

Psychedelische Substanzen kommen häufig in der Natur vor und werden seit Jahrtausenden in verschiedenen Kulturen verwendet. Die formelle medizinische Erforschung ihrer medizinischen Verwendungen ab den 1950er Jahren führte zu vielversprechenden Ergebnissen. Es kam zu bedeutenden Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften.

In den 1970er Jahren hat man Psychedelische Drogen allerdings aus politischen und nicht aus medizinischen oder wissenschaftlichen Gründen weitgehend verboten. Neuere Studien weisen nun darauf hin, dass MDMA (im Allgemeinen als Ecstasy bezeichnet) und Psilocybin (der Wirkstoff in „Zauberpilzen“) bei Verabreichung in einem kontrollierten klinischen Umfeld ein akzeptables Risikoprofil aufweisen. Bei Patienten, bei denen vorübergehende Nebenwirkungen auftreten, kann durchaus eine weitere medizinische Anwendung erefolgen.


MDMA kombiniert mi Psychotherapie

In den letzten Jahren hat die FDA die Psychedelische Drogen MDMA sowie auch Psilocybin für die Therapie von PTBS beziehungsweise gegen Depressionen zugelassen. Die US-Experten bestätigen, dass diese Substanzen bestehende Therapien möglicherweise verbessern können.

Die Metaanalyse von Dr. Mithoefer und seinem Team umfasste sechs klinische Phase-2-Studien, die von unabhängigen Wissenschaftlern in vier Ländern durchgeführt wurden. In den Studien wurde einer Gruppe von Patienten während ihrer Psychotherapie-Sitzungen zusätzlich MDMA verabreicht. Während der anderen Gruppe ein Placebo oder ein Niedrigdosis-Placebo in Verbindung mit derselben Psychotherapie verabreicht wurde.

Die allgemeine Schlussfolgerung aus diesen Studien war, dass die MDMA-gestützte Psychotherapie bei der Behandlung von Patienten mit persistierender PTBS signifikant wirksamer war als die nicht unterstützte Psychotherapie.

Ziel der Forscher war es, einerseits Psychedelische Drogen und ihre Wirkung zur Therapie von traumabedingten Erkrankungen und gegen Depressionen zu überprüfen. Andererseits wollte man offenen Fragen zu Sicherheit, Wirksamkeit und neurobiologischen Aspekten aufklären.



Quelle: American College of Neuropsychopharmacology (ACNP), Orlando, Dezember 2019


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