Medizin & Wissenschaft

Frühzeitiges Alzheimer – Warnsignale rechtzeitig erkennen

Lesezeit: 1 Minute Quelle: MEDMIX Online

Schlechte Ergebnisse bei kognitiven Tests können ein frühzeitiges Warnsignal für eine hohe Wahrscheinlichkeit sein, dass sich später Alzheimer Demenz entwickelt.

Schwache Leistungen bei Gedächtnis- und Denktests sind alarmierende Warnsignale für eine später auftretende Alzheimer Erkrankung sein. Wobei im Grunde genommen solche Warnsignale auch bei Patienten mit wahrscheinlicher Alzheimer-Krankheit sehr unterschiedlich sind.

Warnsignale bis zu 18 Jahre vor einer Diagnose Alzheimer Demenz

Verschiedene Studien konnten zeigen, dass frühzeitige Warnsignale für eine Demenz bereits bis zu 18 Jahren vor einer Diagnose Alzheimer auftreten können. „Die Veränderungen des Denkens und des Gedächtnis treten bereits lange vor den offensichtlichen Alzheimer Symptomen auf,“ kommentiert beispielsweise der Wissenschaftler Dr. Kumar B. Rajan vom Rush University Medical Center in Chicago. „Zwar können wir diese Veränderungen bei Risiko-Patienten bis dato nicht erkenn. Wir konnten sie jedoch bei einer Patientengruppe, die später an einer Alzheimer Demenz erkrankte, beobachten.“

Spezielle Gedächtnis- und Denktests

Im Zuge der Studie absolvierten dann 2.125 Teilnehmer mit einem Altersdurchschnitt von 73 Jahren alle drei Monate spezielle Gedächtnis- und Denktests. Und zwar machten sie das für einen Zeitraum von 18 Jahren. Im Laufe der Studie erkrankten schließlich 23 Prozent der teilnehmenden Afroamerikaner und 17 Prozent der europäisch stämmigen Amerikaner an Alzheimer.

Dabei wiesen Personen mit schlechteren Ergebnissen bei den zuvor absolvierten kognitiven Tests ein höheres Krankheitsrisiko auf. Im Laufe des ersten Studienjahrs, hatten Teilnehmer mit schlechteren Ergebnissen, verglichen mit anderen Teilnehmern, ein um etwa 10-fach höheres Risiko an Alzheimer zu erkranken. Basierend auf den Tests, die 13 bis 18 Jahre vor der finalen Untersuchung stattfanden, führte ein Leistungsabfall von einem Punkt zu einer 85-prozentigen Risikoerhöhung für zukünftige Demenz.

„Momentan geht man davon aus, dass es im Zuge der Alzheimer-Erkrankung zu bestimmten physischen und biologischen Veränderungen kommt. Und zwar bevor das Gedächtnis und die Denkleistung in Mitleidenschaft gezogen werden. Entspricht dies der Wahrheit, handelt es sich hierbei um äußerst langfristige Prozesse. Wir brauchen jedenfalls weitere Forschungen. Denn die Prozesse und Warnsignale, die später in einer Alzheimer Demenz münden, müssen wir besser zu verstehen lernen. Nur so könnte es gelingen, die Alzheimer Demenz eines Tages zu verhindern,“ so Rajan.


Literatur:

Yuqi Qiu, View ORCID ProfileDiane M. Jacobs, Karen Messer, David P. Salmon, Howard H. Feldman. Cognitive heterogeneity in probable Alzheimer disease. Clinical and neuropathologic features. Neurology. August 20, 2019; 93 (8 First published July 18, 2019, DOI: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000007967

Kumar B. Rajan, Robert S. Wilson, Jennifer Weuve, Lisa L. Barnes, Denis A. Evans. Cognitive impairment 18 years before clinical diagnosis of Alzheimer disease dementia. Neurology. September 08, 2015; 85 (10). First published June 24, 2015, DOI: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000001774


Bildquellen & Copyright

 

Pixabay Gerd Altmann 3051832


Ganzen Artikel lesen
Diese Seite benutzt Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu. Weitere Informationen Ablehnen Akzeptieren