Medizin & Wissenschaft

Hochdosiertes Vitamin D bei Multiple Sklerose positiv

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Multiple Sklerose kann mit hochdosiertem Vitamin D effektiv behandelt werden. Rezente Daten bestätigen die Wirkung, die Sicherheit und die Verträglichkeit.

Es gibt zahlreiche epidemiologische Hinweise dafür, dass ein starker Zusammenhang zwischen Vitamin D und Multiple Sklerose (MS) besteht. Das MS-Risiko ist beispielsweise in Ländern, in denen die Sonneneinstrahlung geringer ist, deutlich höher. Jedenfalls soll das Vitamin D sowohl beim ersten Auftreten als auch dem Fortschreiten der Erkrankung des Zentralnervensystems eine wichtige Rolle spielen. Genetische Studien mit Multiple Sklerose-Patienten zeigten auch eindeutig, dass verschiedene Mangelerscheinungen, die den Vitamin-D-Metabolismus betreffen, mit einem höheren MS-Krankheitsrisiko einhergehen. Forscher einer rezenten Studie stellen die Hypothese auf, dass Vitamin D möglicherweise eine Rolle im zentralen Nervensystem spielt und an der Remyelinisierung beteiligt ist.

Kostengünstige Behandlungsoption für Multiple Sklerose

Dazu passend waren die Ergebnisse einer aktuellen Studie mit Vitamin D sehr vielversprechend. Deswegen vermuteten die Studienautoren heute, dass hochdosiertes Vitamin D eine kostengünstige, sichere sowie einfache Behandlungsoption für Multiple Sklerose-Patienten sein kann. Allerdings sollte die Einnahme nur in Absprache mit dem behandelten Arzt erfolgen.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit über den Zusammenhang von Vitamin D und Multiple Sklerose fordert zur Höhe der Dosierung aber weitere große Studien. Allerdings gibt es allgemein die Empfehlung, dass Multiple Sklerose-Patienten auf jeden Fall zusätzlich Vitamin D einnehmen sollten.

Hochdosiertes Vitamin D mit täglich 10,400 IE einer geringen Gabe von 800 IE weit überlegen

Laut der unlängst Studie ist hochdosiertes Vitamin D für Multiple Sklerose-Patienten sicher und gut verträglich. Das sogenannte Sonnenvitamin wirkte sich auch positiv auf die Therapie der Multiplen Sklerose (MS) aus.

Somit könnte hochdosiertes Vitamin D könnte auch das körpereigene Immunsystem regulieren. Das berichteten unlängst Wissenschafter der John Hopkins University im medizinischen Fachjournal Neurology.

Im Zuge ihrer Untersuchungen analysierten die Forscher die Vitamin-D-Versorgung von 40 Erwachsenen mit schubförmiger Multipler Sklerose im Alter von 18 bis 55 Jahren. Bei schubförmiger Multipler Sklerose kann es zwar zur vollständigen Rückbildung der Symptome kommen. Dadurch kann es jedoch auch zu bleibenden Schäden kommen.

Die Teilnehmer setzten über einen Zeitraum von sechs Monaten entweder hochdosiertes Vitamin D3 mit 10,400 IE (entsprechend 0,26 mg) oder nur eine sehr geringe Vitamin D-Gabe von 800 IE (entsprechend 0.02 mg) ein.

Hochdosiertes Vitamin D gegen fehlgeleitete Immunzellen

Sowohl nach drei als auch nach sechs Monaten analysierten die Forscher den Vitamin D-Spiegel im Blut sowie MS-bezogene T-Zellreaktionen.

Schließlich ist für das Krankheitsbild der Multiplen Sklerose der von Immunzellen ausgehende Angriff der isolierenden Myelinschicht, die dem Schutz der Nervenfasern dient, typisch.

Weiter gewährleistet das eine rasche Weiterleitung der elektrischen Nervensignale. Denn wenn diese beschädigt ist, so kommt es zum Absterben von Nervenzellen. Dadurch verspüren die Betroffene Koordinationsschwierigkeiten sowie Lähmungserscheinungen.

Schließlich sollte genau hier hochdosiertes Vitamin D einschreiten. Denn den Wissenschaftern zufolge stoppt die Einnahme hoher Vitamin-D3-Dosierungen die fehlgeleiteten Immunzellen, die das Nervensystem schädigen.

Dies erklärt auch, warum sich die Anzahl fehlgeleiteter T-Zellen nur im Blut jener Patienten verringerte, die eine hohe Vitamindosis zu sich nahmen. Jede Erhöhung um 0,005 Milligramm Vitamin senkte die T-Zell-Menge um ein Prozent.


Literatur:

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E. S. Sotirchos, P. Bhargava, C. Eckstein, K. Van Haren, M. Baynes, A. Ntranos, A. Gocke, L. Steinman, E. M. Mowry, P. A. Calabresi. Safety and immunologic effects of high- vs low-dose cholecalciferol in multiple sclerosis. Neurology, 2015; DOI: 10.1212/WNL.0000000000002316


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