Medizin & Wissenschaft

Vorbeugung gegen Bluthochdruck – dem stillen Killer

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Zur Vorbeugung gegen Bluthochdruck ist vor allem Stressabbau, Gewichtsabnahme und Umstellung der Ernährung sowie ein ergänzendes Bewegungsprogramm wirksam.

Eine effektive Vorbeugung gegen Bluthochdruck – dem stillen Killer – in weiten Teilen der Bevölkerung ist gerade heute wichtig. Denn wir leben in einer Zeit der Beschleunigung des täglichen Lebens. Das führt zu einem dauerhaften Anstieg der Stresshormone im Körper. Dies treibt den Blutdruck in die Höhe, daher ist es wichtig, solch permanentem Stress entgegenzuwirken. Eine weitere „natürliche“ und höchst effiziente Methode der Blutdrucksenkung besteht im Abbau von Übergewicht und Umstellung der Essgewohnheiten. Das ist effektiv zur rechtzeitigen Verhinderung von Hypertonie beziehungsweise als Vorbeugung gegen Bluthochdruck.

Stressabbau sowie auch eine Ernährungsumstellung sind ein wichtiger Teil zur  Vorbeugung vor Bluthochdruck. Dies sollte man aber unbedingt ergänzen mit effektiven Maßnahmen für die körperliche Aktivität. Jüngeren wird man zu regelmäßigem Sport raten, Ältere sollten vier bis fünf Mal pro Woche mindestens eine dreiviertel Stunde spazieren gehen, wobei das Tempo sich nach der körperlichen Fitness richten kann.

Als „Nebeneffekt“ der Blutdrucksenkung wird dabei auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns gesteigert, die Kraft des Herzmuskels nimmt zu, Stoffwechselvorgänge, also Cholesterin- und Zuckerverwertung werden günstig beeinflusst.

Problem von Gleichgültigkeit und Armut

Das große Problem der Hypertonie-Bekämpfung ist die relative Gleichgültigkeit vieler Betroffener gegenüber einer Krankheit. Denn sie kenn deren Tragweite nicht kennen beziehungsweise wollen sie sie nicht kennen. So ist es trotz aller Aufklärungsbemühungen der Ärzte und der Medien bis heute nicht gelungen, die Zahlen wesentlich zu verbessern. Sehr viele Hochdruckpatienten wissen entweder nichts von ihrer Krankheit oder sind völlig ungenügend eingestellt.

Ursache der derzeit unzureichenden Vorbeugung gegen Bluthochdruck ist, das relativ wenig Symptome auftreten. vor allem zu Beginn der Krankheit – Stichwort „Stiller Killer“ – und damit die ablehnende Haltung gegenüber einer Therapie für einen Zustand, der ja nicht als „krankhaft“ erlebt wird.

In einer Zeit, in der die Gesundheitspolitik die „sprechende Medizin“ nicht wirklich honoriert und damit praktisch abgeschafft beziehungsweise zum Hobby eines Arztes gemacht hat, fehlt die so wichtige Zeit, die man braucht, um einen Patienten von der absoluten Notwendigkeit einer Medikation und von der Therapietreue zu überzeugen.

Typischerweise ist die erste Frage der Betroffenen nach Diagnosestellung oft die nach „natürlichen“ Therapieformen, die als Blutdrucksenker in Frage kommen. Diesen Wünschen können wir, nach den neuesten Erkenntnissen, durchaus entsprechen, zumindest als erste Behandlungsschritte, sofern es sich um eine milde Form der Hypertonie handelt, aber auch als begleitende Maßnahme bei Hochdruck der höheren Stadien, die medikamentös behandelt werden müssen.

Zur Vorbeugung gegen Bluthochdruck geht es also sehr oft um Lifestyle-Veränderungen – dies betrifft die Ernährung, die Bewegung und den Abbau von den Stressoren betreffen.

Vorbeugung gegen Bluthochdruck – dem stillen Killer – durch Änderung des Lebensstils – die DASH-Studie zur mediterranen Diät

Seit der Veröffentlichung der DASH-Studie im Jahr 1996 (Dietary Approaches to Stop Hypertension; NEJM Vol. 336: 1117–1124) wissen wir, dass eine Ernährung mit Obst, Gemüse, nur fettarmen Milch- und Eiweißprodukten eine signifikante Erniedrigung der Blutdruckwerte bewirken kann. So bewerten wir heute die sogenannte „Mediterrane Diät“ ergänzt durch eine gewisse Salzreduktion als optimale Ernährungsform für Patienten mit Bluthochdruck.

Als einfache Strategie zur Vorbeugung gegen Bluthochdruck genügt es manchmal schon, einige Kilo abzunehmen. Damit kann man den Blutdruck in den Normalbereich senken. Zusätzlich sollte man auch den Salzkonsum reduzieren, wobei man sich erfahrungsgemäß sehr rasch an weniger gesalzene Speisen gewöhnt.

Bewegung und Motivation zur Vorbeugung gegen Bluthochdruck – dem stillen Killer

Über die positiven Wirkungen von körperlicher Aktivität auf das Herz-Kreislauf-System, nicht nur bei Übergewichtigen, haben Forscher in den letzten Jahren viel publiziert. Das gilt genauso für den Einfluss von Stress-reduzierenden Maßnahmen.

Wesentliche Aufgabe ist Aufklärung und Motivation der Patienten, diese Maßnahmen – möglichst auch schon präventiv – durchzuführen. Gerade dabei wäre, wie schon erwähnt, die Wiedereinführung der sprechenden Medizin in unser Gesundheitswesen ein wichtiger Schritt.


Quelle: Vortrag zur Vorbeugung gegen Bluthochdruck von Dr. med. Marianne Koch bei der Pressekonferenz der Deutschen Hochdruckliga e.V. (DHL)® Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention, Welt-Hypertonie-Tag 2015.


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