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Eiallergie – eine frühkindliche Allergie, ausgelöst durch Eiweißstoffe im Ei

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Eine Eiallergie – gegen Eiweißstoffe im Ei – gehört zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien bei Säuglingen und Kleinkindern. Später verschwindet sie aber oft wieder.

Eine Eiallergie löst normalerweise die Symptome nach einigen Minuten bis einigen Stunden nach dem Konsum von Eiern oder eihaltigen Lebensmitteln aus. Die Anzeichen und Symptome können sich mild bis schwer präsentieren. Prinzipiell umfassen diese Symptome in erster Linie die Haut, deswegen kommt es zu Hautausschlägen und Nesselsucht. Doch auch eine verstopfte und laufende Nase mit Niesen sowie Erbrechen und andere Verdauungsprobleme wie Krämpfe und Übelkeit treten auf. Schließlich können auch typische Asthma-Symptome wie Husten und Keuchen sowie Atemnot entstehen.

In den meisten Fällen verschwindet die Eiallergie im Laufe der kindlichen Entwicklung wieder von selbst. Deswegen spricht man auch von einem Hinauswachsen aus der Allergie. Dementsprechend zeigen Studien auch, dass nahezu sieben von zehn Betroffenen die Eiweißstoffe ab dem 16. Lebensjahr wieder tolerieren. Denn mit zunehmendem Alter reift das Verdauungssystem und allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel treten seltener auf.

Allerdings kann in seltenen Fällen eine Eiallergie auch eine lebensbedrohliche Anaphylaxie verursachen.

Eiallergie beziehungsweise Allergie gegen Eiweißstoffe des Eis

Der Begriff Eiallergie wird oft widersprüchlich verstanden, da der klare Teil des Hühnereis auch als Eiweiß und das Gelbe als Eidotter bezeichnet wird. Jedoch bedeutet das nicht, dass bei Eiallergie gar kein Eiweiß mehr verzehrt werden darf. Denn die Allergie wird nur durch Eiweißstoffe des Eis ausgelöst und hängt meistens mit der Bildung von sogenannten IgE-Antikörpern zusammen. Diese vom Immunsystem gebildeten Antikörper sind wiederum für die allergische Reaktion verantwortlich.

Wann man einen Arzt aufsuchen sollte

Eltern sollten mit ihren Kindern dann einen Arzt aufsuchen, wenn das Kind kurz nach dem Verzehr von Eiern oder einem Ei-haltigen Produkt diese Anzeichen oder Symptome einer Nahrungsmittelallergie entwickelt. Idealerweise geschieht das, wenn die allergische Reaktion akut ist, da das bei der Diagnosestellung hilft.

Wenn dann der Arzt der Meinung ist, dass ein Risiko einer schwerwiegenden Reaktion beziehungsweise einer Anaphylaxie besteht, so kann er auch Notfall-Adrenalin verschreiben, dass oft mit einem Autoinjektor eingesetzt wird.

Grundsätzlich sollte man die betroffene Person mit der Eiallergie umgehend in eine Notfallambulanz bringen, sofern Anzeichen einer Anaphylaxie bestehen (und eben gleichzeitig gegebenenfalls auch das Notfall-Medikament einsetzen). Solche sind allwen voran eine Verengung der Atemwege, einschließlich eines geschwollenen Halses oder eines Klumpens im Hals, der das Atmen erschwert. Es können auch heftige
Bauchschmerzen und Krämpfe auftreten. Weiters sind ein schneller Puls, Schock mit starkem Blutdruckabfall sowie Schwindel, Benommenheit und sogar Bewusstseinsverlust empfunden zu beobachten.

Risikofaktoren für eine Eiallergie

Es bestehen bestimmte Faktoren, die das Risiko für eine Eiallergie erhöhen. Beispielsweise entwickeln Kinder mit Neurodermitis viel häufiger eine Nahrungsmittelallergie als Kinder, die keine dementsprechenden Hautprobleme haben.

Auch ist die Veranlagung von großer Bedeutung. Denn Kindern haben auch ein erhöhtes Risiko, wenn einer oder beide Eltern an Asthma, Nahrungsmittelallergien oder einer anderen Art von Allergie leiden. Dazu zählen beispielsweise auch Heuschnupfen, eine Nesselsucht sowie ein Ekzem.

Vorbeugende Maßnahmen

Es gibt einige Möglichkeiten, um eine allergische Reaktion auf Eier zu vermeiden sowie eine Verschlimmerung zu verhindern, sofern eine Eiallergie auftritt. Beispielsweise sollten Eltern die Lebensmittelbeschriftungen sorgfältig durchlesen, denn so manche Betroffene reagieren sogar auf Nahrungsmittel, die nur Spuren von Eiern enthalten.

Vorsicht ist auch beim Essen in öffentlichen Lokalen geboten. Oft sind auch die Anbieter nicht ganz sicher, ob ein Lebensmittel Eiproteine ​​enthält, wenngleich mittlerweile im EU-Raum eine Kennzeichnungspflicht besteht.

Schließlich sollten Betroffene auch ein Allergie-Armband oder eine Allergie-Halskette tragen. Dies ist vor allem in jenen Fällen besonders wichtig, wenn eine schwerwiegende Reaktion durch die Allergie zu erwarten ist.

Schließlich sollten Eltern auch die Lehrer beziehungsweise anderes Betreuungspersonal ihrer Kindern über eine bestehende Eiallergie informieren. Denn sonst könnte das betroffene Kind aus Versehen eihaltige Produkte konsumieren. Außerdem muss die Notfallsituation – nichtzuletzt auch mit Verwandte – erörtert werden.

Stillende Mütter von Kindern mit Eiallergie sollten übrigens ebenfalls den Ei-Konsum vermeiden, da der kindliche Organismus sonst die schädlichen Proteine ​​durch die Muttermilch erhält.

Quellen:

https://www.daab.de/ernaehrung/huehnerei-allergie/

https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/egg-allergy/symptoms-causes/syc-20372115


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