Medizin & Wissenschaft

Edoxaban verbessert die Prognose für Patienten mit Vorhofflimmern

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Der einmal täglich einzunehmende direkte Faktor Xa-Hemmer Edoxaban könnte betroffene Patienten helfen, die Prognose bei Vorhofflimmern zu verbessern.

Edoxaban wurde im Juni 2015 die EU-Zulassung erteilt für die Prävention von Schlaganfall. Dementsprechend verschreiben Ärzte den Xa-Hemmer Edoxaban zur Hemmung der Blutgerinnung bei systemischer Embolie bei erwachsenen Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern mit einem oder mehreren Risikofaktoren. Dazu zählen Herzinsuffizienz und Bluthochdruck, ein Alter von ≥75 Jahren. Außerdem Diabetes Mellitus, ein vorhergehender Schlaganfall sowie eine transitorische ischämische Attacke (TIA).

Zudem ist Edoxaban auch für die Behandlung von Tiefvenenthrombose (TVT) und Lungenembolie (LE) zugelassen. Schließlich kommt der Wirkstoff auch zur Prävention einer wiederkehrender Tiefvenenthrombose und einer Lungenembolie bei Erwachsenen zum Einsatz.

Aktuelle Daten bestätigten auch die Hypothese, dass Edoxaban bei Patienten mit Vorhofflimmern und Diabetes wirksam und sicher ist und damit sein Einsatz gerechtfertigt ist.

Aktuelle ESC-Leitlinien

Unter dem Strich unterstreicht die aktuelle Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) zum Management von Vorhofflimmern die Bedeutung der Prävention von Schlaganfall. Außerdem betont die Fachgesellschaft die Wichtigkeit einer dahingehender Implementierung eines integrierten Versorgungsansatzes in den Gesundheitssystemen.

Die aktuelle Leitlinie spiegelt zudem ältere Empfehlungen wider, die ebenfalls zum dringenden Handeln aufgefordert hatten. Denn so sollten Ärzte beziehungsweise Spezialisten die Auswirkungen von Vorhofflimmern (VHF) in Europa reduzieren können.

Jedenfalls schätzen Experten für Europa, dass die Prävalenz von Vorhofflimmern bis zum Jahr 2060 auf etwa 18 Millionen Fälle ansteigen und sich damit mindestens verdoppeln wird. (3) Hierbei könnte der Faktor-Xa-Inhibitor Edoxaban dazu beitragen, die Prognose für die betroffenen Patienten zu verbessern.

Führende medizinische sowie gesundheitsökonomische Experten weisen auf den großen Bedarf einer verbesserten Vorhofflimmern-Detektion sowie Vorhofflimmern-Diagnose hin. Dementsprechend sollte sich das öffentliche Bewusstsein für Vorhofflimmern verbessern sowie ein stichprobenartiges bzw. gezieltes Screening auf Vorhofflimmern eingeführt werden. Schließlich ist auch Bedarf für eine kontinuierliche Verbesserung der personalisierten Behandlung auf der Grundlage von Biomarkern gegeben.

Empfehlungen zu medikamentösen Therapien mit Edoxaban, Apixaban, Dabigatran sowie Rivaroxaban sowie anderen interventionellen Behandlungsoptionen der Schlaganfallprophylaxe von Vorhofflimmern-Patienten

Schließlich weisen die Empfehlungen für die Gesundheitssysteme auf die aktuelle Evidenzlage zur Effektivität der medikamentösen Therapien sowie zu anderen interventionellen Behandlungsoptionen der Schlaganfallprophylaxe von Vorhofflimmern-Patienten hin.

Daher präferiert die aktuelle ESC-Leitlinie – in Übereinstimmung damit sowie entsprechend den jüngsten therapeutischen Entwicklungen – die Anwendung der Nicht-VKA oralen Antikoagulanzien (NOAKs) gegenüber den Vitamin-K-Antagonisten zur Prophylaxe von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern-Patienten (Klasse-IA-Empfehlung). Schließlich gehören zu den NOAKs bei Vorhofflimmern die Arzneistoffe Edoxaban, Apixaban, Dabigatran sowie Rivaroxaban.


Literatur:

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