Medizin & Wissenschaft

Mit einer Heilpflanze gegen Krämpfe: Hoffnung durch CBD, Cannabidiol

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Wer an Krämpfen leidet, kann auf eine Linderung durch CBD hoffen. Der breite Wirkkomplex von CBD passt auf viele Ursachen von Myalgien.

Krämpfe (Myalgien) sind keine gern gesehenen Gäste. Kommen sie nur gelegentlich, dann lässt sich mit ihnen sicherlich leben. Sobald das Problem aber regelmäßige Züge annimmt, wird die Belastung so massiv, dass der Gang zum Arzt ansteht.

Doch leider entsprechen die Erfolge der eingesetzten Behandlung oft nicht den Erwartungen. Patienten empfinden die Hilfe als unzureichend und die Wirkung als schleppend. Da ist der Wunsch verständlich, nach Alternativen zu suchen. Eine dieser Alternativen ist CBD, dass bei Krämpfen gut als CBD Öl eingenommen oder als CBD Salbe in die verhärtete Muskulatur einmassiert werden kann. Im Online-Handel gibt es CBD Produkte bzw. CBD Öle bei diversen Herstellern.

Die Symptome bei Krämpfen

Krämpfe betreffen immer die Muskeln, weswegen im Zusammenhang mit Krämpfen von Muskelkrämpfen gesprochen wird. Der Mensch verfügt insgesamt über rund 650 Muskeln. Die Anzahl der Muskel variiert geringfügig von Person zu Person. Bei einem Krampf ziehen sich die betroffenen Muskeln unwillkürlich zusammen. Dies führt beim Betroffenen je nach Krankheitsbild und Schweregrad zu Symptomen wie Kribbeln, Stechen, Taubheitsgefühle, Steifheit und Schmerzen. Nach kurzer Zeit sind die Anfälle in der Regel vorbei, was Betroffene mit schweren Verläufen aber kaum beruhigen kann. Sie wissen nur allzu gut: Nach dem Anfall ist vor dem Anfall.

Die Ursache von Krämpfen

Vielfältig sind die Ursachen von Krämpfen. Die Entstehung kann zum Beispiel durch einen zu niedrigen Spiegel an Kalium und Magnesium begründet sein, denn beide Mineralstoffe haben die Aufgabe, für einen reibungslosen Übergang der Muskeln zwischen Anspannung und Entspannung zu sorgen. Außerdem werden Krämpfe begünstigt, wenn die Muskeln zu wenig mit Sauerstoff versorgt oder entzündet sind. Dies hat nicht nur organische Ursachen, sondern kann auch auf dauerhafte Fehlbelastungen bestimmter Muskelgruppen zurückzuführen sein.

Eine dauerhaft ungünstige Sitzhaltung ist für die Entstehung von Krämpfen typisch. Krämpfe wurden deshalb früher als Sekretärinnen-Krankheit bezeichnet. Wie wir alle wissen, muss man heute kein Sekretär mehr sein, um in ungesunder Manier zu lange im Sitzen seine Arbeit zu verrichten. Auch belastende Einwirkungen auf den Muskel durch Sport und körperlich schwere Arbeit können die Entstehung von Krämpfen begünstigen. Besonders belastend sind schließlich chronische muskuläre Erkrankungen wie Fibromyalgie, Spastiken, das Tourette-Syndrom, das Dravet-Syndrom, das Restless-Legs-Syndrom (RLS) und Multiple Sklerose (MS).

CBD wirkt ganzheitlich gegen Krämpfe

CBD ist sicherlich kein Wundermittel gegen Krämpfe und die selbstverantwortliche Behandlung ersetzt nicht den offiziellen Weg über das Gesundheitssystem. Als schonende Alternative kann CBD aber durchaus ein erfolgversprechendes Mittel sein, was auch in Studien bei Teilnehmern mit Krämpfen belegt wurde. CBD ist kein spezifischer Wirkstoff gegen Krämpfe, besitzt als ganzheitlicher Wirkstoff aber seine Vorzüge, denn das Spektrum von CBD gegen Krämpfe ist breit gefächert, was die Chance auf eine Response der Erkrankten erhöht.

Kampf dem Stress mit CBD

Zunächst trägt CBD zu einem besseren Allgemeinbefinden bei. Personen mit Stress, die nicht mehr richtig entspannen können, leiden zum Beispiel oft an Krämpfen. Hier kommen nun die stresslösenden, schlaffördernden und beruhigenden Eigenschaften von CBD ins Spiel, die im gesamten Tagesverlauf zu einem entspannteren Allgemeinbefinden und damit zu einer entspannteren Körperhaltung führen können.

Schmerzen beschleunigen das Krankheitsbild

Die CBD Wirkung gegen Schmerzen gehört zu den auffälligsten Eigenschaften der Hanfpflanze. Studien zeigten, dass immer dann mit einer Wirkung zu rechnen ist, wenn es nicht um akute Schmerzen, sondern um chronische Schmerzen geht. Beim CBD fanden Wissenschaftler heraus, dass die schmerzlösenden Eigenschaften von CBD mit einer Unterdrückung der Schmerzweiterleitung zu tun haben, die mit dem Vanilloid-System des Menschen in Verbindung steht.

Noch in den 1920er Jahren basierten rund 80 % aller Schmerzmittel auf diesem System und bedienten die Vanilloid-Rezeptoren für den Wirkeintritt. Wichtig zum Verständnis ist, dass es dabei nicht nur darum geht, die Symptome von CBD einzuhegen ohne die Ursache zu bekämpfen. Vielmehr gehen bei Krämpfen Symptome und Ursachen oft eine Wechselwirkung miteinander ein, weil die Angst vor Schmerzen, die mit ihnen verbundene Schonhaltung und die mit den Schmerzen einhergehende Immobilität das Krankheitsbild verschlimmern.

CBD ist antioxidativ und entzündungshemmend

Ein dritter möglicher Wirkmechanismus von CND gegen Krämpfe hängt mit der entzündungshemmenden Wirkung von CBD zusammen. Wie erläutert sind Entzündungen in der Muskulatur eine mögliche Ursache von Krämpfen. CBD kann nun die Entzündungen auch in der Muskulatur beseitigen. Außerdem wirkt CBD als Antioxidans gegen oxidativen Stress. Im Rahmen der engen Verzweigungen des ECS mit dem Immunsystem kann das Cannabidiol bei einer Bedrohung des Organismus eine Schutzfunktion der körpereigenen Abwehrkräfte einleiten, durch welche die entzündungsfördernden freien Radikalen beseitigt werden.


Literatur:

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