Medizin & Wissenschaft

Die Tropische Riesenzecke wandert immer öfter in unseren Breiten an

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Die tropische Riesenzecke, die das Zecken-Fleckfieber und das Krim-Kongo-Fieber übertragen kann, trat in unseren Breiten bereits 2018 vereinzelt auf.

Die vielen, durch einen Zeckenstich übertragenen Erkrankungen im Jahr 2018 spiegeln sich auch in der Zeckenaktivität wider. So konnte man in vielen Gegenden in unseren Breiten eine erhöhte Aktivität der Zecken feststellen. Dies könnte Folge einer höheren Zeckendichte sein. Dazu gibt es auch Hinweise, die einen allgemeinen Trend zu einer höheren Zeckenaktivität in den letzten Jahren zeigen. Forscher glauben beispielsweise, dass eine bessere Verfügbarkeit von Wirtstieren wie Wildtiere und Mäuse dafür mitverantwortlich ist. Die höheren Erkrankungszahlen könnte man aber auch darauf zurückführen, dass sich Menschen und Tiere mehr als üblich im Freien aufhalten. Seit kurzem bedroht außerdem die Tropische Riesenzecke – eine neue Zeckenart der Gattung Hyalomma – die Gesundheit von Tieren und Menschen.

Die tropische Riesenzecke erobert vereinzelt Deutschland und Österreich

Die tropische Riesenzecke trat bereits 2018 vereinzelt in Deutschland und Österreich auf. Wobei sie normalerweise in tropischen, beziehungsweise subtropischen Gebieten vorkommt. Jedenfalls ist die tropische Riesenzecke dafür bekannt, das Zecken-Fleckfieber sowie das Krim-Kongo-Fieber zu übertragen.

Transportmittel Zugvögel

Die Nymphen, Jungtiere, dieser Zeckenart befördern wahrscheinlich im Frühjahr die Zugvögeln aus dem Süden zu uns. Und da es 2018 sehr warm war, konnte sich die tropische Riesenzecke auch sehr gut hier etablieren.

Schließlich konnte man bei einigen Exemplaren auch die Zecken-Fleckfieber-Erreger nachweisen. Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass 2018 auch Menschen am Zecken-Fleckfieber erkrankten. Übrigens konnte man keine Erreger des Krim-Kongo-Fiebers nachweisen.

Unter dem Strich sind Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes exotische Zeckenarten, die hauptsächlich in Südeuropa, Afrika sowie Nahostasien vorkommen. In den letzten Jahren wurden diese Zeckenarten in unseren Breiten sporadisch gefunden. Sie gehören zwar nicht zur autochthonen Zeckenfauna, können sich allerdings unter geeigneten Wetterbedingungen vom Nymphen-Stadium zum Erwachsenenstadium weiterentwickeln. Demenstprechend könnten importierte Hyalomma-Zecken zukünftig auch exotische Krankheiten übertragen.

Literatur:

Chitimia-Dobler et al. Imported Hyalomma ticks in Germany in 2018. Parasit Vectors. 2019; 12: 134.
Published online 2019 Mar 26. doi: 10.1186/s13071-019-3380-4


Quelle: Veterinärmedizinische Universität Wien


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