Medizin & Wissenschaft

Neues Punktesystem zur Prognose von Demenz

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Ein neues Hilfsmittel zur Prognose von Demenz soll helfen, die Entwicklung potenzieller kognitiver Schwächen im Alter vorauszusagen.

US-amerikanischen Wissenschaftern ist es gelungen, ein Punktesystem zu entwickeln, welches es ermöglicht das Risiko für Gedächtnis- und Denkschwächen, welche später in eine Demenz münden könnten, zu beurteilen beziehungsweise mittels einer Prognose vorherzusagen. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Experten kürzlich in Neurology, ein medizinisches Fachjournal der American Academy of Neurology.

Faktoren für kognitive Störungen zur Prognose von Demenz

„Unser Ziel war es Gedächtnisschwächen so früh wie möglich zu erkennen,“ so Studienautor Dr. Ronald C. Petersen, Wissenschafter an der Mayo Clinic in Rochester und Mitglied der American Academy of Neurology. „Jene Faktoren zu verstehen, die es uns ermöglichen, frühe Stadien sogenannter leichter kognitiver Beeinträchtigungen vorherzusagen, ist von großer Bedeutung, denn genau diese Patienten sind besonders Demenz gefährdet.

Punktesystem zur Prognose von Demenz

Das Punktesystem zur Prognose von Demenz umfasst diverse Faktoren, die der jeweiligen Krankengeschichte des Patienten rasch zu entnehmen sind. Beispielsweise gehören dazu die Dauer der Ausbildung, vorhergehende Erkrankungen wie Schlaganfall oder Diabetes sowie Zigarettenkonsum. Ebenfalls mit einbezogen wurden Informationen, die im Zuge von Klinikbesuchen dokumentiert wurden. Darunter waren Ergebnisse kognitiver Tests sowie das Vorliegen von Depressionen oder Angstzuständen.

Je nachdem wie stark sich die einzelnen Faktoren auf das Risiko für kognitive Schwächen auswirken, wurden sie mit einer bestimmten Wertung versehen. Zum Beispiel erhöhte eine Diabetes-Diagnose vor dem 75. Lebensjahr die Risikobewertung um 14 Punkte. Eine geringe Ausbildungsdauer von 12 oder weniger Jahren hingegen, erhöhte das Risiko um lediglich zwei Punkte.

Faktoren wie Alter, Herzgesundheit, Depression oder Angststörungen, die zu Beginn der Studie festgestellt wurden, trugen am meisten zu einer Risikoerhöhung bei.

Demenzrisiko möglichst früh einschätzen

Dieses entwickelte System zur Risikobewertung potenzieller kognitiver Beeinträchtigungen im Alter ist eine kostengünstige und einfache Methode zur Prognose von Demenz. Sie erleichtert es Ärzten, das Demenzrisiko einzelner Patienten möglichst früh einzuschätzen und je nachdem wie diese Erstbewertung ausfällt, kann der Arzt weitere Untersuchungen zur Beurteilung von Denk- und Gedächtnisleistung veranlassen.


Literatur:

Tangalos EG, Petersen RC. Mild Cognitive Impairment in Geriatrics. Clin Geriatr Med. 2018 Nov;34(4):563-589. doi: 10.1016/j.cger.2018.06.005. Epub 2018 Aug 21. PMID: 30336988.


Quellen:

http://www.mayo.edu/research/faculty/petersen-ronald-c-m-d-ph-d/bio-00078363


Bildquellen & Copyright

AdobeStock 171437031


Ganzen Artikel lesen
Cookie