Medizin & Wissenschaft

Schwarzer Pfeffer mit seinem Piperin auch als Schlankmacher

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Schwarzer Pfeffer enthält vor allem auch das Piperin, das den scharfen Pfeffergeschmack verursacht und auch als Schlankmacher wirken soll.

Forscher aus Korea berichteten im „Journal of Agricultural and Food Chemistry“, der Schwarzer Pfeffer-Würzstoff Piperin würde neben der scharfen auch als Schlankmacher wirken. Er hemmt die Bildung neuer Fettzellen im Körper. „Bestätigen weitere Studien den Effekt, könnte man es künftig in der Behandlung von Adipositas und anderen Stoffwechselkrankheiten einsetzen”, berichtet Studienleiter Ui-Hyun Park von der Sejong Universität in Seoul.

Schwarzer Pfeffer in der Geschichte

Schon seit 4000 Jahren wird Schwarzer Pfeffer verwendet und ist noch immer eines der beliebtesten und bekanntesten Gewürze. In Europa war er seit der Antike bekannt, er kam über Persien nach Europa. Jahrhundertelang galt er als begehrtestes und teuerstes Gewürz und so konnten sich nur reiche und wohlhabende Bürger Pfeffer leisten.

Sehr lange musste Schwarzer Pfeffer auf dem Landweg nach Europa transportiert werden. Dabei entwickelte sich Venedig bis zu Beginn der Neuzeit hierzu zum wichtigsten Umschlagplatz für den Pfeffer. Deswegen diktierten die Venezianer auch europaweit die Pfefferpreise.

Schließlich war Schwarzer Pfeffer aber auch der Grund für viele Entdeckungsreisen. Denn der Wunsch, ihn selbst zu importieren, war in vielen Ländern groß. Doch erst Vasco da Gama fand den Seeweg nach Indien. Damit übernahmen die Portugiesen den Pfefferhandel für rund 100 Jahre.

Heute werden jährlich weltweit etwa 300.000 Tonnen Pfeffer produziert. Hauptanbaugebiete sind Vietnam, Indonesien, Indien, Brasilien und Malaysia.

Die unterschiedlichen Pfeffersorten

Weiße, grüne und schwarze Pfefferkörner stammen vom selben Strauch.

Grüner Pfeffer sind unreif geerntete Früchte, werden meist in Salzlake oder Essig eingelegt oder gefriergetrocknet.

Weißer Pfeffer besteht aus reifen (roten) Pfefferkörnern, die man für eine Woche in Wasser eingelegt. Infolge entfernt man die von der roten Fruchtwand. Danach trocknet man die Körner getrocknet.

Schwarzer Pfeffer entsteht aus den halbreifen (grünen) Früchten, die getrocknet und fermentiert werden, dadurch erhalten sie ihre schwarze Farbe.

Botanischer Blickpunkt

Der Pfefferstrauch (Piper nigrum), auch schwarzer Pfeffer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae) und eine ausdauernde, verholzende Kletterpflanze. Diese wächst an Bäumen empor und kann rund 10 Meter hoch werden. Die kleinen unauffälligen Blüten stehen in Ähren, daraus entwickeln sich nach der Befruchtung Steinfrüchte. Von einer Pfefferpflanze kann man zweimal jährlich Pfeffer ernten. Die Pflanzen bleiben bis zu 30 Jahre ertragreich.

Schwarzer Pfeffer als Heilpflanze

Als Heilpflanze dienen die ausgewachsenen, aber immer noch grünen, ungeschälten und getrockneten Früchte. Die Wirkstoffe sind scharf schmeckende Säureamide, vor allem Piperin. Weiter ätherisches Öl mit Limonen, Sabinen, Caryophyllen sowie auch Safrol.

Der scharf schmeckende Geschmack des Pfeffers kommt zustande, indem vor allem das Piperin sowohl die Wärme- als auch die Schmerzrezeptoren erregt. Das regt wiederum den Speichel und den Magensaft an. Übrigens schüttert der Organismus dadurch auch bestimmte Verdauungsenzyme aus.

Schließlich war Schwarzer Pfeffer in den letzten Jahren immer wieder Gegenstand vieler wissenschaftlicher Studien. Dabei entdeckten die Forscher zahlreiche positive Effekte wie antioxidative und antimikrobielle. Zusätzlich soll Schwarzer Pfeffer Entzündungen hemmen und sogar gegen Krebs positive Effekte entfalten. Schließlich ist er gut gegen verschiedene Magen-Darm-Beschwerden und bietet auch Wirkungen gegen Depressionen. Das Piperin beeinflusst auch das sogenannte p-Glycoprotein und viele andere Enzymsysteme.

Literatur:

Butt MS, Pasha I, Sultan MT, Randhawa MA, Saeed F, Ahmed W.: Black pepper and health claims: a comprehensive treatise. Crit Rev Food Sci Nutr. 2013;53(9):875-86. doi: 10.1080/10408398.2011.571799.

Meghwal M, Goswami TK.: Piper nigrum and piperine: an update. Phytother Res. 2013 Aug;27(8):1121-30. doi: 10.1002/ptr.4972. Epub 2013 Apr 29


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