Medizin & Wissenschaft

Infektionskrankheit Tollwut – tödliche Gefahr für Mensch und Tier

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Tollwut ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit, bei der der Befall des zentralen Nervensystem für Mensch und Tier eine große Gefahr darstellt.

Der Tollwut-Erreger wird vor allem durch Tierbisse übertragen und stellt für Mensch und Tier eine große Gefahr dar, weswegen man die Impfung dagegen haben sollte. Denn wenn die Virus verursachte Infektionskrankheit Tollwut bei Mensch und Tier eine akute, tödliche Enzephalitis (Gehirnentzündung) verursacht, dann endet sie einmal ausgebrochen immer tödlich. Wobei auch das Belecken oder der Kontakt mit speichelbenetzter Oberfläche für eine Übertragung der Viren genügen kann, um die seit Jahrtausenden bekannte Viruserkrankung zu verursachen.

Gefahr Tollwut: Weltweit jährlich zehntausende Todesfälle durch Tollwut

Jedes Jahr sterben etwa 55.000 Menschen weltweit an Tollwut, in vielen Gegenden – speziell in der dritten Welt – verbreiten allen voran streunende Hunde die gefährliche Tollwutinfektion.

Städte-Reisende und Strandurlauber sind somit durch solche Hunde gefährdet und sie sollten sich eigentlich vor Urlaubsantritt unbedingt vorbeugend gegen Tollwut impfen lassen, um ausreichend geschützt zu sein.

Doch Faktum ist, dass unter fünf Prozent der in Risikogebiete reisende Menschen gegen Tollwut geimpft sind.

In unseren Breiten kann ein moderner und gut verträglicher Impfstoff (– mit dem Wirkstoff des inaktivierten Tollwut-Virus – eingesetzt werden. Nach drei Impfungen innerhalb eines Monats ist man geschützt, wobei alle zwei bis fünf Jahre eine Auffrischungsimpfung gemacht werden sollte – so die Fachinformation.

Wenngleich die Tollwut in Europa nicht so häufig auftritt, sollten vor allem Menschen aus den Berufsgruppen wie Jäger, Tierärzte und deren Mitarbeiter, Tierhändler und -pfleger, Tierpräparatoren usw. besonders vorsichtig sein.

Laut WHO kommen 99 % der durch Tollwut verursachten Todesfälle aus den Entwicklungsländern: in Asien (56 %) und Afrika (44 %). Indien ist das Land mit den meisten Tollwut bedingten Todesfällen, es hat 35 % aller Fälle weltweit. 40 % der Opfer von Tierbissen von mutmaßlich mit Tollwut infizierten Tieren sind Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren.

Merkmale von mit Tollwut infizierten Tieren

Oft merkt man gar nicht, ob ein Tier Tollwut hat – bis es beißt. Tatsache ist, dass grundsätzlich alle Säugetiere tollwütig sein können. Hunde und Katzen sind die häufigsten Überträger. Regional gibt es aber Unterschiede in der Bedeutung verschiedener Tierarten für das Tollwutrisiko:

  • in Entwicklungsländern vor allem streunende Hunde, seltene Katzen und Affen;
  • in Europa der Fuchs
  • in Nordamerika Waschbären, Stinktiere und Kojoten
  • vor allem in Mittel- und Südamerika und seltener in Europa Fledermäuse

Erste Maßnahmen wie Impfung bei Verdacht auf Tollwut

Bei Verdacht auf Tollwut muss man sofort ins nächste Krankenhaus. Wundreinigung und Desinfektion mit Wasser, Seife, Alkohol oder Jod von mindestens 15 Minuten ist zu empfehlen. Auch eine rasche nachträgliche Impfung vor Ausbruch der Tollwut ist erforderlich.

Bei jenen, die keine vorbeugende Tollwut-Impfung ­erhalten haben, ist das Zeitfenster für die medizinische Intervention geringer. Außerdem wird hier simultan eine Behandlung mit Immunglobulinen durchgeführt, um die Immunabwehr zu unterstützen.

Durch diese Maßnahmen ist es in Europa und den USA gelungen, die Zahl der Tollwut-Toten drastisch zu reduzieren. Doch in vielen Ländern ist die Situation wesentlich schwieriger, da qualitative Immunglobuline selten oder Impfstoffe und Immunglobuline nicht rasch genug verfügbar sind.


Literatur:

Ron Koury; Steven J. Warrington. Rabies. StatPearls [Internet]. Last Update: December 16, 2019.


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