Medizin & Wissenschaft

Kümmelöl – wirksame bei Blähungen, Reizmagen, Reizdarmsyndrom etc.

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Kümmelöl kann gegen Koliken und als Karminativum gegen Blähungen bei Kleinkindern und Babys helfen. Es lindert auch Beschwerden bei Reizdarmsyndrom.

Echter Kümmel – Carum carvi – wird traditionell einerseits zur Behandlung von Verdauungsstörungen, bei Lungenentzündung. Andererseits hat sich vor allem seine milchtreibende (galaktagoge) und karminative Wirkung sehr bewährt. Außerdem kann man Kümmel gegen Zahnschmerz, Spannungskopfschmerz und Migräne sowie bei Bluthochdruck anwenden. Das Kauen der Körner soll übrigen schlechten Mundgeruch entgegenwirken. Das Kümmelöl – Carvi aetheroleum genannt – wird in Kombination mit Pfefferminzöl oder Menthol in klinischen Studien zur Behandlung von Reizmagen verwendet. Kümmelöl topisch auf Bauch lindert die IBS-Symptome bei Patienten. Obwohl die Verwendung von Kümmelöl bei Erwachsenen unter 18 Jahren aufgrund unzureichender Daten nicht empfohlen wird, kann es topisch als Mittel gegen Koliken und als Karminativum bei Kindern oder Säuglingen angewendet werden. Auch Würmer soll man damit bekämpfen können.

Kümmeltee und Kümmelöl

Ein Aufguss mit zwei Teelöffel Kümmel – in einem Gefäß kurz angestoßen, damit eingeschlossene ätherische Öl austreten kann – sollte man in einer Tasse mit siedendem Wasser abdecken. Damit kann das ätherische Öl nicht entweichen. Danach lässt man ziehen und nach etwa zwölf Minuten ist der Kümmeltee fertig. Diesen sollte man dann beispielsweise bei Magen-, Darm- und Herzbeschwerden etwa zwei bis dreimal täglich trinken. Man kann stattdessen aber auch ein bis drei Tropen Kümmelöl auf ein Stück Würfelzucker geben und einnehmen.

Kümmelöl – ein Allrounder

Aus den Früchten der Kümmel-Pflanzen kann man mittles Wasserdampfdestillation das Kümmelöl  gewinnen. Dabei besteht dieses zu rund 60 Prozent aus dem Terpen Carvon, dem hauptsächlich die Wirkungen des Kümmels zugeschrieben wird.

Die antimikrobielle Aktivität von ätherischem Kümmelöl soll in der Lage sein, Entzündungen einzudämmen und  sogar vor Darmkrebs zu schützen. Ein Studie aus dem Jahr 2011 zeigte, dass sich durch das ätherische Öl weniger anomale Drüsen in der Darmschleimhaut gebildet hatten – der Vorstufe der Darmpolypen.

Das Kümmelöl kann man auch bei Massagen oder als Badezusatz einsetzen. Dabei darf man eine erfrischende und belebende Wirkung zu erwarten ist.

Gegen Blähungen bei Säuglingen und Kleinkindern und andere Magen-Darmbeschwerden

Bei Blähungen und Krämpfen im Magen-Darmbereich gilt der Kümmel als die wirkungsvollste Heilpflanze. So kann Kümmelöl in einer zehnprozentigen Lösung vermischt mit fettem Öl bei Blähungen helfen. Man reibt es einfach am Bauch ein. Die Mischung sollte bei Säuglingen und Kleinkindern 1 Tropfen Kümmelöl mit 20 ml Olivenöl, bei Erwachsenen 6 Tropfen Kümmelöl mit 24 ml Olivenöl betragen.

Allgemein soll auch Kümmelöl Magenkrämpfe lösen und Verdauungsbeschwerden verhindern. Dementsprechend hilft es auch beim Roemheld-Syndrom (Herzbeschwerden durch zuviel an Gas im Magen- und Darmtrakt) und beim Reizdarmsyndrom. So empfanden beispielsweise zwei Drittel der Patienten äußerliche Kümmelölpackungen als als gut oder sehr gut wirksam.

Wann Vorsicht geboten ist

In der Schwangerschaft und der Stillzeit sollten Frauen auf Kümmelöl verzichten. Außerdem kann das ätherische Öl, wenn es zulange in hohen Dosen eingesetzt wird, die Leber und die Nieren schädigen. Wenn Asthmapatienten die ätherischen Öle von Kümmel inhalieren, kann das ein Asthmaanfall auslösen.

Jedenfalls gibt es auch giftige Kümmel-Arten. Wenn man die Pflanzen nicht sehr gut kennt, sollte man deswegen eher die Finger davon lassen.

Literatur:

Mohaddese Mahboub. Caraway as Important Medicinal Plants in Management of Diseases. Nat Prod Bioprospect. 2019 Feb; 9(1): 1–11. Published online 2018 Oct 29. doi: 10.1007/s13659-018-0190-x


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