Medizin & Wissenschaft

Glukosemessung richtig machen: neue Empfehlungen

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Das Diabetes-Selbstmanagement ist in der Behandlung der betroffenen Patienten lebenswichtig. Deswegen spielt die richtige Glukosemessung eine entscheidende Rolle.

Unter dem Strich müssen die Diabetes-Patienten ihre Diabetestherapie selbstverantwortlich umsetzen. Denn das ist die Voraussetzung für eine gute Blutzuckereinstellung und für eine hohe Lebensqualität der Patienten. Deswegen lernen sie der Diabetes-Schulung eigenständig mit der Krankheit umzugehen. Hierzu liefern DiabetesberaterInnen und DiabetesassistentInnen ihr Wissen zum Selbstmanagement sowie zur Glukose-Selbstkontrolle und der Glukosemessung. Wie die Glukosemessung korrekt durchgeführt wird, darüber klärt jetzt ein online verfügbarer aktueller Leitfaden auf.

Zwei Methoden zur Glukosemessung

Jedenfalls spielt das Glukosemonitoring in der Therapie von Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 eine große Rolle. Vor allem die Diabetes-Patienten, die Insulin spritzen und die Dosis selbstständig an den Bedarf anpassen, müssen täglich ihren Glukosespiegel messen. Nur so können sie eine Stoffwechselentgleisung vermeiden. Dazu stehen dabei zwei Methoden zur Verfügung.

  • Einerseits die Selbstmessung des Glukosewertes im Kapillarblut mithilfe eines kleinen Blutzuckermessgeräts sowie einer Stechhilfe (SMBG).
  • Weiter die kontinuierliche Glukosemessung (CGM bzw. FGM), bei der mithilfe von Sensoren über eine dünne Nadel im Unterhautfettgewebe rund um die Uhr die Gewebezuckerwerte gemessen werden.

Der neue Leitfaden enthält zu beiden Arten der Glukosemessung detaillierte Informationen, Anleitungen zur Durchführung, aber auch Hinweise zu möglichen Fehlern, die bei den Messungen gemacht werden können.

Die klassische Selbstmessung bringt auch bei Diabetes Typ 2 große Vorteile

Die klassische Selbstmessung des Blutzuckerspiegels kommt sowohl bei Diabetes Typ 1 als auch bei Diabetes Typ 2 zum Einsatz. Vor allem sofern der Messwert eine konsequente Handlung erfordert.

Menschen mit Diabetes Typ 2 sollten ihre Stoffwechsellage in erster Linie mit einem veränderten Lebensstil sowie mit oralen Antidiabetika erreichen. Im Grunde genommen ist das Risiko einer Unterzuckerung bei diesen Patienten geringer. Deshalb ist eine kontinuierliche Glukosemessung meist nicht notwendig.

Bei Maßnahmen mit einem veränderten Lebensstil durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßiger Bewegung bietet allerdings die klassische Selbstmessung die unverzichtbare Möglichkeit, die Wirksamkeit der Lebensstiländerungen zu überprüfen.

Die kontinuierliche Glukosemessung bei Diabetes Typ 1

Im Grunde genommen kommt die kontinuierliche Glukosemessung vor allem bei Menschen mit Diabetes Typ 1 zum Einsatz. Dazu erleichtern heutzutage die Geräte zur kontinuierlichen Glukosemessung, kurz CGM/FGM, den Alltag der Betroffenen und den Umgang mit der chronischen Erkrankung sehr.

Die verschiedenen Geräte bieten eine Fülle an Zusatzinformationen und bieten einen Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Glukoseverlaufs. Die Patienten erfahren dank der kontinuierlichen Glukosemessung, wie sich ihre Gewebezuckerwerte im Tages- und Nachtverlauf verändern. Da kann sie rechtzeitig alarmieren, wenn Unter- oder Überzuckerungen drohen.

Diabetes-Schulung

Damit die Blutzucker-Selbstkontrolle korrekt durchgeführt, müssen die Diabetes-Patienten geschult werden. Dadurch können sie infolge die technischen Hilfsmittel sicher anwenden und eine erfolgreiche Therapie erreichen. Dabei ist es auch wichtig, dass die Patienten die gemessenen Blutzuckerwerte richtig interpretieren und einschätzen können. Sie sollten auch in der Lage, eventuell notwendige Konsequenzen zu ziehen. Dazu zählt beispielsweise das zusätzliche Spritzen von Insulin bei einer Überzuckerung. Aber auch die Behandlung mit schnellwirksamen Kohlenhydraten bei niedrigen Blutzuckerwerten.

Mit dem neuen Leitfaden zur Glukose-Selbstkontrolle in Beratung und Therapie gibt der VDBD, der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland, den Diabetesberaterinnen und Diabetesassistentinnen und weiteren Health Care Professionals fachlich fundierte Informationen zum Thema an die Hand. Damit die Beraterinnen das Wissen im Alltag gut anwenden und an ihre Patienten weitergeben können, wird der Leitfaden durch praxisnahe Tipps ergänzt. Zwar richtet sich der Leitfaden in erster Linie an Fachkräfte in der Diabetesversorgung. Aber auch Diabetes-Patienten enthalten darin wertvolle Hinweise und gut verständliche Hilfestellungen.

Quelle:

Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) (2019): Leitfaden zur Glukose-Selbstkontrolle in Beratung und Therapie.


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