Medizin & Wissenschaft

Musiktherapie zur Schmerzbehandlung wirkungsvoll

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Die häufig unterschätzte Musiktherapie kann bei chronischen Schmerzen die Schmerzbehandlung effektiv unterstützen, sie wirkt aber auch z.B bei Parkinson.

Bereits in der Antike wussten die Menschen, dass die wohltuende Wirkung von Musik auch zur Behandlung diverser Leiden hilft. So ließ etwa der alttestamentarische König Saul den Harfenspieler David zur Linderung seiner Schwermut herbeirufen. Auch in der griechischen Medizin setzten Ärzte die Musiktherapie in Form von Heilgesängen ein, um die Beschwerden ihrer Patienten zu lindern. 

Aus wissenschaftlicher Sicht konnten zahlreiche Studien zeigen, dass die Musiktherapie im Körper einen heilsamen Hormon-Cocktail freisetzt. Dieser hilft bei der Linderung von Schmerzen und kann so das Wohlbefinden steigern.

Musiktherapie beeinflusst positiv die Hormonproduktion

Jedenfalls bezeichnen wir gerne Musik als gute Droge. Denn die Musik entspannt und verbessert die Stimmung der Menschen. Dabei aktiviert sie eine ganze Reihe körpereigener Hormone. Beispielsweise sorgen schon ein paar Takte harmonischer Musik für die vermehrte Ausschüttung der Glückshormone Serotonin und Dopamin. Zudem steigt auch der Oxytocin-Spiegel, der unter anderem für die Glücksgefühle während des Stillens sorgt. Gleichzeitig ist bereits nach wenigen Minuten deutlich weniger vom Stresshormon Cortison im Blut nachweisbar.

Wenngleich bislang ungeklärt ist, wie Musik im Einzelnen wirkt, so zeigen dennoch etliche aktuelle Untersuchgen, dass bereits das selektive Hören von bestimmter standardisierter Musik sowohl bei akuten als auch bei chronischen Schmerzen sowie bei Parkinson bzw. bei Stress eine deutliche Verbesserung bringt.

Dementsprechend passt Musik zu modernen Therapiekonzepten in der Schmerzmedizin, die sich nicht ausschließlich auf die medikamentöse Therapie beziehen. So empfehlen immer mehr Experten, dass man wirksame Komplementärmethoden wie eben die Musikstimulation einsetzen soll.

Musiktherapie als wirksame Schmerzbehandlung

Die positiven Effekte der Musiktherapie zeigte sich beispielsweise in einer Studie mit 65 Patienten, die an schmerzhaften Wirbelsäulensyndromen litten. Dabei wurden alle Patienten einerseits mit den gleichen Medikamenten und einer standardisierten Physiotherapie behandelt. 

Eine Hälfte von ihnen erhielten aber zusätzlich eine Musiktherapie mittels CD-Spieler und Kopfhörer. Damit hörten sie täglich 25 Minuten Musik und eine vorangestellte Entspannungsanleitung.

Nach drei Wochen waren die Unterschiede signifikant. Während die Schmerzen in der Musiktherapie-Gruppe durchschnittlich um 50 Prozent reduziert werden konnten, war in der Kontrollgruppe ein Rückgang von nur zehn Prozent messbar. Ebenso hatte sich auch die Schlafqualität der Musiktherapie-Patientten deutlich stärker verbessert.

Eine weitere Untersuchung konnte zeigen, dass bei Patienten, die am Tag vor sowie rund um eine Operation Musik und Entspannungsanleitung hörten, der Verbrauch von Schmerzmitteln um 54 Prozent und jener an Schlafmitteln um 63,6 Prozent sank. Dabei war das Wohlbefinden in der Musikgruppe signifikant größer.

Musiktherapie bei Parkinson: Zusätzliche Dopamin-Dosis lindert Parkinson-Symptome

In einer Studie zur Musiktherapie-Anwendung mit insgesamt 63 Parkinsonpatienten zeigte sich, dass bereits unmittelbar nach Aufsetzen der Kopfhörer das Zittern nachließ und sich die Gangrhythmizität signifikant verbesserte. Zudem besserten sich auch die Angstzustände der Musiktherapie-Patienten.

Verantwortlich könnte dafür das Hormon Dopamin. Denn das ist bei Parkinsonpatienten eigentlich zu wenig vorhanden. Durch das Hören von stark rhythmisch akzentuierter Musik im Hirn produziert der Körper Dopamin allerdings vermehrt. Der höhere Dopaminspiegel lindert das Zittern und verbessert die Gangprobleme.


Quelle: Österreichische Schmerzgesellschaft


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