Medizin & Wissenschaft

Zu viel Schlaf kann das Risiko für Schlaganfall erhöhen

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Wenn man lange Nickerchen macht, oder mehr als neun Stunden pro Nacht schläft, dann könnte dieses zu viel an Schlaf das Risiko für Schlaganfall erhöhen.

Zu viel Schlaf kann bei Menschen das Risiko für Schlaganfall erhöhen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn man am Tag ein langes Schläfchen macht oder nachts neun oder mehr Stunden schläft. Dies geht aus einer Studie hervor, die im Dezember 2019 in der Online-Ausgabe von Neurology®, dem Medical Journal of the American der Akademie für Neurologie, veröffentlicht wurde. Demnach hatten von der Menschen mit zu viel Schlaf etwa 1 Prozent der Fälle ein Jahr später einen Schlaganfall, verglichen mit 0,7 Prozent bei den Personen mit normalem Schlafaufkommen.


Zu viel Schlaf nach dem Mittagessen erhöhte das Risiko für Schlaganfall beträchtlich.

Menschen, die mehr als 90 Minuten ihr Mittagsschläfchen machten, die hatten mit 25 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall. Und zwar im Vergleich mit Personen, die ein normales Schläfchen mit einer Dauer bis zu 30 Minuten machten. Auch Menschen, die kein Nickerchen machten oder das etwa 30 bis 60 Minuten machten, hatten ebenfalls keine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall. Und zwar als jene Menschen, die ein Nickerchen von 1 bis 30 Minuten machten.

„Weitere Forschungen sind erforderlich, um zu verstehen, wie lange Nickerchen und längeres Schlafen nachts mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden sein können. Frühere Studien haben jedoch gezeigt, dass zu viel Schlaf das Risiko für Schlaganfall erhöht. Zudem zeigten Langschläfer ungünstige Veränderungen des Cholesterinspiegels und hatten einen erhöhten Taillenumfang. All das sind ebenfalls Risikofaktoren für Schlaganfälle „, sagte der Studienautor Dr. med. Xiaomin Zhang von der Huazhong Universität für Wissenschaft und Technologie in Wuhan, China. „Darüber hinaus kann zu viel Schlaf und lange Nickerchen auf einen insgesamt inaktiven Lebensstil hindeuten, der auch mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden ist.“

Chinesische Studie

An der Studie nahmen 31.750 Menschen in China mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren teil. Zu Beginn der Studie hatten die Menschen in der Anamnese keine Schlaganfälle oder andere schwerwiegende Gesundheitsprobleme. Sie wurden durchschnittlich sechs Jahre lang beobachtet. Während dieser Zeit gab es 1.557 Schlaganfallfälle.

Den Menschen wurden Fragen zu ihrem Schlaf- und Nickerchenverhalten gestellt. Mittagsschlaf ist in China üblich, sagte Zhang. Acht Prozent der Menschen machten über 90 Minuten lang ein Nickerchen. Und 24 Prozent gaben an, neun oder mehr Stunden pro Nacht geschlafen zu haben.

Die Studie ergab, dass Menschen, die neun oder mehr Stunden pro Nacht schlafen, mit 23 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit später einen Schlaganfall haben als Menschen, die sieben bis weniger als acht Stunden pro Nacht schlafen. Bei Menschen, die weniger als sieben Stunden pro Nacht oder zwischen acht und neun Stunden pro Nacht schlafen, war die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls nicht höher als bei Menschen, die zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht schliefen.

Die Ergebnisse wurden alle um andere Faktoren bereinigt, die das Schlaganfallrisiko beeinflussen könnten. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen.

Menschen, die zu viel Schlaf hatten, erlitten mit 85 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit später einen Schlaganfall als Menschen, die normale Einheiten schliefen.



Quelle: American Academy of Neurology, https://www.aan.com/PressRoom/Home/PressRelease/3759


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Pixabay Bild von manbob86 4491205


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