Medizin & Wissenschaft

Mit Mundspülung und Nasenspray gegen Coronaviren und COVID-19

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Der Einsatz von antimikrobieller Mundspülung mittels Gurgeln sowie Nasensprays kann in der Corona-Pandemie der Ausbreitung von COVID-19 entgegenwirken.

SARS-CoV-2 gelangt hauptsächlich über Nase und Mund in den menschlichen Körper und dringt an diesem Ort in das Lungengewebe dieser Schleimhäute ein. Somit dienen die Mund- und Nasenschleimhäute als Hauptwege und Reservoire für die aerosolisierte Übertragung der Viruspartikel in die äußere Umgebung. Sie sind damit für die Übertragung von Coronavirus-Infektionen und Covid-19 verantwortlich. Corona-Forschungen konnten dazu mittlerweile zeigen, dass vorbeugende Mundspülungen und Nasensprays die Übertragung des Coronavirus und von Covid-19 verringert, wobei es dazu zahlreiche Mundspülungen aber auch Nasensprays gibt. Diese bieten antimikrobielle, antivirale und antimykotische sowie entzündungshemmende Wirkungen.

Die Nasenschleimhaut ist ein gefährdeter Bereich, in dem sich das Coronavirus aufgrund der reichlich vorhandenen Blutgefäße, Schleimdrüsen und Drüsen sehr gut ansiedeln kann. Nasenspülungen werden häufig als zusätzliche nicht-pharmakologische Präventionsstrategie zur Reinigung der Nasenhöhlen empfohlen, um Antigene, Entzündungsmediatoren und Mikroorganismen wie Bakterien und Viren zu entfernen. Insbesondere können Nasensprays die Viruslast in den Nasenhöhlen verringern.

Hoffnung in der Corona-Pandemie: Antimikrobielle Mundspülungen und Nasensprays helfen im Kampf gegen Coronaviren und der Verbreitung von Covid-19

Wenn die Menschen allgemein damit beginnen, Mund und Nase mit antimikrobiellen Mundspülungen zu spülen und mit Nasenspray zu desinfizieren, dann kann dies dazu beitragen, das Risiko einer Übertragung der Coronavirus-Erkrankung COVID-19 zu verringern. Und zwar speziell auch die Übertragung von infizierten Patienten auf andere Menschen durch Tröpfchenübertragung oder direkten Kontakt.

Die Verwendung solcher antimikrobieller Lösungen kann jedoch mit Schäden verbunden sein, die mit der Toxizität der Lösungen selbst oder mit Veränderungen der natürlichen mikrobiellen Flora des Mundes oder der Nase zusammenhängen. Das Verständnis dieser möglichen Nebenwirkungen ist besonders wichtig.

Wobei COVID-19 neben dem ernsthaften Risiko für die betroffenen Patienten auch für die behandelnden Beschäftigten im Gesundheitswesen sehr gefährlich ist. In den letzten Monaten der Corona-Pandemie empfehlen deswegen Krankenhaushygieniker den Einsatz von Mundspülungen und Nasenspray gegen Coronaviren und Covid-19. Das gilt besonders auch für zahnärztliche Praxen.

Nasenspray und Mundspülung können das Risiko der Coronavirus-Erkrankung COVID-19 verringern

Zahlreiche Hinweise belegen die Wirksamkeit von antimikrobiellen Mundspülungen sowie von Nasensprays gegen die umhüllten Viren, einschließlich des kürzlich identifizierten humanen Coronavirus. Mundspülungen auf Chlorhexidin- und Alkoholbasis können bei täglicher Anwendung allerdings zu Verfärbungen der Zahnoberflächen, Restaurationen und der Zunge, zu Geschmacksveränderungen, einer Zunahme der Zahnsteinbildung, Reizungen und Schleimhautschäden führen.

Bis ein Impfstoff in der Corona-Pandemie verfügbar ist, sollte man effektive nicht-pharmazeutische Maßnahmen wie Nasensprays und Mundspülung durchführen, um die Belastung durch Coronaviren und COVID-19 zu verringern. Randomisierte klinische Studien an einer großen Population sind erforderlich, um die Wirksamkeit von Nasensprays und Mundspülungen bei der Verhinderung der Ausbreitung von COVID-19 zu überprüfen und die Anzahl der Episoden, die Viruslast in den Nasenhöhlen, die Übertragung innerhalb der Haushaltskontakte, den Medikamentenkonsum, die gemeldete Krankheit, die Schule und die Gesundheit zu bewerten Arbeitsabwesenheit und Komplikationsrate.


Literatur:

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