Medizin & Wissenschaft

Wiederholte Messung der Knochendichte bringt keine Vorteile

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Eine Wiederholung der Messung der Knochendichte nach 3 Jahren ermöglichte bei Frauen keine bessere Vorhersage für Frakturrisiko und Osteoporose.

Eine wiederholte Messung der Knochendichte nach 3 Jahren ergab keine bessere Vorhersage, um Frauen ohne und mit nachfolgenden Hüftbrüchen oder ernsten Osteoporose-Frakturen unterscheiden zu können. Es zeigte sich auch kein Zusammenhang zwischen den Veränderungen der Knochendichte und dem Frakturrisiko von bestimmten Subgruppen. Das waren Diabetes, Alter, ethnische Zugehörigkeit, Body Mass Index sowie T-Score bei der Knochendichtemessung.

Messung der Knochendichte zum Screening auf Osteoporose

Im Grunde genommen verbrauchen wiederholte Tests der Knochenmineraldichte (BMD) zum Screening auf Osteoporose beträchtliche Ressourcen. Für die Patientenberatung und die optimale Nutzung der Ressourcen ist es für Ärzte wichtig zu wissen, ob eine wiederholte Messung der Knochendichte im Vergleich zur alleinigen Knochenmineraldichte-Basismessung überhaupt die Vorhersage für Osteoporose und dem Frakturrisiko verbessert. Und zwar zwischen postmenopausalen Frauen unterscheiden zu können, bei denen eine Fraktur auftritt oder nicht.

In einer rezenten Studie wollten Forscher nun herausfinden, ob eine zweite Messung der Knochendichte nach etwa 3 Jahren nach dem ersten Screening die Fähigkeit verbesserte, das Frakturrisiko über die alleinige Knochenmineraldichte-Grundmessung hinaus abzuschätzen.

Prospektive Beobachtungsstudie

An der vorliegenden Kohortenstudie nahmen 7419 Frauen mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 12,1 (3,4) Jahren zwischen 1993 und 2010 in 3 US-amerikanischen klinischen Zentren teil. Die Datenanalyse wurde zwischen Mai 2019 und Dezember 2019 durchgeführt.

Die Wissenschaftler haben die Häufigkeit einer schweren osteoporotischen Fraktur der Hüfte, der Wirbelsäule, der Unterarme oder der Schulter im Zusammenhang mit der Basis-Knochenmineraldichte und der absolute Veränderung der Knochenmineraldichte bewertet.

Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass eine zweite Risikobeurteilung durch Messung der Knochendichte nach etwa 3 Jahren nach der ersten Messung nicht mit einer verbesserten Unterscheidung zwischen Frauen verbunden war, bei denen eine nachfolgende Hüftfraktur oder eine schwere osteoporotische Fraktur auftraten. Deswegen sollten man nach Ansicht der Studienautoren nicht routinemäßig eine wiederholte Messung der Knochendichte durchführen.


Literatur:

Crandall CJ, Larson J, Wright NC, et al. Serial Bone Density Measurement and Incident Fracture Risk Discrimination in Postmenopausal Women [published online ahead of print, 2020 Jul 27]. JAMA Intern Med. 2020;e202986. doi:10.1001/jamainternmed.2020.2986


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