Medizin & Wissenschaft

Das mediterrane Multitalent Majoran zeigt auch Wirkung als Aphrodisiakum

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Bereits Hildegard von Bingen hat die Wirkung von Majoran geschätzt. Das Kraut hebt Stimmung, steigert das Wohlbefinden, entspannt und hilft als Aphrodisiakum.

Im Grunde genommen ist die Mittelmeer-Diät ist auf jeden Fall sehr gesund. Denn verschiedene Studien beweisen die gesundheitsfördernde Wirkungen der M. Es treten seltener Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Schlaganfälle sowie Prädiabetes und Typ-2- Diabetes auf. Außerdem vermutet man Vorteile bei Krebs, Alzheimer, Übergewicht sowie auch Depressionen. Welche Elemente der Mittelmeerkost nun dafür ausschlaggebend sind, wird noch diskutiert. Eine Studie belegt auf alle Fälle, dass Majoran eine große Rolle bei der gesundheitsfördernden Wirkung dieser Kost spielt. Majorin unterstützt uns in hektischen Zeiten gegen Stress und Verspannungen und verbessert unsere Stimmung. Das Kräutlein Wohlgemut, wie es Hildegard von Bingen benannte, soll aber auch gewisse erotische Reize verstärken. Seit langem schätzen die Menschen deswegen den Majoran auch wegen seiner anregende Wirkung als Aphrodisiakum.

Majoranwein in der Antike als Aphrodisiakum

Das beliebte Gewürz stammt aus ursprünglich aus Kleinasien oder Zypern, bei den Römern war es bereits ein beliebtes Küchengewürz. In der Antike wurde Majoranwein verwendet, dieser genoss den Ruf als potenzförderndes Mittel. Es war neben Thymian und Rosmarin der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Ab dem späten Mittelalter war das Kraut dann sehr präsent in den Klostergärten Mitteleuropas. Nördlich der Alpen konnte sich der Majoran jedoch nie einbürgern, es war und ist nach wie vor schlichtweg zu kalt. Heutzutage wird der Majoran in unseren Gärten nur als einjährige Pflanze genutzt, während er in wärmeren Ländern mehrjährig und um einiges aromatischer ist. Im Grunde genommen setzt gute Qualität ein ziemlich warmes und mediterranes Klima voraus. Die wichtigsten Anbauländer sind heute Frankreich, Italien, Spanien und Ägypten.

Ein Vertreter der Lippenblütler

Der Majoran (Origanum majorana) gehört zur Familie der Lippenblütler. Die krautige Pflanze wächst als Halbstrauch, andere volkstümliche Namen sind Kuchelkraut, Wurstkraut, Kuttelkraut oder auch Kranzkraut. Er wird etwa 80 Zentimeter hoch, die Pflanzenteile sind häufig grau behaart. Das Kraut blüht von Juni bis September, weiße Lippenblüten erscheinen. Majoran ist sehr aromatisch- süß und wohlriechend, dies ist auf den hohen Anteil ätherischer Öle zurückzuführen. Die Ernte soll vor der Blüte erfolgen. Frisch oder getrocknet verwendet man das Kraut zum Würzen von Kartoffelgerichten, Suppen, Soßen, Würste und Hülsenfrüchte.

Majoran und vor allem auch das Majoranöl punkten mit Inhaltsstoffen

Neben ätherischen Ölen enthält das beliebte Gewürzkraut Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Glykoside, Rosmarinsäure und Ascorbinsäure. In der Volksmedizin verwendet man Majoran bei Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden, zudem leistet es gute Dienste bei Durchfallerkrankungen, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden und Blähungen. Es enthält aber auch die Inhaltsstoffe Arbutin und Hydrochinon in geringen Konzentrationen, deshalb sollte das Kraut bei Kindern, Schwangeren und Stillenden nicht innerlich eingenommen werden.

Die altbekannte Majoransalbe kann aber äußerlich angewendet werden, und zwar bei Schnupfen, Nervenschmerzen, Wunden, Verrenkungen und Geschwüren. Je wärmer die Pflanze steht, desto mehr ätherisches Majoranöl kann die Pflanze enthalten. Dies variiert von 0,7 bis 3,5 Prozent. Außerdem hängt der Gehalt an ätherischem Majoranöl stark vom Boden, Klima und Jahreszeit ab. Durch Destillation erhält man das dünnflüssige, hellgelbe Majoranöl, welches hauptsächlich aus Terpinenen besteht.

Vielfältige gesundheitliche Wirkung und Anwendungen von Majoran

Besonders bei Nervenschwäche und Schlafstörungen kann ein Bad mit Majoran Wunder bewirken, auch eine beginnende Erkältung kann mit Majoran-Tee bekämpft werden. Er wirkt zudem als Hustenlöser, ein Majoranfussbad hilft bei schweren und müden Beinen. Auch bei Kopf- oder Zahnschmerzen ist eine Anwendung sinnvoll.


Literatur:

E. Vági, E. Rapavi, M. Hadolin, K. Vásárhelyiné Perédi, A. BalázsA. Blázovics, B. Simándi. Phenolic and Triterpenoid Antioxidants from Origanum majorana L. Herb and Extracts Obtained with Different Solvents, J. Agric. Food Chem. 2005, 53, 1, 17-21

Roula Abdel-Massih, Elias Abdou, Elias Baydoun, and Ziad Daoud. Antibacterial Activity of the Extracts Obtained from Rosmarinus officinalis, Origanum majorana, and Trigonella foenum-graecum on Highly Drug-Resistant Gram Negative Bacilli. Journal of Botany, Volume 2010, Article ID 464087, 8 pages

S.HIRSCH, F.GRÜNBERGER: Die Kräuter in meinem Garten (2012) Freya Verlag

Dr. Harat B. Aggarwal: Heilende Gewürze (2014) Narayana Verlag


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