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Omega-3-Fettsäuren verbessern bei Krebs die Chemotherapie

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Omega-3-Fettsäuren verbessern bei Krebs die Chemotherapie mit Gemcitabin und Lebensqualität bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Die Kombinationstherapie des Zytostatikum Gemcitabin mit Omega-3-Fettsäuren kann die Behandlungsergebnisse der Chemotherapie und die Lebensqualität der betroffenen Patienten mit Krebs verbessern. Dies ergab unlängst eine Studie mit 50 Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs beziehungsweise Pankreaskarzinom. Wobei die Ergebnisse eher älteren Studien widersprechen, die im Mausmodell ergaben, dass Omega-3-Fettsäuren eventuell die Wirkung einer Chemo beeinträchtigen könnten.

100 Gramm Omega-3-Fettsäuren verbessern Chemotherapie mit 1000 Milligramm Gemcitabin

Die Krebs-Patienten erhielten drei Wochen lang 1.000 mg Gemcitabin wöchentlich in Kombination mit bis zu 100 g Omega-3-Fettsäuren. Dann folgte eine Therapie freie Woche ohne medikamentöse Behandlung. Dieses Behandlungsschema wurde bis zu sechs Zyklen, zur Progression, zu inakzeptabler Toxizität, bis zur Aufforderung der Patienten oder bis zum Tod fortgesetzt.

Die Studienergebnisse zeigten, dass die es bei der Kombination des Zytostatikums Gemcitabin und Omega-3-Fettsäuren zu besseren Ansprechraten auf die Chemotherapie kam. Weiters verringerte sich das Volumen der Lebermetastasen des Pankreaskarzinoms. Schlussendlich kam es auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität, die anhand eines „Life Scores“ bei den Krebs-Patienten ermittelt wurde.

Andere Studien zu Omega-3-Fettsäuren und Chemotherapien bei Krebs brachten widersprüchliche Ergebnisse!

Allerdings gab es in der Vergangenheit auch widersprüchliche Ergebnisse zu Omega-3-Fettsäuren und der Chemotherapie. Deswegen gab es andererorts auch Empfehlungen für Krebspatienten mit einer Chemotherapie, dass sie beim Verzehr von fettem Fisch und Fischöl-Produkten zurückhaltend sein sollten. Und zwar zumindest an den Tagen unmittelbar vor und nach der Chemotherapie sowie direkt am Tag der Behandlung. Diese Empfehlung veröffentlichte beispielsweise ein holländisches Forscherteam der Universität Utrecht – mit einem starken Medienecho.

Die Experten hatten damals herausgefunden, dass eine bestimmte Omega-3-Fettsäure, die ist in relevanten Konzentrationen in Hering und Makrelen sowie in vielen Fischöl-Produkten enthalten ist, die Wirkung der Zytostatika aufheben könnte.

Zwar ist dies die eingangs zitiert Studie die erste, die die Gabe von Omega-3-Fettsäuren zur Chemotherapie untersuchte. Und eben vielversprechende Ergebnisse brachte. Doch die Forscher betonten, dass die ermutigenden in weiteren Untersuchungen zu bestätigen sind. Möglicherweise könnte auch die Krebsart ein gewichtige Rolle spielen.

In einer rezenten Studie konnten Omega-3-Fett-Säuren bei inoperablen Chemotherapie-Patienten mit inoperablen Pankreas- und Gallengang-Krebs die Tumorkachexie verbessern.


Literatur:

Laura G. M. Daenen, Geert A. Cirkel, Julia M. Houthuijzen, et al Johan Gerrits, Ilse Oosterom, Jeanine M. L. Roodhart, Harm van Tinteren, Kenji Ishihara, Alwin D. R. Huitema, Nanda M. Verhoeven-Duif, Emile E. Voest. Increased Plasma Levels of Chemoresistance-Inducing Fatty Acid 16:4(n-3) After Consumption of Fish and Fish Oil. JAMA Oncol. 2015;1(3):350-358. doi:10.1001/jamaoncol.2015.0388

Abe K, Uwagawa 2, Haruki K, Takano Y, Onda S, Sakamoto T, Gocho T, Yanaga K. Effects of ω-3 Fatty Acid Supplementation in Patients with Bile Duct or Pancreatic Cancer Undergoing Chemotherapy. Anticancer Res. 2018 Apr;38(4):2369-2375.


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