Medizin & Wissenschaft

Zink und Heparin bei Herpes-Infektionen (Herpes labialis, Fieberblasen)

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Besonders nach dem Aufplatzen von Fieberblasen (Herpes labialis) hilft eine Zink-Heparin-Salbe, wobei der Zusatz von Heparin die Zink-Wirkung verstärkt.

Wenn man eine Substanz zur Behandlung von Herpes-Infektionen verstärkt einsetzt, so kann das zur Ausbreitung resistenter Herpes-simplex-Virus-Stämme und damit zu einem Misserfolg der Behandlung in dieser wichtigen Indikation führen. Hierzu sind allen voran drei Substanzen zur Behandlung von Herpes labialis (Fieberblasen, Herpes-simplex-Virus) rezeptfrei erhältlich, und zwar Zink (Zinksulfat), Heparin sowie Aciclovir.


Experimente zeigen, dass Heparin auch nach 20 Passagen seine Aktivität beibehält, während Aciclovir nach nur einer Passage ein vollständig resistentes Herpes-Virus produziert. Die Inaktivierung von freiem Herpes-simplex-Virus durch Zinksulfat wird nach seriellen Passagen reduziert. Diese partielle Resistenz verschwindet jedoch spontan wieder und kann als klinisch irrelevant angesehen werden.

In Bezug auf die Wirksamkeit von Medikamenten scheint bei Herpes die Kombination aus Zink und Heparin dem Zinksulfat allein überlegen zu sein. Die Verwendung von Acyclovir sollte man auf schwere Fälle von Herpes-Infektionen beschränken.

Zink und Heparin

Neben ihrer virusstatischen Eigenschaften eignen sich altbewährte Präparate mit Zink und Phenol auch in der Abheilungsphase der Herpes simplex-Infektion hervorragend. So besitzt Zink neben seinen antiviralen Eigenschaften auch eine heilungsfördernde, adstringierende Wirkung – die Anwendung ist bei nässenden Ausschlägen und infizierten Wunden bestens geeignet.

Zink-Heparin-Salbe bei Herpes-Infektionen

Besonders nach dem Aufplatzen von Fieberblasen sind Zink-hältige Heilsalben empfehlenswert, wobei der Zusatz von Heparin die Wirkung intensiviert. Neben der Förderung der Wundheilung besitzt eine Zink-Heparin-Salbe zusätzlich eine antiseptische Wirkung gegen das Entstehen begleitender bakterieller Superinfektionen.

Zink-hältige Cremes bzw. Gels bewirken bei mehrmals täglichem Auftragen ein Austrocknen der Fieberblasen. Dabei wird das Ausbreiten des Erregers auf gesunde Hautpartien verhindert.

Frühzeitig anwenden

Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass Zink-Sulfat Herpes simplex bei frühzeitiger Anwendung inaktivieren kann. Besonders in der akuten Phase der Herpes-Infektion sollte die topische Anwendung mit einer oralen Verabreichung von täglich 50 mg Zink unterstützt werden. Auch topische Verabreichungen enthalten Zinkionen. Diese lagern sich an der Virushülle ab und verhindern somit die Bindung der Erreger an die Zellrezeptoren der Wirtszelle.

Verstärkt die Wirkung bei Herpes labialis

Der Zusatz von Heparin intensiviert die virustatische Wirkung von Zink. Das Andocken des Herpes simplex-Virus an die Zellmembranen zu Beginn der Infektion erfolgt über die viralen Glykoproteine B und C, die an die zellulären Heparansulfat-Proteoglykane binden. Anschließend fusioniert die virale Umhüllung mit der Zellmembran, ein Prozess, der durch verschiedene weitere Rezeptoren der Zellmembranen kontrolliert wird (gB, gD und der gH-gL Komplex).



Literatur:

Kümel G, Turley H, Brendel M. Zink-Sulfat und Heparin zur lokalen Therapie von Herpes. Antiherpetika, die nicht zur Auswahl von HSV-Varianten führen. Fortschr Med. 1995, 30. Mai; 113 (15): 235-8.


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