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Behandlung und Vorbeugung: Schnelle erste Hilfe bei Kopfläusen

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

In Apotheken finden Betroffene schnelle erste Hilfe bei Kopfläusen, spezielle Tipps unterstützen bei der Behandlung und der Vorbeugung.

Bald ist wieder schnelle erste Hilfe bei Kopfläusen gefragt. Denn in unseren Breiten kommt es vor allem bei 5- bis 13-Jährigen zu Ausbrüchen von Kopfläusen, die nach den Sommerferien in die Schule zurückkehren. Am häufigsten betroffen sind Kinder im Alter zwischen 4 und 12 Jahren. Nymphen schlüpfen nach durchschnittlich 8 Tagen aus Eiern und werden in den folgenden 9 Tagen zu geschlechtsreifen Läusen. Der Hauptübertragungsweg ist der direkte Kopf-an-Kopf-Kontakt; Übertragung über unbelebte Gegenstände ist ohne Bedeutung.

Die Symptome treten 4 bis 6 Wochen nach einem anfänglichen Befall auf. Wobei viele Betroffene überhaupt keine Symptome haben. Das Nasskämmen ist die sensibelste Methode zur Diagnosestellung und Therapiekontrolle. Die Resistenz gegen neurotoxische pedikulozide Medikamente nimmt weltweit zu. Dimethicone sind mit einer Wirksamkeit von 97 % die Therapie der Wahl. Ausbrüche müssen mit der synchronen Behandlung aller befallenen Personen bewältigt werden, um die Befallskette zu unterbrechen. Wenn das verwendete Mittel nicht ovizid ist.

Mit Herbstbeginn heißt es in vielen Volksschulen und Kindergärten wieder: Lausalarm! Kopfläuse sind hartnäckig und unangenehm, aber entgegen Gerüchten kein Zeichen mangelnder Hygiene. Mit den richtigen Maßnahmen kann man diese sicher wieder loswerden. Eine Übertragung der Läuse erfolgt über den direkten Kontakt der Köpfe beziehungsweise der Haare. Aus diesem Grund sind auch vorwiegend Kinder betroffen, da sie beim gemeinsamen Spielen nur schwer den Läusen entkommen. Am besten hilft gründliches Haarewaschen mit einem speziellen Lausshampoo aus der Apotheke und sorgfältiges Auskämmen. Solche Shampoos sind mittlerweile sehr gut verträglich und schonend zur Kopfhaut. Die nötige Einwirkzeit ist jedoch genau zu beachten.

Tipps aus der Apotheke – schnelle erste Hilfe bei Kopfläusen

Shampoos mit Duftstoffen als schnelle erste Hilfe

Vorbeugend können Shampoos mit Duftstoffen helfen, die Läuse nicht mögen beziehungsweise abschrecken – wie beispielsweise Weidenrinde oder Lavendel.

Kopfläuse rechtzeitig erkennen

Erkennen von Kopfläusen. Je früher ein Befall entdeckt wird, umso besser. Wenn der Kopf ständig juckt und man sich häufig kratzt, sollten Haare und Kopfhaut genauer untersucht werden. Dazu wird das Haar Strich für Strich gescheitelt und bei guter Beleuchtung mit einer Leselupe untersucht. Vor allem der Bereich hinter den Ohren, die Schläfen und der Nacken sollten unter die Lupe genommen werden – hier halten sich Läuse gerne auf. Der Juckreiz entsteht dadurch, dass sich die aus den Nissen geschlüpften Läuse alle zwei bis drei Stunden mit dem Blut des Menschen vollsaugen. Damit das Blut beim Saugen nicht gerinnt, gibt die Laus in die Stichwunden ihren Speichel ab. Das ist lästig, führt aber zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung.

Behandlung gegen Läuse

Läuse übertragen sich leicht, deshalb sollten die Haare von allen Mitgliedern einer Lebensgemeinschaft sorgfältig kontrolliert und behandelt werden. Besorgen Sie sich ein wirksames Läusemittel in Ihrer Apotheke und lassen Sie sich beraten, wie die genaue Anwendung ist, damit es auch optimal wirkt.

Nach dem Waschen kämmen Sie mit einem Läusekamm die Nissen aus den Haaren heraus. Oft wird nach 9 bis 10 Tagen die Nachbehandlung mit dem Läuseshampoo notwendig, damit später geschlüpfte Larven abgetötet werden können. Auch danach empfiehlt es sich, die Haare nass auszukämmen und auf Nissen bzw. Läuse zu kontrollieren.

Unter dem Strich kann man Ausbrüche von Kopfläusen durch eine synchrone Behandlung mit oviziden Dimethiconen erfolgreich beenden.

Was ist im Kampf und zur Vorbeugung gegen Läuse noch zu beachten?

Bettzeug und Handtücher sollten bei 60° gewaschen werden. Wichtig: Haare aus Haarspangen, Haargummis, Bürsten und Kämmen entfernen. Normalerweise ist die Prävalenz von Kopfläusen in der Gesamtbevölkerung der Industrieländer gering. Der Befall tritt fast ausschließlich bei gefährdeten Gruppen auf. Und zwar bei Schulkindern, Obdachlosen, Flüchtlingen und Slumbewohnern.


Literatur:

Meister L, Ochsendorf F. Head Lice. Dtsch Arztebl Int. 2016 Nov 11;113(45):763-772. doi: 10.3238/arztebl.2016.0763. PMID: 27974145; PMCID: PMC5165061.


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