Medizin & Wissenschaft

Bei interstitiellen Lungenerkrankungen unterstützt Training die Therapie

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Körperliches Training in Form mittels Kraft- und Ausdauersport kann bei interstitiellen Lungenerkrankungen die Therapie unterstützen.

Bei interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD) handelt es sich um eine sehr heterogene Gruppe verschiedener Erkrankungen des Lungenparenchym. In einer neuen australischen Studie konnte nun nachgewiesen werden, dass Kraft- und Ausdauertraining die Therapie bei interstitiellen Lungenerkrankungen positiv ergänzen kann, wobei vor allem Patientinnen und Patienten mit Asbestose und idiopathischer Lungenfibrose davon profitieren.

142 Betroffene mit interstitiellen Lungenerkrankungen untersucht

In einer rezenten australischen Studie wurden an drei Krankenhäusern insgesamt 142 Patientinnen und Patienten mit interstitiellen Lungenerkrankungen untersucht. Unter dem Strich hatten davon 61 Betroffene eine idiopathische Lungenfibrose. Weiter litten 22 Probanden an Asbestose und 23 an einer Art der Kollagenosen (connective tissue disease-related ILD, CTD-ILD). Zudem erkrankten 36 Patientinnen und Patienten an anderen interstitiellen Lungenerkrankungen.

Die Studienteilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die Kontroll-Gruppe für acht Wochen normal behandelt wurde, während in der Trainingsgruppe einmal wöchentlich ein beaufsichtigtes ambulantes Training – bestehend aus Aerobic-Übungen, Fahrradfahren, Laufen und Krafttraining der Arme und Beine – gemacht wurde. Die Patienten mit den Trainingseinheiten sollten weiters einmal die Woche ein zweites Trainingsprogramm daheim absolvieren. Überprüft wurden unter anderem die 6-Minuten-Gehstrecke und die gesundheitsbezogene Lebensqualität mit verschiedenen standardisierten Fragebögen.

Die trainierenden Patientinnen und Patienten verbesserten ihre Lebensqualität und ihre 6-Minuten-Gehstrecke: sie schafften durchschnittlich um 25 Meter mehr als die Teilnehmer ohne körperliches Training. Im Vergleich der einzelnen Formen von interstitiellen Lungenerkrankungen zeigte sich, dass vor allem Patienten mit Asbestose und idiopathischer Lungenfibrose vom Training profitierten. 82 Prozent der Asbestose-Patientinnen und Patienten und 70 Prozent der IPF-Patienten konnten Ihre 6-Minuten-Gehstrecke verbessern. Bei den Probanden mit CTD-ILD waren es 50 Prozent. Wenn sich die Patientinnen und Patienten sehr genau an die Trainingsvorgaben hielten, waren die positiven Effekte am stärksten ausgeprägt.

körperliche Leistungsfähigkeit verbessern und langfristig erhalten

Im Grunde genommen empfehlen die Wissenschaftler, dass zukünftig körperliches Training als Standard-Behandlung bei allen interstitiellen Lungenerkrankungen aufzunehmen. Um die körperliche Leistungsfähigkeit optimal zu verbessern und auch langfristig zu erhalten, sei es wichtig, möglichst früh im Krankheitsverlauf mit dem Training zu beginnen, und sich bestmöglich an das Trainingsprotokoll zu halten.


Literatur:

Dowman L. M., et al.: The evidence of benefits of exercise training in interstitial lung disease: a randomised controlled trial. In: Thorax, 2017, 72:610-619


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