Medizin & Wissenschaft

Allergien mit westlicher Naturheilkunde und TCM bekämpfen

Lesezeit: 4 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Allergien, Pragmatische Therapieansätze sowohl westlicher Naturheilkunde als auch nach der TCM (Traditionellen chinesischen Medizin). Ein Beitrag von Dagmar Amtmann.

Wir leben in einem Zeitalter, in dem Allergien immer mehr zunehmen. Schon über 30% der Weltbevölkerung sollen davon betroffen sein. Pollenallergie, Hausstaubmilbe, Kreuzallergien, Tierhaar Allergie, Nahrungsmittelallergien, Histamin Unverträglichkeit sind nur einige Schlagworte dazu.
Bei der Tierhaar Allergie wäre ein Vermeiden auf jeden Fall empfehlenswert, soweit dies möglich ist. Bei Pollenallergie und Allergien durch Hausstaubmilben setzten wir auf das Heraufsetzen der Toleranz durch die Behandlung mittels Naturheilkunde und TCM.

Allergien bei überlasteten Systemen

Man kann davon ausgehen, dass ein überlastetes System leichter Allergien ausbildet, als ein gesundes System. Überlastet sind hierbei die Zellen an sich, die Zwischenräume der Zellen (Interstitialräume), die Lymphe, das Leber-Pfortadersyste, und das Blut. Auch psychische Überlastung durch privaten oder beruflichen Stress oder ein enorm hohes Arbeitspensum wirken sich sehr nachteilig aus und begünstigen die Ausbildung oder Verschlimmerung von Allergien.

Zum einen verursachen Gifte, wie Schwermetalle und Umweltgifte, die sich in den Zellen oder zwischen den Zellen ablagern, jene Überlastung. Zum Anderen kann eine nicht intakte Darmschleimhaut mit zu viel Durchlässigkeit (Leaky Gut Syndrom) zu große Moleküle ins Körper System eintreten lassen und damit zu einer Immunreaktion führen. Diese hohe Durchlässigkeit kann durch Gluten und Gliadin, besonders aus Weizenweißmehl, begünstigt oder hervorgerufen werden, da das Gliadin die Darmschleimhaut veranlasst ihre Durchlässigkeit zu erhöhen.

Auch eine Darmflora Fehlbesetzung verursacht Allergien oder allergische Hauterkrankungen. Diese ist häufig Folge von wiederholten Antibiotika Gaben die die Darmflora massiv zerstören. Mit der Symbioselenkung des Darms wird die Fehlbesetzung mit behoben.

Entgiftung des Körpers

Demnach wären die ersten Ansatzpunkte der Behandlung von Allergien die Entgiftung des Körpers und die Heilung der Darmschleimhaut. Beides kann man wunderbar in der symptomfreien Zeit machen, also meist im Herbst oder Winter oder am Anfang des Jahres.

Hierzu entgiftet man durch den Darm mit Heilerde detox, Klinoptilolith oder Bentonit Pulver für 2 Wochen, morgens und abends. Danach heilt man die Darmschleimhaut mit lysierten  Colibakterien für mindestens 4-6 Wochen. Eventuell muss man noch Aminosäuren zusätzlich geben, damit genug Eiweiße zur Verfügung stehen um die Lücken in der Schleimhaut aufzufüllen. Das betrifft vor allem Veganer und Vegetarier und Menschen, die wenig Eiweiße zu sich nehmen.

Manche Therapeuten empfehlen dazu eine sehr fleischhaltige Diät mit Fleischbrühe, Knochenbrühe, Fleisch und Innereien. Besonders Veganer und Vegetarier können die Aminosäuren aber auch über die Einnahme von Kapseln, die es als vegane Variante zu kaufen gibt, zu sich nehmen.

Erst danach wird die Darmflora wieder aufgebaut. Dabei ist darauf zu achten, dass ein Präparat mit einen hohen Bakterienanzahl und vielen Bakterienstämmen gewählt wird. Hier haben die Produkte erhebliche Unterschiede. Am besten läßt man sich von einem Fachmann/frau  beraten. Damit wäre dann nach etwa 5-6 Monaten die Symbioselenkung abgeschlossen. Während der ganzen Zeit darf man kein Zucker, Weizenmehl und Alkohol zu sich nehmen. Auch die Entgiftung via Heilerde detox, Klinoptilolith oder Bentonit Pulver wird die ganze Zeit 1x am Tag fortgesetzt. Zuletzt kann man durch regelmäßigen Verzehr von biologischen Sauerkraut, sauer vergorenem Gemüse und Kimchi die Darmflora weiter pflegen und erhalten.

Mit Heilpflanzen, frisch gepressten Säften und Green Smothies kann man wunderbar entgiften. Hierbei sei der Stangenselleriesaft und Karottensaft sowie rote Beete hervorgehoben. Zusätzlich werden die Zellen dadurch mit Mikronährstoffen versorgt.

Schwefelhaltige Pflanzen wie Bärlauch und Knoblauch wirken sich entgiftend aus. Koriander entgiftet ebenfalls und Algen wie Chlorella uns Spirulina entgiften Schwermetalle wie Quecksilber die aus alten Amalgam Füllungen stammen können.

Bei massiven Schwermetall Belastungen empfiehlt sich eine radikale Entgiftung durch Chelattherapie (EDTA, DMPS oder DTPA). Hierzu wendet man sich unbedingt an Fachpersonen!

Nach der chinesischen Medizin (TCM) kann es sich bei Allergien um unterschiedliche energetische Ursachen handeln

Führt die Allergie zu Augenjucken mit Augenrötung, ist die Leber überlastet oder es kommt zu aufsteigendem Leber Yang. Das Ziel der Therapie wäre hier das Leber Yang abzusenken und Leber Qi Stau aufzulösen. Das kann man unter anderem durch die Akupunkturpunkte Leber 2 und 5 sedierend, Leber 3 tonisierend, den Dai Mai sedierend, Gallenblase 26 sedierend erreichen. In der TcM verwenden wir ebenfalls Heilkräuter um die Leber zu entlasten und das Qi wieder zum Fließen zu bringen. Der Wermut, der Löwenzahn und das Schöllkraut wären unter anderem solche Pflanzen. Wobei man Schöllkraut nur noch zu 5% der Gesamtmischung innerlich verordnen darf.

Ist mehr die Nase in Form von Niesattacken betroffen handelt es sich um eine Lungen Problematik. Es kann sich um Hitze in der Lunge, Lu Qi Stau oder aber Lungen Yin Mangel handeln. Dann kann man Beispielsweise die Akupunkturpunkte Lunge 6 stechen und Lunge 11 bluten lassen. Kommt Asthma hinzu könnte man den Ren Mai öffnen. Verwendet würden Kräuter wie Alant, Meisterwurz und Vogelknöterich. Es gibt noch eine Vielzahl von chinesischen Kräutern, die sich super antiallergisch einsetzten lassen. Wie die Magnolienblüte, Pfefferminze und die Angelica dahuriae zum Öffnen und befreien der Nase.

Wenn die Allergie sich an der Haut abspielt in Form von Juckreiz und Pusteln (atopisches Ekzem, Urtikaria) kann man oft eine Hitze im Blut diagnostizieren. Diese Hitze läßt sich gut durch Akupunkturpunkte wie Milz 10 sedierend,  Blase 40 sedierend und Niere 9 ausleiten. Alle 3 Punkte leiten auch Toxine aus dem Blut aus und sind damit wunderbare Entgiftungspunkte.

Bei Hauterscheinungen muss man unbedingt innerlich arbeiten. So sind Heilkräuter wie die Klettenwurzel, die Brennnessel und der Erdrauch häufig mit in der Auswahl dabei. Alle drei Pflanzen sind interessanter Weise neben der Hautwirkung ebenfalls entgiftende Pflanzen. Entgiftet wird von ihnen das Blut und die Lymphe.

Symptomatische Punkte bei Heuschnupfen sind des Weiteren Blase 2, Extra 1 und Dickdarm 19. Diese liegen alle in der Nähe der Nase und Augen und wirken sich wunderbar erleichternd bei Heuschnupfen aus.

Die Ohrakupunktur kann man hervorragend bei Allergien einsetzten.
Dazu steche ich unter anderem meist 2-3 Punkten mit Dauernadeln, die 2 Wochen im Ohr verweilen können. Die Auswahl ist immer individuell. Der Haupt-Allergiepunkt ist allermeistes mit dabei!

Die Ohrakupunktur leistet Großes bei der Begleitung der Allergiepatienten. Deshalb sollte sie unbedingt mit einbezogen werden.

 

 


Über die Autorin:

Dagmar Amtmann ist Heilpraktikerin seit 1991 und ist Expertin für Naturheilkunde und Traditionellen chinesischen Medizin.

Kontakt: Nostitzstr. 15; 10961 Berlin-Kreuzberg; Telefon 030 6930721; d.amtmann@gmx.net www.akupunkturpraxis-berlin.com


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