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Süßholzwurzel – gesunde Nascherei  und echte Heilpflanze

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Die Süßholzwurzel ist nicht nur eine gesunde Süßigkeit, sondern auch eine echte Heilpflanze. Der Hauptwirkstoff dafür ist das Glycosid Glycyrrhizin.

Medizin muss nicht immer bitter sein! Das beweist uns die Süßholzwurzel. Als Hauptbestandteil von Lakritze erfreut sie sich auch größter Beliebtheit als Hausmittel bei Erkältungen, Atemwegserkrankungen und Verdauungsbeschwerden. Dafür ist hauptsächlich das Glycosid Glycyrrhizin verantwortlich.

Pflanzenbild der Süßholzwurzel

Das echte Süßholz (Glycyrrhiza glabra) oder auch Lakritze zählt wie Bohnen, Erbsen und Erdnüsse zu den Schmetterlingsblütlern (Fabaceae). Die mehrjährige, holzige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 150cm. Im Juni bis Juli erscheinen blau- violette und weiße Schmetterlingsblüten in kurzen, aufrechten und gestielten Trauben. Die Haupterntezeit für hochwertiges Süßholz aus Ägypten und Pakistan ist Februar, da dann der Zuckergehalt in den Wurzeln am höchsten und das Aroma am intensivsten ist. Süßholz ist in der Mittelmeeregion und in Westasien beheimatet. Die frostempfindliche Pflanze bevorzugt volle Sonne.

Die heilsame Wirkung schon seit Jahrtausenden

Schon im Altertum beschrieb Dioskurides die Heileffekte von Süßholz ausführlich in seinen Werken. Außerdem beschreibt sowohl die chinesische Medizin als auch die ayurvedische Gesundheitslehre die Süßholzwurzel als Heilpflanze. Schließlich war das auch in der Klostermedizin der Fall.

Heutzutage verwendet man die Lakritze traditionell nach wie vor gegen Husten, Heiserkeit sowie asthmatische Beschwerden. Weitere Wirkstoffe besitzen entzündungshemmende Effekte, vermindern die Magensäurebildung und können sogar den Magenkeim Heliobacter pylori bekämpfen.

Diese Heilpflanze wirkt gegen Viren und Bakterien, neueste Studien belegen sogar die Wirksamkeit von Süßholz gegen Herpes Viren. Die antivirale Eigenschaft ist besonders spannend, denn viele Heilpflanzen weisen antibakterielle Eigenschaften auf, während eine Wirkung gegen Viren eher selten ist. Eine östrogenartige Wirkung ist ebenso bekannt, Süßholz wirkt als Phytoöstrogen.

Zur Vorbeugung kann die Süßholzwurzel gegen Übergewicht, Alzheimer, Diabetes sowie weiteren degenerativen Erkrankungen hilfreich sein. Die Süßholzwurzel verwendet man traditionell sowohl zur Zahnpflege als auch zur Therapie von Karies, Parodontitis, Candidose sowie Aphten.

Wirkstoffe

Die Süßholzwurzel ist eine der bestuntersuchten Heilpflanzen, bislang wurden etwa 400 verschiedene Wirkstoffe identifiziert. Einer Studie an der Bejing University of Chinese Medicine  zufolge sind mehr als 20 Triterpensaponine die wichtigsten. Dazu zählt auch das sogenannte Glycyrrhizin, es bewirkt auch den süßen Geschmack der Wurzel und ist 50mal süßer als unser Haushaltszucker. In der Süßholzwurzel stecken rund 300 verschiedene Flavonoide. Sie sind u. a. für die Gelbfärbung der Wurzel verantwortlich und weisen die heilsamen Wirkungen auf.

Mögliche Nebenwirkungen der Süßholzwurzel

Bei zu hoher Dosierung oder Dauergebrauch wird der körpereigene Cortisolspiegel durch das Glycyrrhizin erhöht. Es hemmt nämlich das Enzym, das für den Abbau des Cortisols verantwortlich ist. In weiterer Folge kommt es zur übermäßigen Aldosteronwirkung, welches normalerweise den Natrium- und Kaliumhaushalt regelt. Zu den möglichen Folgen zählen u.a. Wassereinlagerungen, Muskelschwäche, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

Von Nebenwirkungen treten jedenfalls erst bei Dosen von über 600 Milligramm Glycyrrhizin pro Tag auf. Schließlich sollten Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypokaliämie (Kaliummangel), schweren Lebererkrankungen und ausgeprägter Niereninsuffizienz die Anwendung von Süßholzwurzelpräparaten mit dem Arzt besprechen.

Literatur:

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Fotolia #134019849 | Urheber: marilyn barbone


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