Medizin & Wissenschaft

Als Folge chronischer Übersäuerung des Körpers kann Rheuma entstehen

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Zu den Folgen einer chronischer Übersäuerung des Körpers gehört, dass Gelenklüssigkeiten eine höhere Säurekonzentration aufweisen, was wiederum Rheuma begünstigt.

Als Übersäuerung (Azidose) bezeichnet man eine Störung des Säure-Basen-Haushaltes, die mit einem Absinken des pH-Werts im Blut unter 7,35 einhergeht. Die Wissenschaft sieht heute eine chronische Azidose als Verursacher für verschiedene Zivilisatioinskrankheiten. Im Grunde genommen kann auch Rheuma Folge einer chronischen Übersäuerung des Körpers sein. Wie Untersuchungen zu Rheumatischen Erkrankungen belegen, weist die Gelenkflüssigkeit in entzündeten Gelenken (der Synovialflüssigkeit oder Gelenkschmiere) bei Übersäuerung eine höhere Säurekonzentration auf.

Wirkung basischer (alkalischer) Mineralstoffe bestätigt

In einer Studie an rund 40 Patienten mit aktiver, rheumatoider Arthritis konnte beispielsweise gezeigt werden, dass durch die Zufuhr basischer Mineralstoffe über zwölf Wochen hinweg eine signifikante und klinisch relevante Verringerung der Schmerzen erreicht wurde. Gleichzeitig verbesserte sich die Beweglichkeit und Lebensqualität der Patienten. Im Grunde genommen prägten auch mehr Gelassenheit und weniger Leistungsdruck das Leben der über 60-Jährigen Studienteilnehmer.

Unter dem Strich können Patienten mit chronischer Übersäuerung des Körpers also auch basische Mineralstoffe einnehmen, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Hierzu konnten auch mehrere Untersuchungen zeigen, dass die Patienten dadurch auch gegen die Beschwerden weniger Schmerzmitteln einsetzen müssen.

Chronische Übersäuerung des Körpers und ihre Folgen

Im Grunde genommen begünstigt eine chronische Übersäuerung des Körpers das Auftreten von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sowie in Folge schließlich auch die Entstehung von Rheuma.

Durch die Übersäuerung gerät der Säure-Basen-Haushalt aus der Balance. Und mit steigendem Lebensalter sinkt die Fähigkeit der Nieren, Säure auszuscheiden.

Eine chronische Übersäuerung des Körpers begünstigt auch die Entstehung von Rheuma und seinen schmerzhaften Folgen.

Angesichts einer häufig säureüberschüssigen Ernährung mit wenig Obst und Gemüse und viel tierischem Eiweiß kann es weiter auch zu einer chronischen Übersäuerung im Bindegewebe kommen. Daraus kann sich eine Kettenreaktion ergeben.

Die Elastizität des Bindegewebes nimmt ab, mechanische Belastungen können schlechter abgefangen werden und das Schmerzempfinden steigt. Unter www.basica.de gibt es weitere Informationen zur Rolle des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper.

Die Ernährung ändern und Mineralstoffe einsetzen

Menschen mit Übersäuerung des Körpers sollten ihre Ernährungsgewohnheiten auf basenbildende Lebensmittel umstellen. Säurebildende Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte sowie Getreideerzeugnisse sollten in angemessenen Mengen am Speiseplan stehen. Zudem wird allgemein wie in vielen Bereichen geraten, aktiv zu sein, und auf reichlich Sport und Bewegung sowie regelmäßige körperliche Aktivität nicht zu vergessen. Denn das regt den Stoffwechsel an und man trainiert damit die Beweglichkeit trainiert.

Mineralstoffe als Quellen für alkalische Lebensmittel zur Vorbeugung oder Heilung von Rheuma (rheumatoider Arthritis)

Um eine basische Wirkung zu erzielen, sollte man vor allem auf die Zufuhr von Kalium sowie auch Calcium, Magnesium und Natrium achten. Hierzu sind verschiedene pflanzliche Nahrungsmittel sehr geeignet, speziell auch um eine chronische Übersäuerung des Körpers zu vermeiden.

Kalium

Avocado, Spinat, Sojasprossen, Linsen Mangold, Tomaten, Brokkoli Gurke, Rote Beete, Gemüse und Karotten.

Eine aktuelle indische Untersuchung zum Zusammenhang von Kaliummangel und bereits bestehender rheumatoider Arthritis zeigte, dass 44% der Patienten, die sich vegetarisch ernährten, weniger Schmerzen und eine bessere Gelenkfunktion hatten. Und zwar im Vergleich zu Nichtvegetariern.

Magnesium

Kürbis, Spinat, Sojasprossen, Mangold, Brokkoli, Gurke, Sonnenblumenkernsprossen, Kürbiskerne, Tomatensellerie, Quinoa, Mandeln

Calcium

Basilikum, Rübe, Thymian, Spinat, Gemüse, Brokkoli, Mangold, Kochsalat (Römersalat), Grünkohl, Sellerie, Kohl, grüne Bohnen, Spargel Rosenkohl, Knoblauch

Natrium

Avocado, Karotten, Kohl, Blumenkohl, Grünkohl, Salat, Gemüse, Petersilie, Paprika, Radieschen, Sonnenblumenkerne, Sprossen, Rübe. (Als Natriumquelle eignen sich auch Meersalze, nicht aber verarbeitetes Speisesalz sowie das Salz in raffinierten Lebensmitteln.)

Natrium (aber nicht in Kochsalz) ist eines der wichtigsten basischen Elemente im Körper, die oben angeführten Gemüsesorten liefern gute, gesunde alkalische Quellen für dieses wichtige Mineral.

Kritik

Es gibt aber auch gegeteilige Meinungen, die besagen, dass eine säurelastige Ernährung zwar einerseits einen Überschuss an Schwefelsäure im Körper bewirken kann. Andererseits soll dieser Überschuss jedoch keine Auswirkungen auf den pH-Wert des Blutes haben.

Jedenfalls soll der Körper überschüssige Säuren über Nieren und den Urin wieder ausscheiden, beziehungsweise kann er über die Atmung einen Ausgleich bewirken. Eine chronische Übersäuerung aufgrund von unausgewogener Ernährung soll dementsprechend nur möglich sein, wenn Nieren oder Lunge nicht voll funktionstüchtig sind.

Dennoch sollten auch gesunde Menschen eine Übersäuerung des Körpers aufgrund einer bestimmten Ernährungsweise meiden. Unter dem Strich sollten alle Menschen auf den Verzehr von ausreichend Basen bildenden Lebensmitteln wie Obst und Gemüse Augenmerk legen.


Literatur:

Margheri F, Laurenzana A, Giani T, et al. The protease systems and their pathogenic role in juvenile idiopathic arthritis. Autoimmun Rev. 2019;18(8):761‐766. doi:10.1016/j.autrev.2019.06.010

Kianifard T, Chopra A. In the absence of specific advice, what do patients eat and avoid? Results from a community based diet study in patients suffering from rheumatoid arthritis (RA) with a focus on potassium. Clin Nutr ESPEN. 2018;28:214‐221. doi:10.1016/j.clnesp.2018.07.008

Young OR (2016) The Cause and Cure for Rheumatoid Arthritis. Int J Complement Alt Med 4(3): 00116. DOI: 10.15406/ijcam.2016.04.00116

Dawson-Hughes B, Harris SS, Palermo NJ, Castaneda-Sceppa C, Rasmussen HM, Dallal GE. Treatment with potassium bicarbonate lowers calcium excretion and bone resorption in older men and women. J Clin Endocrinol Metab. 2009;94(1):96‐102. doi:10.1210/jc.2008-1662


Quellen:

Medcrave – https://medcraveonline.com/

Academy of Sport

www.basica.de


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