Medizin & Wissenschaft

Löwenzahn – eine Heilpflanze mit Potenzial gegen Krebs

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Der Frühlingsbote Löwenzahn bereichert die Küche und dient seit Jahrtausenden als wertvolle Heilpflanze gegen diverse Erkrankungen wie auch jüngst gegen Krebs.

Der Löwenzahn als Heilpflanze ist in der Naturheilkunde beliebt und soll sogar gegen Krebs wirksam sein. Im Grunde genommen fördert Löwenzahn die Verdauung, regt den Stoffwechsel an und wirkt vor allem harntreibend. Allerdings sind sowohl Blätter, Blüten, die Blütenknospen als auch Wurzeln schmackhaft und können unsere Küche kulinarisch bereichern. Beispielsweise eignen sich Löwenzahnblätter für Salate, Pesto oder Saucen. Die Wurzel dient als Gemüse. Die Knospen wiederum können Kapern und gedünstet Kohlsprossen ersetzen.


Unter dem Strich haben diverse Studien das nützliche pharmakologische Profil von Löwenzahn zur Behandlung verschiedener Krankheiten beschrieben. Beispielsweise konnte unlängst der Löwenzahn antidiabetische Eigenschaften aufweisen. Dabei waren seine bioaktiven, chemischen Komponenten wie Chicorinsäure, Taraxasterol (TS), Chlorogensäure sowie Sesquiterpenlactone entscheidend.

Löwenzahn mit Potenzial gegen Krebs

Extrakte aus Löwenzahn wurden in letzter Zeit intensiv auf antidepressive und entzündungshemmende Wirkung untersucht. Jüngste Untersuchungen mit In-vitro-Systemen zeigten aber auch ein Antikrebspotential des Löwenzahnwurzelextrakts (DRE) in mehreren Krebszellmodellen. Erstaunlicherweise ohne Toxizität für Nichtkrebszellen. Die Anti-Krebs-Wirksamkeit dieses Extrakts wurde in In-vivo-Studien bestätigt.

Phytochemische Analysen des Extrakts zeigten komplexe Mehrkomponenten-Zusammensetzungen der DRE, einschließlich einiger bekannter bioaktiver Phytochemikalien wie α-Amyrin, β-Amyrin, Lupeol und Taraxasterol. Das ist ein Hinweis darauf, dass dieser natürliche Extrakt mehrere Schwachstellen von Krebszellen angreift und wirksam bekämpft. Dies wäre dann eine nicht- toxische und wirksame Anti- Krebs-Alternative, die zur Verringerung des Auftretens von Krebszellen-Arzneimittelresistenz beiträgt.

Botanischer Blickpunkt

Der gewöhnliche Löwenzahn (Traraxacum officinale) zählt zu der Familie der Korbblütler. Die Pusteblume ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 30 cm. In allen Pflanzenteilen ist ein weißer Milchsaft enthalten. Ursprünglich stammt der Löwenzahn aus dem westlichen Asien und Europa, durch menschliches Zutun ist er aber auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet.

Traditionelle Anwendung von Löwenzahn: Löwenzahntee

Der Löwenzahn als Heilpflanze zählt zu den wichtigsten natürlichen Anwendungen für zu Hause und eignet sich besonders für eine Frühjahrskur. Alle Pflanzenteile enthalten Bitterstoffe, Vitamine und Mineralstoffe, Enzyme, Cholin sowie Inulin. Sie sollen frisch verwendet werden und wirken belebend auf alle Körperfunktionen. Besonders aber wirkt der Löwenzahn auf die Organe, die an der Verdauung beteiligt sind.

Ein Löwenzahntee hilft sowohl bei Leberschäden und Leberschwäche als auch bei Gallenschwäche. Außerdem regt er die Bauchspeicheldrüsen- und Nierenfunktion an. Dadurch kommt es zur vermehrten Wasserausscheidung und zur Senkung des Blutdrucks. Und über diese Stoffwechselwirkungen hinaus wirkt sich der Löwenzahntee günstig auf Rheuma und auch auf Gicht aus. Obendrein soll er gegen Verkalkung wirken.

Schließlich ist vor allem auch die harntreibende Wirkung von Löwenzahntee aus Blättern und Wurzeln sehr eindrucksvoll. Dies ist das einzige Diuretikum, das wegen seines hohen Mineralstoffgehalts nicht zum Kaliumverlust als Nebenwirkung führt. Wobei der Löwenzahntee möglichst nicht abends getrunken werden sollte.



Literatur:

Wirngo FE, Lambert MN, Jeppesen PB. The Physiological Effects of Dandelion (Taraxacum Officinale) in Type 2 Diabetes. Rev Diabet Stud. 2016 Summer-Fall;13(2-3):113-131. doi: 10.1900/RDS.2016.13.113. Epub 2016 Aug 10.

Pamela Ovadje, Saleem Ammar, Jose-Antonio Guerrero, John Thor Arnason, Siyaram Pandey. Dandelion root extract affects colorectal cancer proliferation and survival through the activation of multiple death signalling pathways. Oncotarget. 2016 Nov 8; 7(45): 73080–73100. Published online 2016 Aug 22. doi: 10.18632/oncotarget.11485

Bevin A. Clare et al. The Diuretic Effect in Human Subjects of an Extract of Taraxacum officinale Folium over a Single Day. J Altern Complement Med. 2009 Aug; 15(8): 929–934. doi: 10.1089/acm.2008.0152

S. HIRSCH, F.GRÜNBERGER: Die Kräuter in meinem Garten (2012) Freya-Verlag


Bildquellen & Copyright

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