Medizin & Wissenschaft

HPV-Impfung ist auch für Jungen sinnvoll

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Im Sinne eines umfassenden Schutzes unabhängig von der sexuellen Orientierung ist auch die Experten empfohlene HPV-Impfung für Jungen sinnvoll.

Humane Papillomaviren (HP-Viren) erzeugen die häufigsten übertragenen sexuellen Infektionen weltweit. Neben Gebärmutterhalskrebs können sie weitere Tumoren des Anogenitale und des Oropharynx hervorrufen und sind Auslöser für Condylome. Die Praxis, lediglich Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren zu impfen, ist laut Experten nicht zeitgemäß. Sie berücksichtigt nicht die vielfachen Lebenswelten sexuell aktiver Menschen. Ein Herdenschutz durch die Impfung der Mädchen greift ja bereits dann nicht, wenn die jungen Männer Sex mit Männern haben. Gerade auch im Sinne eines umfassenden Schutzes unabhängig von der sexuellen Orientierung ist die HPV-Impfung für Jungen sinnvoll. 

Die vorbeugende HPV-Impfung hat sich jedenfalls als hochwirksam bei der Vorbeugung von Infektionen und präinvasiven und invasiven Erkrankungen des Gebärmutterhalses, der Vulvovagina und des Analbereichs erwiesen. Obwohl die Impfstoffe hochwirksam bei der Vorbeugung von Infektionen sind, verbessern sie nicht die Beseitigung bestehender Infektionen.

Impfprogramme mit der HPV-Impfung für Mädchen und Jungen setzen deshalb vor dem ersten sexuellen Kontakt an. Denn die Wirksamkeit ist bei HPV-naiven Personen am höchsten.

HPV-Impfung für Jungen sinnvoll, wird aber seit Jahren zu wenig genutzt

In der Realität liegen die Impfquoten der Mädchen für die letzten Jahre mit weniger als 40 % deutlich unterhalb der erforderlichen Menge. Diejenigen, die indes einen der derzeit verfügbaren multivalenten Impfstoffe erhalten hatten, zeigen deutlich weniger Condylomata und Krebsvorstufen, wie aus deutschen, dänischen und australischen Studien hervorgeht. Ganz ähnliche Daten finden sich für geimpfte Jungen aus den USA und Australien als Vorreiter der HPV-Impfung für diese jungen Zielgruppen.

Empfohlen zwischen 9 und 14 Jahren

Mittlerweile besteht die Empfehlung, auch Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV zu impfen. Die HPV-Impfung ist sicher und schützt effektiv vor der Infektion mit einigen der Hochrisiko-HP-Viren. Die höchste Wirksamkeit zeigt die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

Jedoch steht inzwischen fest, dass sie auch bei sexuell erfahrenen Erwachsenen die Folgeerkrankungen nach erfolgter Infektion signifikant reduzieren kann. Dies gilt auch für Rezidive bei bereits manifesten und behandelten Cervixkarzinomen.

HPV ist übrigens auch mit Penis-, Anal-, Mund- und Halskrebs assoziiert, obwohl diese Krebsarten bei Männern im Vergleich zu krebsspezifischen Krebsarten relativ selten sind. 


Literatur:

Athanasiou A, Bowden S, Paraskevaidi M, Fotopoulou C, Martin-Hirsch P, Paraskevaidis E, Kyrgiou M. HPV vaccination and cancer prevention. Best Pract Res Clin Obstet Gynaecol. 2020 Mar 5. pii: S1521-6934(20)30036-5. doi: 10.1016/j.bpobgyn.2020.02.009. [Epub ahead of print]

De Oliveira CM, Fregnani JHTG, Villa LL. HPV Vaccine: Updates and Highlights. Acta Cytol. 2019;63(2):159-168. doi: 10.1159/000497617. Epub 2019 Mar 14.

Green A. HPV vaccine to be offered to boys in England. Lancet. 2018 Aug 4;392(10145):374. doi: 10.1016/S0140-6736(18)31728-8. Epub 2018 Aug 2.


Quelle: https://www.urologenportal.de/


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