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Pflanzliches in der Corona-Pandemie: Beifuß gegen Coronavirus-Erkrankung Covid-19

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Extrakte von speziell gezüchteten Beifuß-Pflanzen (Artemisia annua) zeigten sich gegen das neue Coronavirus, Auslöser der COVID-19-Pandemie, effektiv.

Seit Jahrtausenden werden pflanzliche Extrakte in Asien, Afrika und Südamerika zur Behandlung von Infektionskrankheiten eingesetzt. Extrakte von Beifuß-Pflanzen wurden erfolgreich zur Behandlung von fiebrigen Krankheiten einschließlich Malaria eingesetzt. Artemisinin wird aus dieser Pflanze extrahiert und ist die Grundlage für die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Anti-Malaria-Kombinationstherapien, die jedes Jahr bei Millionen von Erwachsenen und Kindern mit geringen oder keinen Nebenwirkungen angewendet werden.

Die Verwendung von A. annua-Tees als Malariabehandlung wird als natürliche Kombinationstherapie gegen Infektionen gefördert, obwohl die WHO ihre Verwendung angesichts der Besorgnis über die Entwicklung einer Resistenz gegen Malariamedikamente nachdrücklich ablehnt.

Beifuß gegen Coronavirus COVID-19

In einer aktuelle Corona-Untersuchung zeigten sich wässrige und ethanolische Extrakte von speziell gezüchteten Beifuß-Pflanzen (Artemisia annua) gegen das neue Coronavirus wirksam sind, welches der Auslöser der COVID-19-Pandemie ist. Chemikerinnen und Chemiker am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam haben in enger Zusammenarbeit mit Virologinnen  und Virologen der Freien Universität Berlin in Laborstudien gezeigt,  An der University of Kentucky, USA beginnen klinische Studien am Menschen, in denen die Wirksamkeit von Tees und Kaffee, die A. annua enthalten, sowie des Anti-Malaria-Medikaments Artesunat getestet wird.

Die Wissenschaftlerinen und Wissenschaftler der beteiligten Einrichtungen wollten herausfinden, ob Artemisia annua-Extrakte – reines Artemisinin und verwandte Derivate sowie Gemische davon – möglicherweise gegen das COVID-19-Virus wirksam sind. Diese Medikamente wären attraktive Kandidaten für die Wiederverwendung, da sie ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil aufweisen, leicht verfügbar, schnell skalierbar und relativ kostengünstig sind.

“Nachdem ich mit Verbindungen aus Beifuß-Pflanzen gearbeitet hatte, war ich mit den interessanten Aktivitäten der Pflanzen gegen viele verschiedene Krankheiten vertraut, einschließlich einer Reihe von Viren. Wir waren daher der Meinung, dass es sich gelohnt hat, die Aktivität dieser Anlage gegen COVID-19 zu untersuchen“, sagt Prof. Peter H. Seeberger, der die Studie zusammen mit Dr. Kerry Gilmore initiierte und beaufsichtigte.

Pflanzenextrakte hindern das virale Wachstum merklich

Artemisia annua-Blätter aus einer kultivierten Samenlinie, die in Kentucky in den USA, gezüchtet wurde, lieferten den Ergebnissen zufolge bei Extraktion mit absolutem Ethanol oder destilliertem Wasser die beste antivirale Aktivität. Die Zugabe von entweder ethanolischen oder wässrigen A.-annua-Extrakten vor der Viruszugabe führte zu einer signifikant verringerten Plaquebildung. Der ethanolische Extrakt von A. annua und Kaffee erwies sich als am aktivsten. Artemisinin allein zeigt jedoch nur geringe antivirale Aktivität. „Ich war überrascht, dass A.-annua-Extrakte merklich besser funktionierten als reine Artemisininderivate und dass die Zugabe von Kaffee die Aktivität weiter steigerte“, sagt Klaus Osterrieder, Professor für Virologie an der Freien Universität Berlin, der alle Aktivitätstests durchführte.

Klinische Phase 1/2 Studien mit Tees und Kaffees sowie Artesunat beginnen in den USA

Um die Aktivität von Beifuß-Extrakten zu testen, beginnen klinische Studien am Menschen mit Tees und Kaffee, die Artemisia annua-Blätter enthalten, am akademischen medizinischen Zentrum der University of Kentucky. Darüber hinaus wird Artesunate, ein Artemisinin-Derivat zur Behandlung von Malaria, auch in einer klinischen Phase- 1/2-Studie eingesetzt. „Die University of Kentucky und das UK Markey Cancer Centre freuen sich, unsere Zusammenarbeit mit ArtemiLife fortzusetzen, um diesen in Kentucky angebauten Artemisia annua als potenzielle Behandlung für Patienten mit COVID-Infektionen zu untersuchen“, sagte Jill Kolesar PharmD, Co-Leiterin der Arzneimittelentwicklung Programm am Markey Cancer Center und Professor am University of Kentucky College of Pharmacy. Das Salvador Zubirán National Institute of Health Sciences and Nutrition Mexikos hat ebenfalls großes Interesse, diesese Wirkstoffkandidaten klinisch zu testen.


Literatur:

Gilmore, K.; Osterrieder, K.; Seeberger, P.H. (2020): „Artemisia annua Plant Extracts are Active Against SARS-CoV-2 In Vitro“, in: submitted for publication


Quelle: Max Planck Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung


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