Medizin & Wissenschaft

Melatonin bei Schlafstörungen: bessere Schlafqualität, kürzere Einschlafzeit

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Der positive Einfluss und viele gute Erfahrungen von Melatonin bei Schlafstörungen konnte in letzten Jahren in verschiedenen Untersuchungen gezeigt werden.

Seit Jahren gibt es zur körpereigenen Substanz Melatonin kontroverse Diskussionen, wobei die Wirkung von Melatonin bei verschiedensten Krankheitsbildern – wie z.B. bei Epilepsie oder bei Hauterkrankungen oder auch als Antioxidans – untersucht wurde. Vor allem ist jedoch der positive Einfluss von Melatonin bei Schlafstörungen mittlerweile sehr gut dokumentiert und wissenschaftlich belegt. Deswegen steht heute Melatonin in mehreren Präparaten in dieser Indikation für die Therapie zur Verfügung steht.

Melatonin beeinflusst Einschlafzeit und Schlafqualität

Melatonin in der Dosierung von 1 mg kann bei Schlafstörungen die Einschlafzeit verkürzen. Außerdem kann das Melatonin die Schlafqualität verbessern und greift nicht in die Schlafarchitektur ein. Meist wird Melatonin in Kombination mit entsprechenden ergänzenden, natürlichen Substanzen, wie Baldrian, Hopfen oder Melisse angeboten, um eine effektive Unterstützung bei Ein- und Durchschlafproblemen sicherzustellen.

Jedenfalls produziert der organismus das Melatonin in der Glandula pinealis, der Zirbeldrüse. Es fungiert dann als biologischer Taktgeber für unseren zeitlichen Rhythmus. Und zwar indem es unserem Körper mitteilt, wann wir Einschlafen sollen und uns beim Durchschlafen unterstützt.

Die Konzentrationen in Serum sind sehr gering und unterliegen einem zirkadianen Rhythmus. Licht modifiziert das zirkadiane Profil der endogenen Melatoninproduktion. Auch kurze Lichtexposition unterdrückt abrupt die endogene Melatoninproduktion.

Melatonin nimmt der Körper rasch auf

Da wir heutzutage immer länger künstlichem Licht in hoher Intensität (Tageslicht ähnlich) ausgesetzt sind, hat dies besonders im Winter eine weitere Drosselung des körpereigenen Melatonins zur Folge. Fernsehen und Computerarbeit simulieren ebenfalls eine Lichtexposition. Mit zunehmendem Alter geht die körpereigene Melatoninproduktion kontinuierlich zurück.

Bereits im Kindesalter erreichen wir die maximalen Melatoninkonzentrationen. Auch Alkohol und Nikotin können als Gegenspieler von Melatonin fungieren, weil beide zu einer Drosselung der Melatoninproduktion führen können. Eine Kombination dieser Faktoren führt oft zu einer Störung des Schlafrhythmus. Eine Verlängerung der Einschlafzeit und nächtliche Aufwachperioden können die Folge sein.

Melatonin wird bei der Einnahme schnell aufgenommen und relativ schnell wieder abgebaut. Die Halbwertszeit beträgt bei Erwachsenen 30 bis 40 Minuten. Diese muss man bei der Dosierung in Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln berücksichtigen. Daher wird die Einnahme von 1 mg Melatonin 30 Minuten vor der gewünschten Einschlafzeit empfohlen.

Zahlreiche klinische Studien zu Melatonin bei Schlafstörungen

Zahlreiche klinische Studien weisen jedenfalls auf die Wirksamkeit von Melatonin bei Schlafstörungen hin. Es konnte gezeigt werden, dass ältere Personen, die an Schlafproblemen leiden, einen signifikant niedrigeren Melatoninspiegel haben als gleichaltrige Personen ohne Schlafprobleme und dass Melatonin in einer Dosis zwischen 0,1 – 2mg bei diesen Patienten zu einer Verbesserung des Einschlafverhaltens und der Schlafqualität führt.

Eine Metaanalyse von 15 Studien kam zu dem Schluss, dass Melatonin signifikant die Einschlafzeit verringert und die Schlafeffizienz sowie die Gesamtschlafzeit erhöht. Die Schlafarchitektur wird durch Melatonin nicht verändert.

Im Bezug auf Sicherheit ergab die gemeinsame Analyse verschiedenster Studiendaten, dass die Einnahme von Melatonin über mehrere Monate zu keinen signifikanten Nebenwirkungen führt. Es gibt mittlerweile ausreichend Studien, die die Wirkung und Sicherheit von Melatonin belegen.


Das Scientific Board der Europäischen Agentur für Ernährungssicherheit (EFSA) hatte Melatonin genau untersucht und in einer Dosierung von 1mg zur Unterstützung der Einschlafproblematik als wissenschaftlich belegt eingestuft und freigegeben (sg. EFSA Claim).


Literatur:

D. Kennaway. Potential safety issues in the use of the hormone melatonin in paediatrics. Journal of Pediatrics and Child health. 03 February 2015. https://doi.org/10.1111/jpc.12840


Quelle:

Melatonin, Melatonin Rezeptor-Agonisten und Tryptophan als Schalfmittel, Prof. D. Steinhuber, Inst. f. pharmazeutische Chemie, Frankfurt


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