Medizin & Wissenschaft

Mit Produkten aus Vollkorn kann man Typ-2-Diabetes vorbeugen

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Der reichliche Konsum von Produkten aus Vollkorn, insbesondere von Getreidefasern, führt zu einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes.

Der Einfluss der Ernährungsverhalten spielt bei der Vorbeugung des Typ-2-Diabetes eine entscheidende Rolle. Wissenschaftler am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) haben dazu unlängst Lebensmittelgruppen, Lebensmittel, Getränke, alkoholische Getränken, Makronährstoffe sowie Mikronährstoffe in Beziehung zu Typ-2-Diabetes gesetzt. Wobei es zur Inzidenz bereits viele veröffentlichte Metaanalyse gab, dessen methodische Qualität meistens hoch war. Eine hohe Aussagekraft für ein geringeres Diabetes-Risiko konnten die Forscher für einen hohen Verzehr von Produkten aus Vollkorn (insbesondere Getreidefasern) zeigen. Zudem hatten auch geringere Verzehrmengen von zuckerhaltigen Getränke sowie rotem Fleisch (insbesondere verarbeitetem Fleisch wie Wurstwaren) positive Auswirkungen. Hingegen zeigte sich, dass rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch, Speck sowie mit Zucker gesüßte Getränke die Inzidenz von Diabetes erhöhtn. Für andere Zusammenhänge war die Evidenzqualität eher gering.

Ernährung und Vorbeugung von Typ-2-Diabetes

Das Forscherteam um Dr. Sabrina Schlesinger, Leiterin der Nachwuchsforschergruppe Systematische Reviews am Deutschen Diabetes-Zentrum, führte hierfür eine umfassende Literatursuche zum Thema Ernährung und Typ-2-Diabetes durch. Zu diesem Zweck wurden alle Metaanalysen (= Zusammenfassung von Studien zu einer Forschungsfrage mit gemeinsamer Betrachtung der Ergebnisse) zu diesem Thema systematisch zusammengetragen und die Aussagekraft der Studienergebnisse bewertet.  Die Forscher untersuchten Zusammenhänge zwischen Diabetes und Ernährungsweisen (z.B. Mediterrane Ernährung, Ernährung mit reduziertem Kohlehydratanteil), Lebensmittel (z.B. Vollkorn-Produkte, Obst, oder Gemüse), Getränke (z.B. zuckerhaltiger Getränke und Kaffee), Nährstoffe (z.B. Kohlenhydrate, Fette), Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Eisen) und Vitamine (z.B. Vitamin D, Vitamin C).

Insgesamt zeigten 153 Studienergebnisse den Zusammenhang. Eine hohe Aussagekraft für ein reduziertes Diabetes-Risiko konnte für einen hohen Verzehr von Vollkorn-Produkten, insbesondere Getreidefasern. Außerdem war der geringeren Verzehr von zuckerhaltigen Getränke und rotem Fleisch vorteilhaft. Und zwar insbesondere von verarbeitetem Fleisch wie Wurstwaren.

„Diese systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Ernährung und Typ-2-Diabetes bereits in zahlreichen Studien untersucht wurde und die Ernährung eine Rolle bei der Prävention des Typ-2-Diabetes spielt. Dennoch besteht für viele dieser Zusammenhänge Unsicherheit in der Aussagekraft“, erläutert Dr. Sabrina Schlesinger. Eine mögliche Limitation umfasst methodische Aspekte aus den ursprünglichen Studien. Da es sich hier ausschließlich um Beobachtungsstudien handelte, können bestimmte Verzerrungsquellen nicht vollständig ausgeschlossen werden. „Weitere gut konzipierte und valide durchgeführte Studien, die den Zusammenhang zwischen den Ernährungsfaktoren und Typ-2-Diabetes untersuchen, sind nötig“, schlussfolgert Dr. Sabrina Schlesinger.

Literatur:

Neuenschwander M, Ballon A, Weber KS, Norat T, Aune D, Schwingshackl L, Schlesinger S. Role of diet in type 2 diabetes prevention. umbrella review of meta-analyses of prospective observational studies. BMJ 2019. doi:https://doi.org/10.1136/bmj.l2368


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