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Was hilft gegen neuropathische Schmerzen? Schmerzmittel und Antidepressiva im Fokus

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Was hilft gegen neuropathische Schmerzen? Man sollte die Patienten jedenfalls schneller und wirkungsvoll therapieren. Leider bleiben viele unbehandelt.

Rund 25 Millionen Menschen in Europa leiden an neuropathischen Schmerzen, doch viele sind nicht oder nur unzureichend behandelt, obwohl es gute Therapiemöglichkeiten gibt. Wer unter neuropathischen Schmerzen leidet, hat oft einen langen Leidensweg vor sich. Es dauert meist Jahre, bis diese Schmerzzustände richtig diagnostiziert und adäquat therapiert werden. Nicht selten jedoch bleiben die Betroffenen völlig un- oder unterbehandelt und ihr quälender Zustand wird chronisch. Unter Experten herrscht Einigkeit, dass Patienten besser aufgeklärt werden müssen, damit wissen, was gegen neuropathische Schmerzen wirklich hilft. Dann kommen sie auch rascher in den Genuss einer angemessenen Therapie.

Mangelndes Bewusstsein

Die unzureichende Behandlung von neuropathischen Schmerzen verursacht großes persönliches Leid und eine vermeidbare gesamtgesellschaftliche Belastung. Denn es kommt oft zu Behinderung, vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben und hohen Folgekosten durch Begleiterkrankungen.

Neuropathischer Schmerz ist eine besonders quälende und oft schwer zu beschreibende Schmerzform. Er kann einschießend oder brennend sein oder sich in Taubheitsgefühlen und Empfindungsstörungen äußern. Auslöser für neuropathische Schmerzen sind Verletzungen oder Erkrankungen, die das somatosensorische System beeinträchtigen, zu dem sowohl das periphere als auch das zentrale Nervensystem gehören, also Nerven und Gehirn.

Welche Erkrankungen neuropathische Schmerzen begünstigen

Beispielsweise können Ischias, Gürtelrose, Diabetes, HIV oder chirurgische Eingriffe periphere neuropathische Schmerzen verursachen. Zentrale neuropathische Schmerzen treten oft als Folge von Schlaganfällen, Multipler Sklerose oder einer Rückenmarksverletzung auf. Viele Schmerzen können eine neuropathische Komponente haben, so etwa Rückenschmerzen, Osteoarthritis oder Krebsschmerzen.

Oftmals denken Ärzte bei der Diagnose aber gar nicht an mögliche neuropathische Schmerzen. Dennoch sind sehr viele Menschen von ihnen betroffen. Rund 25 Millionen Europäerinnen und Europäer, also zwischen vier und sechs Prozent der Bevölkerung, leiden darunter. Die Zahl der Betroffenen dürfte in einem älter werdenden Europa noch deutlich steigen, denn neuropathische Schmerzen treten im fortgeschrittenen Alter häufiger auf als in jungen Jahren.

Auch die Zunahme von Adipositas-bedingtem Diabetes, der neuropathische Schmerzen auslösen kann, dürfte für steigende Fallzahlen sorgen. Hier sind vorausschauende Public Health-Initiativen gefragt: Eine Reduktion des Zuckerkonsums, Impfungen gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) oder eine verbesserte Schlaganfallprävention und Schlaganfallbehandlung könnten dazu beitragen, die Zahl der Neuerkrankungen geringer zu halten.

Das hilft: herkömmliche Schmerzmittel, Antiepileptika, Antidepressiva und topische Zubereitungen gegen neuropathische Schmerzen

Mit herkömmlichen Schmerzmitteln ist neuropathischem Schmerz meist nicht beizukommen. Evidenzbasierte Behandlungsleitlinien empfehlen eine Behandlung mit Antiepileptika (zum Beispiel Gabapentin oder Pregabalin), Antidepressiva (zum Beispiel Amitriptylin oder Duloxetin) und/oder mit topischen Zubereitungen, die lokal auf der Haut angewendet werden. Außerdem werden auch nicht-medikamentöse Behandlungsoptionen wie die Neuromodulation empfohlen. Zu den neueren Behandungsoptionen gehören unter anderem die Therapie mit Botulinum-Toxin, topischen Anwendungen mit Lidocain oder Capsaicin; untersucht wird auch der mögliche Nutzen von Cannabinoiden.


Quelle:

http://www.mayoclinicproceedings.org/article/S0025-6196(15)00105-6/abstract


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