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Hypermenorrhoe in der Menstruation: Eisenmangel durch starke Periode

Lesezeit: 5 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Durch eine starke Periode, Menstruation, mit übermäßig starken Blutungen, Hypermenorrhoe, kann ein Eisenmangel entstehen, wenn dies permanent auftritt.

Wenn es durch eine starke Periode, Menstruation, zu sehr starken Blutungen kommt, spricht man auch von einer Hypermenorrhoe, die auf Dauer einen Eisenmangel verursachen kann. Mögliche Folgen davon sind die Symptome Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Haarausfall, brüchige Nägel sowie Antriebslosigkeit. Wenn es dazu kommt, sollten Betroffene ihren Eisen-Status checken lassen und gegebenenfalls eine Eisensubstitution mit Tabletten oder einer Eiseninfusion erhalten.

Wieviel Eisen Frau täglich aufnehmen sollte

Im Grunde  genommen braucht der gesunde weibliche Körper rund 15 Milligramm Eisen pro Tag. Über die Ernährung lassen sich im Normalfall täglich 10 bis 15 Milligramm Eisen aufnehmen. Allerdings verwertet der Körper davon nur etwa 10 %, also maximal 1,5 Milligramm.

Der Körper verliert pro Tag durchschnittlich 1,2 Milligramm Eisen durch ausfallende Haare, Schweiß, Urin, Stuhl und Hautabschilferungen. Dieser Bedarf kann also bei ausgewogener Ernährung mit dem aufgenommenen Eisen gedeckt werden.

Eisenverlust in der Menstruation – Hypermenorrhoe: Eisenmangel durch starke Periode

Wenn man die monatlichen Regelblutungen in die Rechnung mit ein, verschiebt sich das Verhältnis zwischen Zufuhr und Verlust von Eisen allerdings ins Negative. Denn während einer normalen Monatsblutung verliert eine Frau zwischen 5 und 80 Milliliter Blut. Das entspricht einem Eisenverlust von 2,5 bis 40 Milligramm. Frauen mit starker Regelblutung verlieren sogar mehr als 80 Milliliter Blut pro Zyklus. Das Risiko, dass sich auf Dauer ein Eisenmangel entwickelt, ist hoch.

Besonders betroffen von starken Blutungen sind junge Frauen zu Beginn der Menstruation und Frauen reiferen Alters, bei denen sich die Wechseljahre ankündigen. Negativ auf den Eisenhaushalt wirken sich nicht nur übermäßig starke Blutungen (Hypermenorrhoe) aus. Das Risiko für einen Eisenmangel erhöht sich zudem, wenn:

  • sich die Periode auf mehr als sieben Tage (Menorrhagie) verlängert oder
  • das Regelintervall sich verkürzt (Polymenorrhö) – auf unter 25 Tage Abstand.

Um seinen Bedarf trotz der zu geringen Eisenzufuhr zu decken, greift der Körper auf seine Eisenreserven zurück. Sind die Eisenspeicher schließlich erschöpft, fehlt dem Körper das nötige Eisen, um seine Funktionen zu erfüllen. Viele Frauen bemerken diese schleichende Entwicklung zunächst nicht. Erst, wenn die Symptome ihre Lebensqualität so sehr beeinflussen, dass sie nicht mehr zu ignorieren sind, erkennen Sie, dass etwas nicht stimmt.

Wenn die betroffenen Frauen einen Eisenmangel als Grund für Ihre Beschwerden vermuten, folgt in der Regel der Versuch, mit eisenhaltiger Nahrung die Speicher wieder aufzufüllen. Auch hierzu eine einfache Rechnung: In 100 g Rindfleisch sind ca. 2 Milligramm Eisen enthalten. Wenn von diesen 2 Milligramm etwa 10 % vom Körper aufgenommen werden, müsste eine Frau pro Monat rund 15 kg Rindfleisch essen, um den Bedarf von 40 mg Eisen zu decken.

Das Risiko eines Eisenmangels durch eine starke Periode wird oft unterschätzt!

Viele Frauen unterschätzen, wie hoch ihr Blutverlust durch die Menstruation tatsächlich ist. Und sie überschätzen häufig die Möglichkeiten der Eisenaufnahme über die Nahrung. Frauen mit starken Regelblutungen haben einen hohen Eisenbedarf und ein wesentlich höheres Risiko, Eisenmangel durch die starke Periode zu entwickeln. Leere Eisenspeicher erzeugen nicht nur unangenehme Beschwerden. Für Frauen mit Kinderwunsch stellen sie ein zusätzliches Risiko dar. Daher lohnt es sich, den Eisenstatus kontrollieren zu lassen und gegebenenfalls rechtzeitig eine Eisentherapie zu beginnen.

Eisenuntersuchung nebst Eisensubstitution

Eine Eisenuntersuchung sollte spätestens dann durchgeführt werden, wenn sich die ersten Symptome bemerkbar machen. Mit einem Bluttest überprüft der Arzt die Eisenspeicher. Wenn sich dann vermutlich durch die starke Periode verursacht ein Eisenmangel bestätigt, dann stehen mehrere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Im Normalfall wird zunächst versucht, über die Einnahme von oralen Eisenpräparaten den Eisenhaushalt zu regulieren. Und zwar mit Tabletten, Kapseln oder Säften als Darreichungsform. Diese Präparate sollten mit Abstand zu einer Mahlzeit eingenommen werden. Am besten kombiniert man sie mit Fruchtsaft und Vitamin C, da diese die Eisenaufnahme erhöhen.

Manchmal reicht die orale Eisentherapie aber nicht aus oder Betroffene vertragen die Präparate nicht gut  und können die regelmäßige Einnahme nicht einhalten. Dann besteht die Möglichkeit, die Eisenspeicher mit einer Eiseninfusion wieder aufzufüllen.

Schnell wieder fit mit einer Eiseninfusion

Bei der Infusion wird das Eisen-Präparat vom Eisen-Spezialisten in eine Spritze aufgezogen und in eine Flasche oder einen Beutel Kochsalzlösung gespritzt. Um die Infusion verabreichen zu können, wird eine Infusionsnadel in eine Vene eingebracht.

Die benötigte Dosis wird vom Arzt berechnet und kann mit einer oder wenigen Behandlungen verabreicht werden. Bei Bedarf kann die Eisenmenge auch in unverdünnter Form als Injektion gegeben werden. Eine Behandlung dauert rund 20 Minuten. Der wesentliche Vorteil dieser Therapieform ist, dass auf diesem Weg die gesamte Eisendosis dem Körper unmittelbar und ohne Verluste zur Verfügung steht. In der Regel stellen Patienten bereits kurze Zeit nach einer Eiseninfusion eine deutliche Besserung ihrer Lebensqualität fest.

Nach der Behandlung Eisen regelmäßig checken

Nach der Therapie sind die Eisenspeicher wieder aufgefüllt und die Beschwerden abgeklungen. Allerdings begleitet die Menstruation das Leben einer Frau rund 35 Jahre lang. Das sind insgesamt rund 500 Monatsblutungen, die dem Körper kontinuierlich Eisen entziehen. Daher empfiehlt es sich besonders für Frauen mit starken Regelblutungen, ihren Eisenstatus in regelmäßigen Intervallen kontrollieren zu lassen und so zu verhindern, dass wieder ein schwerer Eisenmangel durch eine starke Periode entsteht.


Quelle: http://www.eisencheck.at


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