Medizin & Wissenschaft

Tramadol aus der Wurzelrinde der afrikanischen Heilpflanze Nauclea latifolia

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Die afrikanische Heilpflanze Nauclea latifolia produziert große Mengen an schmerzlindernden Wirkstoffen, wobei ein Inhaltsstoff mit Tramadol identisch ist.

Der vollsynthetisch hergestellte Wirkstoff Tramadol ist ein Analgetikum und Opioid, das sich seit Jahrzehnten in der Schmerzmedizin bewährt hat. Unlängst haben nun Forscher entdeckt, dass die afrikanische Heilpflanze Nauclea latifolia große Mengen an schmerzlindernden Molekülen enthält, eines davon gleicht eben dem Tramadol. Erstaunlich ist dabei, dass normalerweise so hohe Konzentrationen eines pharmazeutischen Wirkstoffs in einer natürlichen Quelle nicht vorkommt.

Tramadol in den 1970er Jahren von Morphin abgeleitet

Im Zuge der eingangs zitierten Analyse isolierten und charakterisierten Forscher die Bestandteile von Nauclea latifolia. Dabei entdeckten sie den Inhaltsstoff, der vermutlich für die schmerzlindernde Wirkung des Pflanzenextrakts aus der Wurzelrinde verantwortlich ist, überraschenderweise ist dieser seit Jahrzehnten in synthetischer Form als Tramadol verfügbar.

Das in den 1970er Jahren entwickelte Tramadol hat sich seitdem in Schmerzbehandlung bestens bewährt. Das Opioid hat deutlich weniger Nebenwirkungen als Morphin, von dem es abgeleitet ist. Vor allem das Risiko einer Abhängigkeit ist deutlich geringer.

Tramadol in der afrikanischen Heilpflanze Nauclea latifolia bestätigt

Zur Bestätigung ihrer Ergebnisse testeten die Forscher mit verschiedenen Methoden die Echtheit des natürlichen Ursprungs. Ihre Ergebnisse wurden außerdem von drei unabhängigen Laboren bestätigt. „Alle Ergebnisse stimmen überein und bestätigen das Vorhandensein von Tramadol in der Wurzelrinde der afrikanischen Heilpflanze Nauclea latifolia.

Im Gegensatz dazu konnte in den oberen Pflanzenteilen (Blätter, Zweige) keine Spur des Moleküls nachgewiesen werden“, erklärte Michel De Waard vom Inserm – Grenoble Institut für Neurowissenschaften der Universität Joseph Fourier.

Um die Möglichkeit einer unbeabsichtigten Verunreinigung der Proben durch syntetisches Tramadol auszuschließen, entnahmen die Forscher Proben aus dem Inneren der gleichen Wurzeln. Dadurch konnten die Wissenschaftler das Vorhandensein des Moleküls mehrfach bestätigen.

Hohe Konzentration in den Extrakten

Die Konzentration von Tramadol in Extrakten aus getrockneter Rinde liegt bei 0,4% und 3,9%, was einer sehr hohen Wirkstoffmenge entspricht. Neben diesem einzigartigen Aspekt dieser Entdeckung eröffnet sie auch neue Perspektiven für die lokale Bevölkerung.

Diese bekommt dadurch einen Zugang zu einer preiswerten Behandlungsmöglichkeit. Schließlich bestätigen die Ergebnisse auch Konzepte der traditionellen afrikanischen Medizin in Form des Abkochens der Wurzelrinde.


Quelle: Inserm – Grenoble Institut für Neurowissenschaften, Universität Joseph Fourier


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