Medizin & Wissenschaft

Schmerzbehandlung mit Magnesium und Vitaminen verbessern

Lesezeit: 4 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Magnesium sowie manche Vitamine helfen dabei, die Schmerzbehandlung bei chronischen Schmerzpatienten deutlich zu verbessern.

Die Notwendigkeit einer effizienten Schmerzbehandlung ist vielen chronischen Erkrankungen gemeinsam. Wir unterscheiden zwischen Tumorerkrankungen sowie Nicht-Tumorerkrankungen. Zu letzteren zählen beispielsweise Osteoporose, Osteoarthrose, rheumatoide Arthritis, diabetische Neuropathie, viszerale Schmerzen, Fibromyalgie sowie chronischer Rückenschmerz.


Die Anwendung von komplementärer und alternativer Medizin bei chronischen Schmerzpatienten ist hoch. Eine 2013 publizierte Untersuchung konnte zeigen, dass chronischen Schmerzpatienten zu 12,4 % Vitamine einnehmen, 49 % zusätzlich Akupunktur/Moxibustion nutzen, bei 15,2 % traditionelle chinesische Medizin, bei 3,3 % Ginseng und bei 18,1 % chinesische Kräuter zur Anwendung kommen.

Richtige Ernährung, Training und Stressreduktion können die Lebensqualität bei chronischen Schmerzpatienten wesentlich erhöhen und die Aufnahme von notwendigen Molekülen in die Zellen und Mitochondrien hängt von der richtigen Ernährung ab.

Oxidativer Stress steht in Zusammenhang mit Krebs, dem Alterungsprozess, Atherosklerose, Entzündung und neurodegenerativen Krankheiten. Hellfarbige Früchte und Gemüse haben viele Antioxidanzien und entzündungshemmende Phytochemikalien. Antioxidanzien schützen Zellen gegen freie Radikale und andere reaktive Sauerstoff-(O2-)Spezies .

Magnesium und Vitamine können die Schmerzbehandlung verbessern

Wenn bei der Schmerzbehandlung von chronischen Schmerzen zusätzlich Mikronährstoffe wie Magnesium und Vitamine zum Einsatz kommen, so sollte ein Experte deren Verwendung an den Patienten anpassen. Und zwar ungeachtet dessen, dass sich die Schmerzsymptome oft nicht zwischen den Krankheitsbildern unterscheiden.

Wenn eine klinische Laboruntersuchung einen Nährstoffmangel ergibt, so sollte ein Experte eine Substitution einleiten. Denn dieser weiss, dass ein Zuwenig am vorhandenen Mikronährstoff, aber auch ein Zuviel für den Körper schlecht ist.

Das Ziel ist ein ausgeglichener Stoffwechselhaushalt, der die Basis für eine erfolgreiche Schmerzbehandlung legt. Zu den Mikronährstoffen zählen neben den Spurenelementen auch Vitamine und Mineralstoffe. Der nachfolgende Beitrag beschreibt auch auf den Stellenwert von Magnesium und Vitaminen in der Schmerzbehandlung.

Magnesium in der Schmerzbehandlung

Eine Studie konnte zeigen, dass mit der Infiltration von Magnesium in eine Wunde der Opiatverbrauch und die opiatinduzierte Hyperalgesie bei Patienten nach laparoskopischen Prostatektomien reduziert werden kann.


Eine Metaanalyse kommt zu dem Schluss, dass perioperativ intravenös verabreichtes Magnesium den Opiatverbrauch reduziert und in den ersten 24 Stunden postoperativ geringere Schmerz-Scores verursacht, ohne die Nebenwirkungen zu erhöhen. Magnesium ist auch effektiv als adjuvante Therapie zur postoperativen Schmerzbehandlung.

Schmerzbehandlung mit Vitamin C ergänzen

Vitamin C hat einen Effekt bei Patienten mit komplex regionalem Schmerzsyndrom Typ I (Morbus Sudeck). Bei diesen Patienten kommt es zur Trias von autonomen, motorischen und sensiblen Störungen. Es konnte in der Arbeit von Besse gezeigt werden, dass Vitamin C in einer Dosierung von 500 mg–1g zu einer deutlichen Linderung der Symptome bei diesem Krankheitsbild beiträgt.

In einer weiteren, in der Fachzeitschrift Korean Journal of Pain (April 2013) publizierten Arbeit wurde die Frage gestellt, ob Vitamin C zur Behandlung von postoperativen Schmerzen infrage kommt. Es wurde nachgewiesen, dass die Gabe von Vitamin C z. B. den Morphinverbrauch nach einer laparoskopischen Entfernung der Gallenblase deutlich vermindert, und auch in dieser Publikation wird daraufhin gewiesen, dass Vitamin C die Symptomatik des komplex regionalen Schmerzsyndroms vom Typ I vermindern kann.

Bedeutung von Vitamin D in der Schmerzbehandlung

Bei postmenopausalen Frauen mit chronischen Rückenbeschwerden wurde ebenfalls vermehrt ein Vitamin-D-Mangel festgestellt. Wissenschaftler konnten in einer Studie nachweisen, dass auch Patienten mit Schmerzen des Bewegungsapparates einen Vitamin D-Mangel haben.

In einer Studie wurde beispielsweise nachgewiesen, dass bei Patienten mit rheumatoider Arthritis sehr häufig ein Vitamin D-Mangel besteht und dieser mit dem Schweregrad der Erkrankung assoziiert werden kann. Andere Studienergebnisse zeigten, dass das Vitamin-D-Defizit bei Patienten, die unter Lumbalstenose und starken Schmerzen leiden, hoch prävalent war.


Zudem hängte starker Schmerz mit einem stärkeren Vitamin-D-Mangel. Eine begrenzte Sonnenexposition und eine durch Immobilisation induzierte Hyperkalziämie können bekanntlich dazu führen. Dies führt wiederum zu einer niedrigen Knochenmineraldichte. Das heißt, es ist bei bestehendem Vitamin-D-Mangel sinnvoll, nicht nur bei Patienten mit Osteoporose, sondern auch bei Patienten mit chronischen Schmerzen wie Rückenschmerzen oder rheumatischer Arthritis, Vitamin D zu substituieren.

Vitamin E bei Dysmenorrhö

Verschiedene Studiendaten konnte zeigen, dass Vitamin E bei Patienten, die unter Beckenschmerzen und Dysmenorrhö leiden, zu einer Schmerzlinderung verhilft. Aufgrund des geringen Nebenwirkungsprofils empfehlen deswegen Experten, dass Vitamin E als einfache und sichere Option zur Schmerzbehandlung von Dysmenorrhö einzusetzen.

Vitamin B verbessert die Schmerzbehandlung

Wissenschaftler konnten schon im Jahr 2000 nachweisen, dass Vitamin B12 bei Patienten mit Rückenschmerzen den Verbrauch von Paracetamol vermindert. Andere Untersuchungen ergaben, dass Kombinationen von Diclofenac mit B1, B6 oder B12 besser Schmerzen lindern konnten, als Diclofenac alleine. Außerdem zeigte eine Studie, dass manche Vitamine der B-Gruppe die schmerzlindernde sowie entzündungshemmende Wirkung von Diclofenac verstärken können.

Das bedeutet, dass B-Vitamine beim Einsatz von NSAID eine kürzere Therapiedauer sowie auch geringerer Diclofenac-Tagesdosierungen ermöglichen können. Eine tierexperimentelle Studie zeigte schließlich auch, dass Vitamin B auch einen positiven Effekt bei der Schmerzbehandlung im Rahmen einer diabetischen Polyneuropathie hat.

Zusammenfassung

Bei vorhandenem Defizit an Vitaminen oder auch an Magnesium ist es hinsichtlich der Schmerzbehandlung sinnvoll, dass vorhandene Defizit aufzufüllen. Es hat aber keinen Sinn, bei nicht vorliegendem Mangel einen Reservespeicher anzulegen. Vitamine und Magnesium können als Ergänzung bei der chronischen Schmerzbehandlung verwendet werden, obwohl klar zu sagen ist, dass aufgrund der geringen Forschung keine Evidenzdaten vorliegen.



Literatur:

Albrecht E, Kirkham KR, Liu SS, Brull R. Peri-operative intravenous administration of magnesium sulphate and postoperative pain: a meta-analysis. Anaesthesia. 2013 Jan;68(1):79-90. doi: 10.1111/j.1365-2044.2012.07335.x. Epub 2012 Nov 1.

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