Politik & Wirtschaft

Grippe-Impfung in Österreich stark nachfragt

Lesezeit: 2 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Vierfach-Influenza-Impfstoffe zur Grippe-Impfung werden derzeit stark nachgefragt. Deswegen fordert in Österreich die Industrie eine Bedarfserhebung durch die öffentliche Hand.

Für Vierfach-Influenza-Impfstoffe zur heurigen Grippe-Impfung besteht aktuell eine hohe Nachfrage. Deswegen sind auch manche bei den Herstellern bereits abverkauft. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht mehr verfügbar wären. Denn es sind noch einige Chargen bei Großhändlern und Apotheken sowie beispielsweise bei der MA 15 vorrätig. Allerdings sind für eine Grippe-Impfung auch nach wie vor alternativ die Dreifach-Influenza-Impfstoffe für alle Altersgruppen vorhanden.

Produktion der Influenza-Impfstoffe

Eine Bedarfserhebung ist notwendig, weil die Produktion der Influenza-Impfstoffe äußerst komplex ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt beispielsweise im Frühjahr fest, für welche Virenstämme Impfungen herzustellen sind. Die Produktion läuft an und die fertigen Impfstoffe stehen dann im Herbst zur Verfügung.

„Die hergestellte Menge richtet sich nach den Absatzmengen des Vorjahres. Eine gewisse Mehrproduktion für eine allfällige höhere Nachfrage wird zwar mit einkalkuliert. Aber wenn die tatsächlich bestehende Nachfrage diese Menge übersteigt, kann aufgrund des komplexen Herstellungsprozesses nicht nachgeliefert werden“, informiert Mag. Alexander Herzog, Generalsekretär der Pharmig.

Man könne zwar auf andere Impfstoffe ausweichen. Jedoch muss das der Arzt und nicht die Patienten entscheiden, so Herzog. Die offensichtlich gestiegene Nachfrage nach Influenza-Impfstoffen zur heurigen Grippe-Impfung sieht die Industrie als Folge des gestiegenen Bewusstseins. Dementsprechend sind die Menschen stärker von die Bedeutung und Krankheitslast der Influenza überzeugt.

Bedarfserhebung zur Grippe-Impfung

Eine Lösung dafür, derartige Lieferengpässe zukünftig zu vermeiden, wäre die Bedarfserhebung für Influenza-Impfstoffe durch die öffentliche Hand. Dementsprechend plädiert dafür die pharmazeutische Industrie sowie für eine frühere Verlautbarung der Empfehlung zur Grippe-Impfung durch das nationale Impfgremiun.

Dazu erklärt Mag.a Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des Verbandes der Österreichischen Impfstoffhersteller (ÖVIH): „Gäbe es eine Bedarfserhebung, ließe sich leichter vorausschauend planen. Je früher das nationale Impfgremium und das Ministerium seine Impf-Strategie veröffentlicht, umso eher können die Hersteller sich darauf einstellen und die Produktionsmenge entsprechend planen. Wir brauchen daher auch die Unterstützung der Politik, um unseren Versorgungsauftrag erfüllen zu können.“

In diesem Sinne begrüßen beide Verbandsvertreter auch den geplanten Ausbau des elektronischen Impfregisters und die Bestrebungen der EU gegen die Impfskepsis vorzugehen.

Quelle: www.pharmig.at


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