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Einjähriger Beifuß mit Artemisinin gegen Malaria, Krebs und Covid 19

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Einjähriger Beifuß mit dem sekundären Pflanzenstoff Artemisinin hilft nicht nur gegen Malaria und Krebs, sondern auch gegen Covid 19 in der Corona-Krise.

Einjähriger Beifuß ist eine Jahrtausende alte Heilpflanze. Der Einjährige Beifuß – Artemisia annua L., eine einjährige Pflanze aus der Gattung der Korbblütler – wird seit mehr als zweitausend Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Und zwar bei Infektionen, Verdauungsstörungen sowie als Fiebermittel. Die Heilpflanze wird in China, Vietnam und in ostafrikanischen Ländern angebaut, wobei die Gewinnung durch die Extraktion getrockneter Blätter und Blüten geschieht. In Österreich und Deutschland kommt er sehr unbeständig vor. In den 1970er Jahren wurde die Einjährige Beifuß-Wirksubstanz Artemisinin und seine Wirksamkeit gegen Malaria entdeckt. Artemisinin wird heutzutage weltweit als Anti-Malaria-Mittel angewendet. Es laufen aber auch zahlreiche Studien zur Wirkung von Extrakten von Einjährigem Beifuß und Artemisinin-Derivaten gegen Krebs sowie ganz aktuell zur Corona-Pandemie auch gegen Covid 19. Wobei Forscher mittlerweile auch zu den anderen Anwendungsgebieten viele positive Erfahrungen sammeln konnten.

Artemisinin im Einjährigen Beifuß gegen Malaria

Seit dem Jahr 2002 ist der Einjährige Beifuß als Mittel gegen Malaria von der WHO anerkannt. Im Jahr 2015 bekam die Chinesin Youyou Tu den Medizinnobelpreis für die bereits im Jahr 1971 erforschte und veröffentlichte Entdeckung, dass das im Beifuß enthaltene Artemisinin das Wachstum von Plasmodien hemmt. Und Plasmodien lösen bekanntlich die gefürchtete Malaria aus.

Eine Beifuß-Anwendung inklusive Tee-Zubereitungen sollte allerdings keinesfalls leichtfertig erfolgen, da die Gefahr besteht, dass Resistenzen gegen Malaria auftreten.

Der Einjährige Beifuß – vor allem aus der traditionellen chinesischen Medizin, TCM, bekannt – gilt als stark blutreinigend und hochwirksam gegen Parasiten und andere Infektionserreger. Weiter konnten Studien krampflösende und verdauungsfördernde Wirkungen beschreiben. Schließlich setzt man in der Schulmedizin Zubereitungen aus Einjährigem Beifuß als antibiotische Zusatztherapie gegen Borreliose ein.

Artemisinin-Resistenz bei Malaria-Parasiten

Heilpflanzen für die Corona-Pandemie unter der Lupe: Einjähriger Beifuß zeigt positive antivirale Wirkung gegen Covid 19

Die Inhaltsstoffe aus Heilpflanzen und Heilkräutern wie Einjähriger Beifuß (Artemisia annua), Duftnessel (Agastache rugosa auch als Koreaminze oder Riesenysop bekannt), Tragant (Astragalus membranaceus), Senna alata (Cassia alata), Ecklonia cava, Gurmar (Gymnema sylvestre), chinesisches Süssholz (Glycyrrhizae uralensis), Molchschwanz (Eidechsenschwanz Houttuynia cordata), Lindera aggregata , Spinnenlilie (Lycoris radiata), Mollugo mult, Pyrrosia lingua, Saposhnikoviae divaricate und Guduchi (Tinospora cordifolia) konnten in Corona-Studien eine vielversprechende hemmende Wirkung gegen Coronaviren und damit gegen Covid 19 entfalten. Dabei haben die Wissenschaftler diese Heilpflanzen allgemein auf antivirale Wirkung gegen verschiedene menschliche Viren wie HIV, HSV, Tollwutvirus, SARS, MERS, Pockenvirus, Dengue-Virus, Influenzaviren sowie Coronaviren wie SARS-Cov-2 untersucht.

In einer Studie haben Kräuterextrakte aus vier verschiedenen Pflanzen – Einjährigem Beifuß, Lindera aggregata, Pyrrosia lingua und Spinnenlilie eine bemerkenswerte antivirale Wirkung in einer Laborstudie gegen das SARS-CoV gezeigt. Aktuelle Corona-Zellstudien sollen nun der Frage nachgehen, ob Extrakte aus dem einjährigen Beifuß jetzt auch gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 und damit auch gegen Covid 19 Wirkung zeigen können.

Pflanzliches in der Corona-Pandemie: Beifuß gegen Coronavirus-Erkrankung Covid-19

Dazu haben das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, das US-Unternehmen ArtemiLife sowie deutsche und dänische Forscher nun eine Studie mit Beifuß-Extrakten, mit der aus Beifuß gewonnene Reinsubstanz Artemisinin sowie dessen synthetische Abkömmlinge, gestartet.

Schließlich brachte in der jüngsten Studie zum Thema die Kombinationstherapie mit Dihydro-Artemisinin-Piperaquin eine gute Wirkung bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Covid-19-Erkrankung. Die Zeit bis zum Erreichen von nicht nachweisbarem SARS-CoV-2 war in der Artemisinin-Piperaquin-Gruppe signifikant kürzer als in der Kontrollgruppe. Wobei Ärzte allerdings mögliche Änderungen des QT-Intervalls berücksichtigen sollten, bevor sie Artemisinin-Piperaquin bei Corona-Patienten verschreiben.

Unabhängig davon haben US-Forscher nun publiziert, Artemisia annuaa-Extrakte zwar die SARS-CoV-2-Infektion hemmen. Doch die antivirale Wirkung der Extrakte korreliert weder mit Artemisinin noch mit dem Gesamtflavonoidgehalt. Vermutlich ist es eine Kombination von verschiedenen Komponenten, die der SARS-Cov-2-Virusinfektion entgegenwirkt.

Erfahrungen mit Extrakten des Einjähriger Beifuß gegen Krebs: Artemisinin-induzierter programmierter Zelltod

Unter dem Strich konnten Wissenschaftler in den letzten Jahren zu den zellulären Abläufen beim Abtöten von Brustkrebszellen mit Hilfe des im einjährigen Beifuß vorkommenden Artemisinin zeigen, dass in membrangebundene Zellorganellen – sogenannten Lysosomen – vorhandene reaktive Eisen eine zentrale Rolle beim Artemisinin-induzierten programmierten Zelltod der Krebszellen spielen.

Im Grunde genommen brachten viele rezente Studien gute Erfahrungen mit der potenziellen Anti-Krebs-Wirkung von Artemisinin und seinen Einjährigen Beifuß Derivaten (ARTs). Die Mechanismen der der Wirkung von Beifuß-Derivaten gegen Krebs stehen dabei im Blickpunkt.

Verschiedene klinische Studien konzentrieren sich wiederum hauptsächlich mit der Wirkung, Wirksamkeit, Sicherheit und Dosisfindung von Artemisinin-Derivaten als Chemotherapeutika gegen Krebs.

Unter dem Strich konnten Sicherheitsstudien keine offensichtliche Toxizität sowie eine geringe Häufigkeit von Nebenwirkungen zeigen. Das Potenzial von Beifuß-Artemisinin-Derivaten, das Wachstum solider Tumoren zu hemmen, legt ihre Anwendung in einer neoadjuvanten Therapie und in der Kombinationstherapie gegen Krebs nahe.

Artemisinin fördert Insulinproduktion

Vielversprechende Wirkungen zur Wundheilung

Einjähriger Beifuß wurde unlängst auch zum ersten Mal in einer nanofaserigen Wundauflage eingesetzt. Denn die Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und antimikrobiell und bringt somit vielversprechende medizinische Wirkungen bei therapeutischen Anwendungen.

Eine neue Studie im Nordiran untersuchte beispielsweise die Wirkung eines Wundverbandes hergestellt mit Artemisinin-Extrakt und Methanol. Bei der Herstellung des Extraktionslösungsmittels wurde der Artemisinin-Extrakt mit Gelatine gemischt und eine Nanofaserstruktur durch Elektrospinntechnik gebildet.

Um einen Wundverband mit akzeptabler Stabilität und optimalen mechanischen Eigenschaften zu erhalten, wurde diese biologisch aktive Schicht auf einer PCL-Nanofaser-Basisschicht gebildet. Der hergestellte Doppelschicht-Wundverband wurde chemisch, strukturell, mechanisch und biologisch analysiert.

Die Analyse des Wundverbandes zeigte jedenfalls eine gute Sicherheit, gute Proliferation sowie Anhaftung der ausgesäten Fibroblastenzellen. Schließlich entfaltete der Wundverband akzeptable antibakterielle Wirkungen gegen Staphylococcus aureus-Bakterien.


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