Fachartikel

Refraktäre generalisierte Myasthenia gravis  (ref gMG)

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: Alexion Pharma Germany GmbH

Die generalisierte Myasthenia gravis (gMG) ist eine Autoimmunerkrankung mit Störung der neuromuskulären Erregungsübertragung und charakteristischer, belastungsabhängiger Muskelschwäche.1 Meist ist die Erkrankung mit den herkömmlichen Therapiestrategien gut kontrollierbar. Allerdings entwickelt sich bei rund 10–20 % der gMG-Patienten ein refraktärer Krankheitsverlauf.2 Dies stellt Betroffene wie Behandler vor besondere Herausforderungen.

 

Herausforderung refraktäre gMG

 

Die Krankheitslast von Patienten mit refraktärer gMG wird vermutlich unterschätzt. Dabei ist der Leidensweg dieser Patienten meist lang und geprägt von wechselnden Therapien, häufigen Hospitalisierungen sowie einem erhöhten Risiko für Exazerbationen und myasthene Krisen.2,3 Zu den meist erheblichen alltagsrelevanten myasthenen Symptomen kommen zudem häufig eine reduzierte Lebensqualität (QoL), psychische Beeinträchtigungen sowie eine ausgeprägte Fatigue hinzu.2 Erschöpfungszustände und Bewegungsschwierigkeiten können das Familienleben, den Beruf und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.2,4  

 

Refraktär oder nicht?

 

Um refraktäre und nicht refraktäre Patienten eindeutig zu differenzieren, fehlt es bisher an einem allgemeingültigen Leitfaden. Als eine in der Klinik angewendete Definition für einen myasthenen therapierefraktären Verlauf schlugen Schneider-Gold et al. die Beurteilung folgender krankheits- und therapieassoziierter Kriterien vor – stets unter der Voraussetzung einer vorausgegangenen Standardtherapie über ein Jahr (s. Abb. 1):2

 

 

Abbildung 1: Definitionskriterien der refraktären gMG nach Schneider-Gold et al.2

 

Des Weiteren hat ein Expertengremium der Deutschen Myasthenie Gesellschaft (DMG) in einer aktuellen Publikation Definitionskriterien zur refraktären gMG erarbeitet, die in der klinischen Praxis Anwendung finden könnten.5

 

Pathophysiologisches Verständnis als therapeutischer Schlüssel

Als chronische Autoimmunerkrankung wird die Myasthenia gravis durch Autoantikörper gegen Proteine der neuromuskulären Endplatte hervorgerufen. In der überwiegenden Zahl der Fälle (ca. 85%) liegen Autoantikörper gegen den postsynaptischen nikotinergen Acetylcholinrezeptor (AChR) vor,1 die die Erregungsweiterleitung an der neuromuskulären Endplatte über verschiedene Mechanismen stören.6 Hierzu zählt u.a. die chronische und unkontrollierte Komplementaktivierung –  ein zentraler Pathomechanismus bei der Myasthenia gravis.

 

Durch enorme Fortschritte im pathophysiologischen Verständnis und der intensivmedizinischen sowie immunmodulatorischen Versorgung hat sich in den letzten Jahrzehnten die Prognose der Erkrankung deutlich verbessert.2 So kann therapeutisch bei der MG an verschiedenen Stellen des Pathomechanismus angegriffen werden – stets mit dem obersten Therapieziel der Beschwerdefreiheit der Betroffenen.   

 

Referenzen:
1 Melzer N et al. J Neurol 2016; 263: 1473–1494.
2 Schneider-Gold C et al. Ther Adv Neurol Disord 2019; 12: 1–16.
3 Engel-Nitz NM et al. Muscle Nerve 2018; 58: 99–105.
4 Howard JF Jr et al. Lancet Neurology 2017; 16:976-86.
5 Schroeter M et al. J Cent Nerv Syst Dis. 2021 Feb 1;13:1179573521989151.
6 Conti-Fine BM et al. J Clin Invest 2006; 116(11):2843-54

 

 

 

DE/UNB-g/0030                                                                                   

                                                                                                                                                              


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