Medizin & Wissenschaft

Problem Trockene Luft in Räumen: Haut Jucken, Hautausschlag, anfälliger für Viren

Lesezeit: 4 Minuten Quelle: MEDMIX Online

Trockene Luft in Räumen ist nicht nur schädlich für unsere Haut mit Hautproblemen wie Jucken und Hautausschlag, auch Grippe- und Coronaviren überleben bei niedriger Luftfeuchtigkeit am längsten.

Vor allem während der Heizsaison beherrscht Trockene Luft das Klima und die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen und belastet unsere Haut. Nicht selten fällt die relative Luftfeuchtigkeit dabei unter 30 % oder gar unter 20 %. Unter dem Strich gilt aber nicht nur während der Heizsaison, dass trockene Luft ist Gift für unsere Haut ist, und Hautprobleme wie Jucken und Hautausschlag verursachen kann. Denn die Haut und die Schleimhäute werden durch die trockene Luft in Räumen trocken. In Folge können sie dann stark gereizt sein und zu jucken beginnen. Das erleichtert übrigens auch Viren leichter über Mund und Nase tiefer in den Körper zu gelangen. Und das spielt gerade in der aktuellen Corona-Pandemie eine wichtige Rolle.

Gerade in der Corona-Pandemie sinnvoll: in öffentlichen Gebäuden Mindest-Luftfeuchtigkeit einhalten und regelmässig Lüften

Zudem nimmt bei sinkender Luftfeuchtigkeit eben die Gefahr von Infektionskrankheiten zu, da die Immunabwehr der Schleimhäute beeinträchtigt ist. So haben beispielsweise Influenzavieren bei trockener Luft eine höhere Überlebensfähigkeit.

Deswegen ist es vor allem auch während der aktuellen Corona-Pandemie sinnvoll, dass man in den Innenräumen von Schulen, Büros, Museen und Gastronomie beziehungsweise allen anderen öffentlichen Gebäuden und Lokalen den mittleren Bereich bei Luftfeuchtigkeit und eine gemäßigte Raumtemperatur einhält.

Dazu wäre eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 % ideal, um Viren, wie Influenza- und Coronaviren, in der Luft und auch auf Oberflächen schnellstmöglich zu inaktivieren. Hier könnte beispielsweise die Bestimmung von Mindestwerten für Luftfeuchtigkeit in öffentlichen Gebäuden (Krankenhäusern, Schulen und Büros) die Belastung der Gesellschaft durch saisonale Atemwegsinfektionen, Grippe und Covid-19 eingeschlossen, verringern und die Ansteckungsrisiken reduzieren.

Eine zusätzliche Risikoverminderung kann durch regelmäßiges Lüften oder eine gut geplante Lüftungs- beziehungsweise Klimaanlage erreicht werden. Schließlich sollte auch die Raumtemperatur nicht höher als 20 bis maximal 22 Grad Celsius sein. Das trägt ebenfalls dazu bei, dass die Luft weniger trocken ist.

Probleme in der Heizsaison

Das vor allem bei kalten Außentemperaturen der Fall, wenn drinnen die Heizung auf Hochtouren läuft und die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu gering ist. Doch allgemein ist auch bei wärmeren bis heißen Außentemperaturen auf die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen und Büros zu achten. Denn beispielsweise entziehen zu kalt eingestellte Klimaanlagen der Raumluft die Feuchtigkeit. Nicht selten fällt die relative Luftfeuchtigkeit dabei unter 30 % oder gar unter 20 %. Die damit möglich einhergehenden gesundheitlichen Probleme treffen nicht nur Schleimhäute und Atmungsorgane, sondern auch unsere Haut.

Trockene und überheizte Luft beherrschen Luftfeuchtigkeit und Klima in Innenräumen vor allem auch während der Heizsaison. Mit ein Grund dafür ist, das Trockenere kalte Außenluft beim Lüften in die Räume strömt. Dann erwärmt sich die Luft und die relative Luftfeuchtigkeit nimmt dabei ab. Denn kalte Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen als warme Luft.

Oft sind Baustoffe und -materialien verbaut, die keinen Feuchte- und Temperaturpuffer aufweisen um diese Schwankungen auszugleichen. So saugen manche Wandaufbauten die Luftfeuchtigkeit richtiggehend spürbar ab, ohne diese in trockenen Phasen wieder abzugeben. Die Bewohner leiden entsprechend darunter.

Hautprobleme durch zu trockene Luft in Innenräumen: Haut jucken, Hautausschlag, gereizte Schleimhäute

Der Mensch kann Feuchtigkeit und Temperatur der Luft auf dem Weg zur Lunge – ähnlich einer Klimaanlage – regulieren. Dennoch treten bei trockener Luft Beschwerden wie trockene Schleimhäute und Nasen sowie gereizte Augen vermehrt auf. Schuld daran ist aber nicht nur die trockene Luft, sondern auch ein schlechterer Luftaustausch. Damit steigt die Staubbelastung. Denn durch die trockene Luft halten sich die Staubpartikel länger in der Luft, was das Raumklima negativ beeinflusst.

Mit ca. 1,8 m2 Quadratmetern ist die Haut nicht nur das größte Organ des Menschen. Sondern sie ist mit 10kg auch das schwerste Organ. Neben anderen Faktoren wie Alter oder erblicher Veranlagung wird unsere Haut speziell bei kälteren Außentemperaturen besonders belastet. Der Wechsel von kalter Außenluft und warmer Heizungsluft trocknet die Haut aus. Sie wird spröde bis rissig und fühlt sich gespannt an. Quälender Juckreiz ist oft die Folge, Hautentzündungen können ebenfalls auftreten.

Ein weiterer Effekt, der die Haut belastet, ist, dass sich durch die geringe relative Luftfeuchtigkeit die Luft elektrostatisch auflädt. Feinstaub lagert sich auf der Haut ab und kann Hautentzündungen verursachen. Auch Patienten, die bereits unter Hautkrankheiten –  wie Ekzemen oder trockenen Lippen – leiden, spüren in trockenen Räumen eine Verschlechterung der Symptome.

Auch für die Haut ist eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent ideal

Wenn die Haut zu trocken wird, dann wird sie runzelig und brüchig. Nicht nur für die Haut, sondern auch für unseren ganzen Körper ist eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent sehr vorteilhaft. Das passt auch sehr gut zu den Empfehlungen im Kampf gegen die Viren.

Zusammenfassend sollte man immer bedenken, dass eine trockene Luft und eine niedrige Luftfeuchtigkeit in den Räumen dazu führen kann, dass Reizungen der Atemwege und Augen auftreten und vor allem auch die Haut belastet. Und manche Menschen reagieren derart empfindlich auf die trockene Luft, dass sie ein Aufenthalt in trockenen Räumen kaum ertragen können. Dann muss eine angemessene Behandlung erfolgen, damit die Hautprobleme wieder verschwinden.


Haut jucken und Hautausschlag sowie gereizte Schleimhäute vermeiden: Tipps gegen trockene Luft und Hautprobleme

Richtig lüften

Am besten ist es, stündlich für ausreichend lange Zeit zu lüften. Und zwar, indem man beispielsweise auch die gegenüberliegenden Fenster oder Türen vollständig öffnet. Damit sorgt man für eine frischen Luftzug und einen kompletten Luftaustausch. Wobei kurz und intensiv geschehen sollte. Denn beispielsweise ein dauerhaft gekipptes Fenster kühlt nur die Wände unnötig aus. Das treibt in kälteren Zeiten nur die Heizkosten unnötig in die Höhe.

Die Luft ausreichend gut befeuchten

Pflanzen, Badezimmer in die Wohnung entlüften, Wäsche zum Trocknen aufhängen, Luftbefeuchter aufstellen. All diese Maßnahmen sind geeignet, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und Trockene Luft zu vermeiden. Dabei sollte man jedoch auf die Hygiene achten und mittels Hygrometer die Luftfeuchtigkeit im Blick haben. Denn: Auch zu feuchte Räume führen zu Problemen (Schimmelbildung)!

Bei neuen Bauten auf die Bauweise achten

Wer neu baut oder umfassend renoviert, sollte auf Baumaterialien und –stoffe setzen, die wärme- und feuchtigkeitsregulierend wirken. Hochwertige Ziegel, Kalk- beziehungsweise Klimaputze und diffusionsoffenen Farben eignen sich hier besonders gut.

Einfluss der Ernährung

Auch unser Ernährungsverhalten kann gegen die Schäden durch trockene Luft helfden. Frisches Obst und Gemüse und vor allem ausreichend Flüssigkeit – wie Wasser oder Tee – füllen beispielsweise den Feuchtigkeitsspeicher der Haut auf.

Gemäßigt heizen

Man sollte eigentlich eher mäßig heizen. Denn die Temperatur in Innenräumen sollte im Idealfall zwischen 20 und 22 Grad betragen. Sowohl in den eigenen vier Wänden als auch im Büro. Wenn man das als zu kalt empfindet, sollte man einfach wärmere Kleidung anziehen. Das ist besser, als dass man die Räume zu sehr überheizt und so schließlich auch trocken Luft fördert, die wiederum die Entstehung der zitierten Hautprobleme, Haut jucken und Hautausschlag, begünstigt.


Quellen:

Plattform –  MeineRaumluft.at

Yale University


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