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Wenn die Gallengänge leiden: Ein Leitfaden zur PBC

Lesezeit: 3 Minuten Quelle: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG

Die primär biliäre Cholangitis (PBC) ist eine chronisch-entzündliche, autoimmune Erkrankung, die zur Zerstörung der kleinen intrahepatischen Gallengänge führt und die überwiegenden Frauen mittleren Alters trifft. Dadurch entsteht eine anhaltende cholestatische Situation mit Rückstau von Gallenbestandteilen in der Leber, was unbehandelt zu chronischer Entzündung, fortschreitender Fibrose und schließlich Zirrhose und Leberinsuffizienz führen kann. Genetische Prädispositionen und Umweltfaktoren erhöhen das Risiko, allerdings ist der exakte Auslöser nicht abschließend geklärt.

 

Viele Betroffene sind in frühen Stadien asymptomatisch; die Krankheit wird dann oft zufällig im Rahmen laborchemischer Abklärungen oder wegen positiver Autoantikörper entdeckt. Zu den typischen Beschwerden zählen Müdigkeit (Fatigue), generalisierter Juckreiz (Pruritus), der teils quälend sein kann und nachts häufig schlimmer wird sowie zusätzlich Sicca‑Symptome. In fortgeschrittenen Stadien treten Zeichen der Leberzirrhose auf, wie Gelbsucht, Aszites, Ösophagusvarizen und hepatische Enzephalopathie.

 

Die Diagnose beruht auf dem Zusammenspiel klinischer Befunde, typischer Laborveränderungen, dem Nachweis von Autoantikörpern und dem Ausschluss anderer cholestatischer Erkrankungen; eine Leberbiopsie ist nicht immer erforderlich, kann aber bei atypischem Bild oder zur Stadieneinteilung sinnvoll sein. Eine Diagnose gilt beim Auftreten von zwei der folgenden Kriterien als gesichert:

  • anhaltende cholestatische Laborveränderungen (vor allem eine Erhöhung der alkalischen Phosphatase, ALP) über mindestens sechs Monate
  • der Nachweis von antimitochondrialen Antikörpern (AMA) (bei AMA‑Negativität der Nachweis PBC‑spezifischer ANA wie anti‑gp210 oder anti‑sp100)
  • für PBC typische histopathologische Veränderungen der Leber

 

Weitere Typische Laborbefunde

  • Bilirubin oft normal oder nur leicht erhöht in frühen Stadien; ein zunehmendes Bilirubin ist ein ungünstiges prognostisches Zeichen
  • Transaminasen (ALT, AST) meist nur moderat erhöht
  • Häufig erhöhtes IgM
  • Wichtige Parameter für Verlaufskontrolle und Prognose: vor allem ALP und Bilirubin

 

Eine kurative Therapie gibt es derzeit nicht; die Behandlung zielt auf Verzögerung der Krankheitsprogression, Linderung der Symptome und Behandlung von Komplikationen ab. Ursodeoxycholsäure (UDCA) ist die etablierte Erstlinientherapie und sollte möglichst früh begonnen werden; sie verbessert biochemische Marker, verlangsamt das Fortschreiten der Fibrose und reduziert bei Ansprechen das Risiko für Lebertransplantation. Bei unzureichendem biochemischem Ansprechen auf UDCA oder bei Intoleranz kommen in ausgewählten Fällen Zweitlinientherapien wie Seladelpar oder Elafibranor in Frage.

 

Die Kontrolle der Symptome ist für die Erhaltung der Lebensqualität zentral. Diese wird primär durch starken cholestatischen Pruritus sowie durch eine anhaltende Fatigue stark eingeschränkt.

Zur Therapie des cholestatischen Juckreizes kommen neben wenigen zugelassenen Wirkstoffen häufig off-label Therapien zum Einsatz, wobei eine begleitende Hautpflege und kühlende Maßnahmen die Patienten unterstützen können. Die Fatigue ist schwierig zu behandeln, da kein Medikament konsistent hilft; der Ansatz ist multimodal und umfasst den Ausschluss und die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörung, Anämie, Schlafstörungen oder Depression. Weitere supportive Maßnahmen sind die Prophylaxe und Therapie der Osteoporose (Vitamin‑D‑Substitution, Kalzium, bei Bedarf Bisphosphonate), die Substitution fettlöslicher Vitamine bei Malabsorption, eine ernährungsmedizinische Beratung sowie das Überprüfen und Aktualisieren des Impfstatus (Hepatitis A/B, Influenza, Pneumokokken).

 

Wann an PBC denken

  • Frauen mittleren Alters mit persistierenden cholestatischen Laborveränderungen
  • Chronischer Juckreiz ohne erkennbare dermatologische Ursache
  • Sicca‑Beschwerden (trockene Augen/Mund) kombiniert mit cholestatischen Parametern

Bei Verdacht auf PBC sollte frühzeitig eine hepatologische Abklärung erfolgen, denn ein frühzeitiger Therapiebeginn mit UDCA verbessert die Prognose. Ein konsequentes Symptommanagement, insbesondere des Juckreizes und der Fatigue, sowie die Überwachung und Behandlung von Komplikationen sind entscheidend für Lebensqualität und Langzeitverlauf.

 

Die aktuelle S3 Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Monitoring der PBC finden sie hier:

https://register.awmf.org/assets/guidelines/021-027al_S3_Seltene-Lebererkrankungen-autoimmun-Paediatrie-bis-Erwachsene-LeiSeLebEr_2026-02.pdf

 

Ein Video zur Pathogenese der primär biliären Cholangitis finden sie hier:

https://medical.gsk.com/de-de/tagging/hepatologie/videos/wirkmechanismus-der-ibat-inhibition?token=2b6f0905d3af5052ee597b1ede4bac59daa25d48759f29cc9d487291acedbbf79ec7d69b812faae5ba72ff2fe4de261326af9d2b3d3dc1a287c7f5c0d88a50bc&modern-deeplink=true

 

Mehr Informationen zur primär biliären Cholangitis finden sie hier:

https://medical.gsk.com/de-de/hepatologie/?token=5ec7c3479d28d75a6509a381f53b3183c3a03d70be9eacb43684a927158001055998f1e56ebd8c1e8a2cc3e4b331561449bfb40673c0f3e227f5728b16a0c3d3&modern-deeplink=true

 

Einen Leitfaden für Therapie, Diagnostik und Lebensqualität finden sie hier:

https://medical.gsk.com/content/dam/cf-pharma/medicalaffairs/de_DE/tagging/hepatologie/medical-content-downloads/documents/nx-de-lnr-brock-250001.pdf

 

Eine CME-zertifizierte Fortbildung zur PBC kann man hier besuchen:

 https://cme.medlearning.de/glaxosmithkline/pbc/index.htm

 

 

NX-DE-LNR-WCNT-250001, April 2026


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